Weizer Technik rettet Ernten für die Welt
Pessl Instruments überwacht Ernten in 85 Ländern mit smarten Wetterstationen – und plant 100.000 für Afrika, um die globale Lebensmittelversorgung zu sichern.
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Starkregen, Spätfrost, Hagel oder Überschwemmungen – Extremwetterereignisse und Unwetterkatastrophen treiben Landwirte in der Steiermark und weit darüber hinaus immer öfter zur Verzweiflung. „Durch den Klimawandel wird das an Brisanz gewinnen. Wir können das Wetter nicht ändern, aber wir können es messen und darauf reagieren“, weiß Gottfried Pessl. Er muss es auch wissen. Mit „Pessl Instruments“ bietet er innovative Wetterüberwachungssysteme an, die bessere Ernteerträge und damit global Versorgungssicherheit ermöglichen. Mittlerweile ist man in mehr als 85 Ländern aktiv, hat über 110.000 Stationen in Betrieb. Und peilt nun ein Projekt der Superlative an. Pessl: „Wir wollen 100.000 Wetterstationen in sechs Staaten in Afrika errichten.“
Wenn Landwirte über verlässliche lokale Wetterdaten verfügen, können sie intelligenter bewässern, Risiken verringern und ihre Ernten schützen.

Gottfried Pessl
CEO und Gründer Pessl Instruments
Warum Wetterstationen in Afrika?
So will man auch den dortigen Markt erobern. Gemeinsam mit Partnern vor Ort, der Österreichischen Entwicklungsbank und einigen anderen werden in den nächsten drei Jahren rund 50 Millionen in die Hand genommen – um so auch einen Beitrag zur Lebensmittelsicherheit zu leisten. „Das ist aufgrund des Klimawandels ein riesiges Thema vor Ort. Wir wollen jetzt das größte Echtzeit-Wetternetzwerk in Afrika aufbauen“, so Pessl. Die Wetterstationen werden Landwirten zu Beginn sechs Monate kostenlos zur Verfügung gestellt.
Wie rettet Pessl Ernten?
Das Projekt, für das in Südafrika eine eigene Tochtergesellschaft gegründet wurde, soll die Erfolgsgeschichte des 1984 in Weiz als Maschinenbauunternehmen gegründeten Betriebs weiterschreiben. Die unter der Marke „Metos“ vertriebenen Wetterstationen gerieten erst Jahre nach der Gründung in den Fokus – sind aber seit den frühen 2000ern Kern des Unternehmens. Heute arbeiten rund 200 Mitarbeiter für globale Versorgungssicherheit. „Wir liefern IoT-Systeme (Internet of Things, Anm.), messen, sammeln, verschmelzen Daten und liefern den Landwirten die intelligenteste Information, die damit möglich ist“, erklärt Pessl. Von Blattnässe, Temperatur, Luftfeuchtigkeit bis zum Niederschlag werden verschiedenste Aspekte erhoben und analysiert. Die Folge: besserer Pflanzenschutz vor Schädlingen, Krankheiten und Co. sowie optimale Vorbereitung auf Wetterereignisse.
„Wir können auch kilometergenau prognostizieren, wann und wo es Niederschläge geben wird“, so Pessl. Bis zu 50 Prozent an Kosten seien einsparbar, da Bewässerungen oder der Einsatz von Spritzmitteln bedarfsorientiert aufgeschoben werden oder Frost- und Hagelschutz punktgenau eingesetzt werden können. Denn bei Großbetrieben sei das Einsparungspotenzial enorm: „In Brasilien unterstützen wir einen Landwirt, der eine Fläche von 22.000 Hektar bewässert – dreimal so viel, wie österreichische Apfelbauern bewirtschaften“, so Pessl.