Leobener Start-up ersetzt Baustahl durch Basaltfasern
Fiber Elements hat sich auf die automatisierte Herstellung von Basaltfasern für die Bauindustrie spezialisiert.
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Die Idee sei „organisch gewachsen“, sagt Wolfgang Fiel, Gründer und Geschäftsführer von Fiber Elements. Auf Basis von zehn Jahren in der Forschung und ausreichend Praxiserfahrung hat der gebürtige Vorarlberger am Zentrum für angewandte Technologie (ZAT) in Leoben 2023 „Fiber Elements“ gegründet.
Das Start-up hat sich auf die automatisierte Herstellung von Basaltfasern für die Bauindustrie spezialisiert. Der mineralische Baustoff soll Stahl in der Bauindustrie ersetzen. Der Vorteil: Basalt ist dreimal so stark, zwei Drittel leichter, bringt eine höhere Genauigkeit und bis zu 70 Prozent weniger CO₂-Ausstoß.
Zuletzt konnte Fiel eine Seed-Finanzierungsrunde in Millionenhöhe abschließen, um die vollständig automatisierte Produktion zu skalieren. Damit soll der Übergang von Pilotprojekten zur industriellen Großserienproduktion gelingen. „Die Nachfrage ist schon jetzt hoch“, so Fiel. Erste Projekte sind bereits realisiert. So wurde der Sockel eines Pflegeheims in Wien mit den basaltverstärkten Fassadenplatten bewehrt. Auch die Wiener Linien setzen bei einem U-Bahn-Bauprojekt auf die Fassadenplatten, im März sollen bei einer Baustelle in Vorarlberg erstmals Schallschutzwände von Fiber Elements installiert werden.
Europäische Lösung
„Die Technologie stellt einen echten Paradigmenwechsel dar“, wirbt Fiel: „Wir verbessern nicht nur bestehende Materialien, sondern schaffen eine völlig neue Kategorie von leistungsstarken, nachhaltigen Baukomponenten, die die Branche dringend benötigt.“ Das Potenzial ist enorm, steht die Bauindustrie doch unter zunehmendem Druck, sich zu dekarbonisieren. Die patentierte Basaltbeton-Innovation aus der Obersteiermark liefert entsprechende – noch dazu europäische – Lösungen. Denn der internationale Baustahl-Markt ist längst in den Händen chinesischer, südamerikanischer und indischer Konzerne. Fiber Elements verarbeitet Basalt, der aus Deutschland stammt. Für die hochautomatisierte Produktion setzt Fiel auf hochqualifizierte Mitarbeiter. Gefragt ist Know-how in den Bereichen Robotik, Automation und Materialwissenschaft – „eine spezielle Kombination, die nur schwer zu finden ist“ (Fiel). Aktuell beschäftigt er 22 Mitarbeiter, 15 davon mit akademischem Abschluss.
Die Baukomponenten aus Basaltfasern sind leistungsstark und nachhaltig.

Wolfgang Fiel
Fiber Elements