Vom Sehverlust zum Longevity-Vorreiter
Die eigene Krankengeschichte motivierte Lucas Winkler, ein Longevity-Center zu eröffnen. Innovative Therapien überzeugten auch den SK Sturm.
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Und plötzlich konnte Lucas Winkler nichts mehr sehen. „Ich war 15, als ich die Diagnose LHON erhalten habe (eine seltene Erkrankung des Sehnervs, Anm.). Innerhalb eines halben Jahres war ich praktisch blind, hatte nur noch ein Prozent Sehvermögen“, erzählt der heute 23-Jährige. Sein beruflicher Traum – Kampfsportler im Bereich MMA (Mixed Martial Arts) zu werden, auf den er bereits ein knappes Jahrzehnt hingearbeitet hatte, war gestorben. Doch der junge Steirer ließ sich nicht unterkriegen – und führt mit „Hyper Balance“ heute ein erfolgreiches Longevity-Unternehmen, mit bereits zwei Standorten.
Im Fokus: Druckkammer-Sauerstoff-Therapie. „Damit kann um bis zu 2.100 Prozent mehr Sauerstoff im Körper gespeichert werden“, erklärt Winkler. Das stärke die Mitochondrien – die sogenannten „Kraftwerke der Zellen“ –, helfe bei Überlastungen, Erschöpfung, wirke entzündungshemmend und mehr. Kombiniert mit einem gesunden Lebensstil gelang es Winkler so, sein Sehvermögen zurückzugewinnen. „Mittlerweile kann ich wieder Sport machen und meinen Alltag normal bewältigen“, erzählt er.
Was bei ihm zum Erfolg führte, bietet Winkler nun selbst an. „In meiner jugendlichen Naivität habe ich mir nach dem Schulabschluss gesagt: ‚Ich kaufe mir selbst eine Druckkammer.‘ Von Kliniken abgesehen hat es das in Österreich praktisch nicht gegeben – in Graz war ich jedenfalls der Erste“, erinnert er sich. Daneben baute Winkler eine eigene Schiene an Nahrungsergänzungsmitteln auf, die in der Steiermark produziert werden. „Das war zum Start in Summe gleich ein Investment von rund 100.000 Euro – ohne meine Eltern wäre das nicht möglich gewesen“, so der Gründer.
Was mir geholfen hat, biete ich jetzt selbst an: Wir haben Kunden mit Long Covid, aber auch Spitzensportler – etwa eine Partnerschaft mit Sturm Graz.
Lucas Winkler
Hyper Balance
Tatsächlich sei der Anfang nicht leicht gewesen: „Zu Beginn habe ich mich über einen Termin in der Woche gefreut!“ Mittlerweile sind knapp 200 in der Woche keine Seltenheit. Davor stand ein jahrelanger Verzicht auf Urlaub und ein Leben von elterlichem Taschengeld, während Freunde studierten. „Ich habe immer alles reinvestiert. Erst mit Gründung der GmbH habe ich letztes Jahr begonnen, mir als Geschäftsführer etwas auszuzahlen. Durchaus angenehm“, lacht Winkler mit Blick auf seine zwei Standorte, und drei Mitarbeiter – Tendenz steigend.
SK Sturm an Bord
Anfängliche Zweifler – „wenn man mit 19 Jahren gründet, gibt es die natürlich“ – hat Winkler mittlerweile verstummen lassen: In den zwei Standorten werden Long-Covid-Patienten genauso therapiert wie Profisportler. So ist Hyper Balance heute offizieller Partner von Sturm Graz. Winkler: „Die Spieler kommen regelmäßig – bei Verletzungen oft mehrmals die Woche – zu uns und nutzen die Druckkammer.“ Daneben biete Hyper Balance auch IHHT-Höhentraining, eine Simulation bis zu 7.000 Meter Höhe, und weitere Therapievarianten an, die sich auch kombinieren lassen.
Nun soll der nächste Schritt folgen: ein Lizenzsystem, mit Standorten in verschiedensten Städten Österreichs und darüber hinaus. Primär richtet man sich an Ärzte und Gesundheitseinrichtungen. „Wir sind schon in fortgeschrittenen Gesprächen“, so Winkler.
Quergefragt
Was ist die Vision des Unternehmens?
Winkler: Wir wollen Menschen nachhaltig helfen – ob im Sport oder bei Erkrankungen wie Long Covid.
Was sind die nächsten Ziele?
Wir haben Kunden aus Wien, München, Zürich. Deshalb wollen wir ein Lizenzsystem aufbauen, um auch diese Städte mit unserem Konzept zu erreichen.
Was sind die größten Herausforderungen?
Passende und authentische Mitarbeiter zu finden.