Zum Inhalt springen
Person mit Brille und Latzhose sitzt mit einem Stapel Bücher bei einem Tisch und hält ein aufgeschlagenes Buch in der Hand, während sie lächelnd nach rechts oben blickt, im Hintergrund befindet sich eine grüne Kreidetafel
© sebra | stock.adobe.com

Förderung: Zwischen- und überbetriebliche Maßnahmen

Unterstützung von Ausbildungsverbünden und Zusatzausbildungen 

Lesedauer: 7 Minuten

02.11.2026

Was wird gefördert?

  • Ausbildungsverbundmaßnahmen, die bescheidmäßig vorgeschrieben sind (Kosten der Verbundmaßnahme)
  • Freiwillige Ausbildungsverbundmaßnahmen (Kosten der Kurs/Verbundmaßnahme)
  • Berufsbezogene Zusatzausbildungen für Lehrlinge (Kosten der Kurs/Verbundmaßnahme)
  • Vorbereitungskurse auf die Lehrabschlussprüfung (Kosten der Kursmaßnahme)
  • Vorbereitungskurse (nur die Arbeitszeit) auf die Berufsreifeprüfung ohne Verlängerung der Lehrzeit unter Anrechnung auf die Arbeitszeit
  • Kursmaßnahmen müssen vorab durch ein Genehmigungsverfahren laufen und genehmigt sein, siehe dazu Details Seite 7 folgende in der aktuellen Förderrichtlinie. 

Was wird nicht gefördert 

  • Kongresse, Symposien, Tagungen, Foren etc., siehe nachstehender Beschluss
     

Beschluss des Förderausschusses des BBAB (Berufsausbildungsbeirat) vom 26.6.2026 mit Wirkung ab dem 1.1.2027

Nicht förderfähige Kongresse, Symposien und vergleichbare Veranstaltungsformate

(1) Nicht förderfähig sind Maßnahmen, die nach ihrem objektiven Gesamtcharakter als Kongresse, Symposien, Tagungen, Foren oder als vergleichbare Veranstaltungsformate zu qualifizieren sind.

(2) Eine Maßnahme im Sinne des Abs. 1 liegt insbesondere dann vor, wenn sie überwiegend der allgemeinen Information, der Erörterung fachlicher Themen, dem fachlichen Austausch, der Vernetzung oder der Repräsentation dient und nicht auf einen didaktisch strukturierten Bildungsprozess gerichtet ist, der den Erwerb konkret beruflich verwertbarer Kenntnisse, Fähigkeiten oder Fertigkeiten zum Gegenstand hat.

(3) Für die Beurteilung nach Abs. 1 und 2 ist nicht die vom Veranstalter oder von der förderwerbenden Person gewählte Bezeichnung der Maßnahme maßgeblich, sondern deren tatsächlicher Inhalt, ihre Zielsetzung, ihr Aufbau und ihre Durchführung.

(4) Von einer nicht förderfähigen Maßnahme im Sinne des Abs. 1 ist insbesondere auszugehen, wenn

  1. das Programm überwiegend aus Vorträgen, Panels, Diskussionsrunden, Keynotes oder vergleichbaren Präsentationsformaten besteht;
  2. konkrete Lernziele, ein methodisch-didaktisch strukturierter Aufbau oder ein nachvollziehbarer Kompetenzzuwachs nicht ersichtlich sind;
  3. die Teilnahme der teilnehmenden Person im Wesentlichen auf Zuhören, Beobachten, Informationsaufnahme oder Vernetzung beschränkt ist;
  4. ein unmittelbarer Erwerb konkret beruflich verwertbarer Kenntnisse, Fähigkeiten oder Fertigkeiten nicht feststellbar ist;
  5. die Veranstaltung auf ein breites Fachpublikum oder einen institutionsübergreifenden Teilnehmerkreis ausgerichtet ist und nicht auf die Qualifizierung einer klar bestimmbaren Lerngruppe abzielt;
  6. Informations-, Netzwerk-, Repräsentations-, Messe- oder Rahmenprogrammbestandteile den Gesamtcharakter der Maßnahme prägen.

(5) Bestehen im Einzelfall Zweifel über den Charakter der Maßnahme, hat die ansuchende Person die Genehmigungsfähigkeit durch geeignete Unterlagen nachzuweisen. Als geeignete Unterlagen gelten insbesondere das Programm, die Beschreibung der Lernziele, das methodisch-didaktische Konzept, Angaben zur Zielgruppe sowie eine nachvollziehbare Darstellung des konkret zu erwartenden Qualifikationsnutzens.

