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Vier-Tage-Woche

Tägliche Normalarbeitszeit - formale Voraussetzungen - Benachteiligungsverbot

Begriff

Eine Vier-Tage-Woche liegt vor, wenn die gesamte Wochenarbeitszeit regelmäßig auf vier Tage verteilt wird. 

In folgenden Fällen kann die tägliche Normalarbeitszeit auf bis zu 10 bzw. 12 Stunden ausgedehnt werden. 

Tägliche Normalarbeitszeit 10 Stunden ohne Überstunden

Im Rahmen einer 4-Tage-Woche kann die tägliche Normalarbeitszeit auf bis zu 10 Stunden ausgedehnt werden, ohne dass Überstunden anfallen.

Hierfür ist in Betrieben mit Betriebsrat eine Betriebsvereinbarung, in Betrieben ohne Betriebsrat eine Einzelvereinbarung notwendig.

An welchen Tagen in der Kalenderwoche gearbeitet wird, ist egal. Drei Tage in der Kalenderwoche müssen aber jedenfalls frei bleiben. Wird an einem der drei freien Tage gearbeitet, so liegen Überstunden vor, die im Verhältnis 1:1,5 abzugelten sind.

Vorsicht!
Zahlreiche Kollektivverträge formulieren einen engeren Begriff der Vier-Tage-Woche. Eine Ausdehnung der Normalarbeitszeit auf 10 Stunden ist meist nur möglich, wenn die 4 Arbeitstage zusammenhängend geleistet werden.

Tägliche Arbeitszeit mit Überstunden 12 Stunden

Wird die gesamte Wochenarbeitszeit auf vier Tage verteilt, kann die Arbeitszeit an diesen Tagen durch Überstunden nur bei Vorliegen folgender Voraussetzungen bis auf zwölf Stunden ausgedehnt werden.

  • Formale Voraussetzungen in Betrieben mit Betriebsrat

    Ist im Betrieb ein Betriebsrat gewählt, ist die Ausdehnung der Tagesarbeitszeit durch Überstunden auf 12 Stunden nur zulässig, wenn darüber eine Betriebsvereinbarung abgeschlossen worden ist.
  • Formale Voraussetzungen in Betrieben ohne Betriebsrat

    Ist im Betrieb kein Betriebsrat gewählt, ist die Ausdehnung der Tagesarbeitszeit durch Überstunden auf 12 Stunden nur zulässig, wenn

    • dies im Einzelfall schriftlich vereinbart wurde, und
    • die arbeitsmedizinische Unbedenklichkeit dieser zusätzlichen Überstunden für die betreffenden Tätigkeiten durch einen Arbeitsmediziner festgestellt wurde. 

Vorsicht!
Die schriftliche Vereinbarung über die Zulässigkeit muss im Einzelfall erfolgen. Eine generelle und allgemeine Vereinbarung, die für solche Fälle bereits zu Beginn des Dienstverhältnisses abgeschlossen wurde, ist nicht ausreichend.

Auf Verlangen der Mehrheit der betroffenen Arbeitnehmer ist ein weiterer, einvernehmlich bestellter Arbeitsmediziner zu befassen. Dieses Verlangen ist binnen fünf Arbeitstagen ab Mitteilung des Ergebnisses der vom Arbeitgeber veranlassten Prüfung zu stellen.

Vorsicht!
Die arbeitsmedizinische Unbedenklichkeit der Überstundenleistung ist in diesem Fall nur dann gegeben, wenn beide Arbeitsmediziner dies bestätigen.

Benachteiligungsverbot

Arbeitnehmer, die  in Betrieben, in denen kein Betriebsrat gewählt ist, beschäftigt werden, und  die im Rahmen einer Vier-Tage-Woche die Ausdehnung der Überstunden auf zwölf Stunden am Tag ablehnen, dürfen deshalb aber nicht beim Entgelt, den Aufstiegsmöglichkeiten bzw. bei Versetzungen benachteiligt werden.

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