Zum Inhalt springen
Ein Auto mit einem Fahrer, am Bordcomputer läuft der xAgent
© AAA Agents

KI macht Autofahren produktiver

Mehr als 20 Stunden pro Woche im Auto – und kaum etwas wird effizient genutzt. Ein Grazer Start-up will das ändern.

Lesedauer: 4 Minuten

Einen Moment bitte. Ladevorgang läuft ...
0:00
Audio konnte nicht geladen werden. Erneut versuchen
0:00
0:00
Aktualisiert am 23.07.2026

Aufstehen, rein ins Auto, ab in die Arbeit. Für viele Menschen ist es damit aber nicht getan – wer im Außendienst tätig ist, spult auch in der Arbeitszeit noch unzählige Kilometer ab. Das Problem: Wirkliches Arbeiten ist in dieser Zeit schwer möglich. Bis jetzt, wenn es nach Benjamin Gigerl und seinem Start-up „AAA Agents“ geht. Das Konzept: ein personalisierter KI-Assistent für den Außendienst.

Gigerl, zuletzt auch als KI-Forscher an der Uni Graz tätig, startete 2024 als Unternehmer – anfangs mit verschiedenen KI-Kundenprojekten. Dann sei bei Gesprächen mit Firmen ein Thema immer wieder aufgekommen: „Der Außendienst muss produktiver werden“, erzählt Gigerl. „Er soll öfter beim Kunden sein, weniger Zeit im Büro verbringen. Gleichzeitig gibt es auch administrative Aufgaben – und all das bei einer enormen Leerzeit im Auto.“ Als er dann gehört habe, dass Apple ab 2026 die Verknüpfung mit externen KI-Anbietern erlaubt, sei ihm klar geworden: „Das ist ein komplett neuer Markt!“

„Es gibt noch keine Lösung, um Arbeitszeit im Auto produktiver zu machen – Modelle wie ChatGPT stoßen da an ihre Grenzen. Wir können das leisten.“

 Also habe er recherchiert, entwickelt – und sei nun mit dem Produkt „xAgent“ und bisher vier Mitarbeitern durch die Spezialisierung international Vorreiter. Das Besondere: Der Agent verknüpft sich – vorerst über Apple CarPlay, bald soll Android Auto folgen – direkt mit dem Customer Relationship Management (CRM)-System. „Wenn ich in mein Auto steige und zu einem Kundentermin fahre, kann ich mich vom Agent auf Basis der Daten im CRM optimal auf das Gespräch vorbereiten lassen“, erklärt Gigerl. Eingehende Mails können vorgelesen, wichtige Punkte aus Calls und Meetings sofort niedergeschrieben und verwertet werden. Bei Bedarf wird gleich der Innendienst mit weiteren Schritten wie einer Angebotserstellung beauftragt.  

Geworben wird mit massiver Effizienz- und Produktivitätssteigerung. „Wir gehen von einem mindestens zehnfachen Return on Investment aus“, erzählt Gigerl. Gleichzeitig biete die Lösung  auch den Mitarbeitern Vorteile: „Wenn sie Dinge während der Autofahrt erledigen können, müssen zeitkritische Aufgaben nicht mehr abends erledigt werden.“

Der Bedarf zeigt sich daran, dass schon vor dem offiziellen Launch zwölf Lizenzen verkauft wurden. Bis Ende August läuft ein vergünstigter Pre-Sale. „Dann starten wir mit dem Onboarding durch und wollen schnell wachsen“, so Gigerl. Erstes Ziel: 400 Kunden bis Jahresende. Gespräche gibt es mit namhaften Unternehmen und kleinen Betrieben in bisher fünf Bundesländern. Der Fokus liegt vorerst auf dem DACH-Raum sowie Neuseeland – wo Gigerl aufgrund früherer Forschungstätigkeiten viele Kontakte hat. Flankiert von einer SFG-Förderung und ersten Umsätzen, sucht das Team aktuell Risikokapital, um skalieren zu können: 750.000 Euro sollen bis Jahresende gesichert werden.

Quergefragt

Was ist Ihre Vision?

Gigerl: "Menschen und KI sollen nahtlos zusammenarbeiten – für mehr Produktivität und Effizienz."

Aber wieso über das Auto?

Gigerl: "Weil der Außendienst so mehr Zeit für Kunden hat  – und wir auch Mitarbeiter entlasten, die mehr Zeit für ihre Familien haben."

Die größten Herausforderungen?

Gigerl: "Genug Geschwindigkeit, ausreichend Kapital – und voller Fokus auf die richtige Nische, um global mithalten zu können."