(6) Kann der Nachweis nach Abs. 5 nicht erbracht werden oder lässt sich aus den vorgelegten Unterlagen kein förderfähiger Bildungscharakter ableiten, ist die Maßnahme von der Genehmigung ausgeschlossen.

Methodik Präsenz/Online

Förderbar sind auch bisher ausschließlich für direkte Präsenz von Lehrenden und Lernenden genehmigte theoretische Kurse, wenn bei diesen keine Lernmittel eingesetzt werden, die physische Präsenz erfordern (wie Maschinen/Geräte/Tiere/…). Bei diesen Kursen entfällt die Pflicht zur Neugenehmigung, wenn diese mit digitalen Tools durchgeführt werden, wobei diese interaktiv und individualisiert auszugestalten sind (keine rein asynchrone Kommunikation, sondern dialogische Elemente beinhaltend). Diese Festlegung gilt bis auf Weiteres.

Wer kann die Förderung beantragen?

  • Unternehmen, die berechtigt sind, Lehrlinge nach dem Berufsausbildungsgesetz (BAG) oder dem Land- und forstwirtschaftlichen Berufsausbildungsgesetz (LFBAG) auszubilden.
  • Nicht gefördert werden Gebietskörperschaften, politische Parteien und Ausbildungseinrichtungen.

Wie hoch ist die Förderung?

Grundsätzliche Information für alle Kursförderungen – Offenlegung von Preisvorteilen

Gewährte Rabatte und nachträgliche voraussichtliche oder geplante Rückzahlungen (zB in Form von Cashbacks) oder vergleichbare Vorteile (zB Gratiskurs im Rahmen eines Kundenbindungsprogramms), die sich unmittelbar oder mittelbar preismindernd auf die Kurskosten auswirken, müssen bei der Antragstellung für eine Förderung angegeben werden. Das gilt auch, wenn der Rabatt übergreifend über andere Förderarten dieses Förderprogrammes gewährt wird!

Förderhöhen im Detail

75 Prozent der Kurskosten exkl. USt. bis max. 3.000 Euro pro Lehrling über die gesamte Ausbildungsperiode in einem Lehrbetrieb bzw. max. 20.000 Euro pro Kalenderjahr und Lehrbetrieb (ab 40 Lehrlingen 22.000 Euro, je weitere 10 Lehrlinge steigt die Deckelung um 2.000 Euro) für: 

  • Ausbildungsverbundmaßnahmen
  • Freiwillige Ausbildungsverbundmaßnahmen
  • Berufsbezogene Zusatzausbildung von Lehrlingen
  • Bei zwischenbetrieblicher Ausbildung bis max. 80 Euro pro Tag.


75 Prozent der Kurskosten exkl. USt. bis max. 500 Euro pro Lehrling bzw. max. 5.000 Euro pro Kalenderjahr und Lehrbetrieb für:

  • Vorbereitungskurse auf Lehrabschlussprüfungen


Abgeltung des kollektivvertraglichen Bruttolehrlingseinkommens im Ausmaß der Kurszeiten (Unterrichtseinheiten) − auch eine teilweise Anrechnung auf die Arbeitszeit ist förderbar für:

  • Vorbereitungskurse auf die Berufsreifeprüfung

Welche Voraussetzungen müssen erfüllt sein?

  • Betrieb trägt die gesamten Ausbildungskosten inkl. Fahrt- und Unterbringungskosten
  • Aufrechtes Lehrverhältnis
  • Bei Vorbereitungskursen auf die Lehrabschlussprüfung bis max. 6 Monate nach Ende der Lehrzeit
  • Die geförderte Ausbildungszeit wurde auf die Arbeitszeit angerechnet
  • Der Kursteilnehmer muss eine Teilnahmebestätigung über mindestens 75 % der Kursdauer vorweisen können
  • Der errechnete Förderbetrag beträgt mindestens 30 Euro
  • Achtung: Wenn Kurse nach 20 Uhr oder an Wochenenden bzw. Sonn- und Feiertagen stattfinden, bitte vorab mit den Förderreferaten Ihrer Lehrlingsstelle Kontakt aufnehmen. Denn nicht alle derartigen Kurse sind förderbar.
  • Aus aktuellem Anlass – Anträge der Förderart „Zwischen- und überbetriebliche Maßnahmen“ wird daran erinnert:
    Aus den einschlägigen Förderrichtlinien ergibt sich, dass nur Kurse gefördert werden können, die nicht in die Unterrichtszeit der Berufsschule fallen. Sofern ein Kurs ganz oder teilweise in einem Zeitraum stattfindet, in dem den Schüler von Seiten der Berufsschule eine unterrichtsbezogene Anwesenheitspflicht trifft, ist dieser Kurs nicht förderbar. Das betrifft alle genehmigten und alle zukünftigen Kursmaßnahmen für Lehrlinge.
    Das bedeutet: Allfällige Kurse, die während der Unterrichtszeit – d.h. statt des normalen Unterrichts - stattfinden, sind nicht förderbar und müssen von der Person/dem Lehrberechtigten, die/der den Bildungsanbieter beauftragt hat, selber bezahlt werden.
    Erläuterung: Aufgrund der gesetzlichen Grundlage in § 19c Berufsausbildungsgesetz dürfen Mittel der betrieblichen Lehrstellenförderung nicht für Schulzwecke, sondern nur für Unterstützungsleistungen für die betriebliche Ausbildung eingesetzt werden.
  • Kosten für Lizenzen (EDV-Tools, …) sind grundsätzlich nicht förderbar.
    Lizenzkosten können aber im Rahmen einer Kursmaßnahme in den Preiskalkulationen des Bildungsanbieters enthalten sein.
  • Eine Förderung kann immer nur nach Maßgabe der vorhandenen Fördermittel zugesagt werden.

