Hilfe aus Graz für steife Rücken
Dorsi Dynamics produziert ein innovatives Gerät, das die Wirbelsäule dehnt und Verspannungen im Rücken lösen kann.
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Spannung wird weithin, aktuell gerade in Verbindung mit der Fußball-WM, als etwas Positives gesehen. Doch nur eine Silbe mehr, und sie wird zur Qual: Denn Verspannungen treiben viele Österreicher in die Verzweiflung. Gerade im Rückenbereich – rund zwei Millionen Menschen leiden hierzulande unter Rückenschmerzen. Für Entlastung will das Unternehmen „Dorsi Dynamics“ sorgen. Das Grazer Start-up produziert ein Wellnessgerät, das Betroffenen von Rückenproblemen rasche Entspannung in den eigenen vier Wänden ermöglicht.
Mit „Dorsi“ (siehe Foto unten) wird die Wirbelsäule sanft gestreckt. „Langes Sitzen, einseitige Belastung und Bewegungsmangel führen oft zu Verspannungen. Auch wenn man viel steht, wird durchgehend Druck von oben auf die Wirbelsäule ausgeübt. Wir bieten sozusagen die Gegenbewegung – durch Zug wird die Verspannung gelöst“, erklärt Gründer und Geschäftsführer Patrick Fuchshofer.
Die Idee entstand nach eigener Erfahrung: Fuchshofer litt selbst unter Rückenproblemen, eine Traktionstherapie beim Orthopäden half. „Also habe ich mir gedacht, so etwas muss es doch auch für die Nutzung zu Hause geben!“ Damit sei der Stein ins Rollen gekommen. 2023 wurde das Unternehmen dann von einem fünfköpfigen Gründerteam – darunter auch Valentin Gritsch, letztes Jahr Teil unserer Top 30 unter 30 – offiziell aus der Taufe gehoben. Fuchshofer: „Wir sind eine bunte Mischung, vom Maschinenbauer bis zum Orthopäden.“
Entstanden ist besagtes Wellnessprodukt, das bereits an Pilotkunden verkauft wird. „Wir verbessern es aber auf Basis des Feedbacks laufend weiter“, so der Gründer. Die gängige Traktionstherapie diente als Vorlage: „Vieles haben wir aber für den Gebrauch zu Hause abgewandelt – schwächere Zugkräfte, leichtere Bedienbarkeit.“ Mittelfristig strebt man die Zulassung als Medizinprodukt an. Gemeinsam mit dem LKH Graz ist für das kommende Jahr eine klinische Studie zur Untersuchung der Wirksamkeit bei akuten Rückenschmerzen geplant.
Irgendwann sollen Orthopäden bei Rückenproblemen vorschlagen können: Operieren oder wollen wir zuerst das Dorsi-System probieren?

Patrick Fuchshofer
Dorsi Dynamics
Konsumenten können das Gerät anfangs gegen eine geringere Gebühr mieten und testen – bei einem Kauf wird die Miete dann gegengerechnet. Gesteuert wird über Einstellungsmöglichkeiten am Gerät selbst oder via App – sogar das genaue Zuggewicht kann hier eingestellt werden. „Da sind wir weltweit die Einzigen am Markt“, erklärt der Unternehmer. Zudem werde genau gemessen, wie viel Kraft tatsächlich benötigt wird, um die Wirbelsäule zu mobilisieren. Gleichzeitig arbeite man an einer Kooperation mit Garmin. Fuchshofer: „Die Entspannung durch den Dorsi ist messbar. Das sieht man am Stress-Level, die sogenannte Body Battery bei Garmin steigert sich teilweise um rund drei Punkte.“ Und all das soll sich noch weiter steigern, auch dank neuer Entwicklungen. Mittlerweile gibt es etwa eine erste Erweiterung des Geräts für die Halswirbelsäule, auch für Schulter, Hüfte oder Knie soll es derartige Neuerungen geben.
Das Feedback sei gut, das Interesse am Markt vorhanden. „Jetzt suchen wir Investoren, um schneller wachsen zu können“, so Fuchshofer.
QUERGEFRAGT
Was ist die Vision des Unternehmens?
Fuchshofer: Menschen mit Rückenproblemen schnelle Selbsthilfe zu Hause zu ermöglichen.
Die nächsten Ziele?
Wir wollen Investoren finden, das Produkt verbessern – und mittelfristig auch als Medizinprodukt zugelassen werden.
Größte Herausforderungen?
Überbordende Bürokratie – und damit zusammenhängend der Übergang zum Medizinprodukt.