Wer beantragt die Förderung bis wann?

  • Der Förderantrag inkl. Beilagen ist durch den Lehrberechtigten oder eine bevollmächtigte Person einzubringen.
  • Die Frist für eine mögliche Antragstellung endet 3 Monate nach Abschluss der Maßnahme.

Wie komme ich zu meinem Förderantrag und wer sind meine Ansprechpartner?

  • Nach Anmeldung beim Lehre.Fördern-Online-Service (LOS) können Sie Anträge über LOS stellen.
  • Wenn Sie nicht bei LOS angemeldet sind, können Sie über die nachstehenden Links zu Ihrem Antragsformularen kommen.

gewerbliche Lehrbetriebe

Hinweis
Je nach verwendetem Browser bitte das Formular nicht direkt verwenden, sondern zunächst herunterladen und erst dann befüllen. 

landwirtschaftliche Lehrbetriebe

Hinweis
Je nach verwendetem Browser bitte das Formular nicht direkt verwenden, sondern zunächst herunterladen und erst dann befüllen.

Information zur Übermittlung des Förderantrags

Die Antragsstellung ist per E-Mail, Post und Fax möglich:

E-Mail

  • Senden Sie ein E-Mail mit einer Verschlüsselung ab dem Standard TLS 1.2 oder höher (Transport Layer Security) mit einem unverschlüsselten gescannten Anhang (= ausgefülltes Antragsformular) an die am Antrag angegebene E-Mail-Adresse.
    Falls Ihr Mailserver keine Transportverschlüsselung (TLS - Transport Layer Security) unterstützt, sind die per E-Mail an uns übermittelten Daten beim Versand nicht vor unbefugter Einsicht und Manipulation durch Dritte geschützt. Ob der Schutz gegeben ist, können Sie u. a. auf diversen Webseiten (z.B. starttls-everywhere.org) selbst überprüfen. 
  • Ein mit TLS 1.0 oder 1.1 gesendetes E-Mail wird von uns empfangen und wie ein unverschlüsseltes E-Mail verarbeitet.
  • Wenn Sie uns ein unverschlüsseltes E-Mail senden, dann muss auch der Anhang unverschlüsselt sein.

Post

Übermittlung eines korrekt und vollständig ausgefüllten Formulars per Post (ausreichend frankiert). 

Fax

Senden Sie ein Fax an die auf dem Antrag angegebene Faxnummer (auch per E-Fax).

Nicht fristgerechte Antragstellung

Nicht zulässig sind nachstehend gelistete Übermittlungsformen, da die Inhalte bzw. Anhänge nicht gelesen und verarbeitet werden können. Diese Varianten sind daher nicht fristwahrend:

  • Die Bereitstellung eines ausgefüllten Antragsformulares inklusive Beilagen in der Cloud (als Link in einem E-Mail, beispielsweise durch Google-Drive oder andere Dienste). Aus Sicherheitsgründen werden keine Links in E-Mails angeklickt.
  • Eine E-Mail, die samt ihren Anhängen anders als mit dem Standard TLS verschlüsselt versendet wird. Es besteht die Gefahr, dass Malware eingeschleust wird.
  • Eine E-Mail, deren Anhänge irgendwie verschlüsselt wurden. Die Anhänge werden gelöscht. Es besteht die Gefahr, dass Malware eingeschleust wird.


Richtlinie zur Förderung der betrieblichen Ausbildung von Lehrlingen gemäß § 19c Abs. 1 Z 1-7 BAG