Villa Schönfeld in Kirchbichl
© Renderkunst

Bei Cocoon Architektur steht der Mensch im Mittelpunkt

Wohnräume zu gestalten ist die Passion von Veronika Hackl-Pedrini. Mit ihrem Team plant die Architektin und Bauträgerin Neu-, Um- und Zubauten. Die Gemeinnützigkeit ist der Unternehmerin ein großes Anliegen. Worauf die WK-Funktionärin darüber hinaus noch großen Wert legt, hat sie uns bei einem Besuch erzählt.

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Aktualisiert am 16.01.2024

Manchmal muss der richtige Zeitpunkt im Leben kommen. So war es bei Veronika Hackl-Pedrini und ihrem Schritt in die Selbstständigkeit. In Innsbruck und in den USA studierte die Tirolerin Architektur. Anschließend arbeitete sie einige Jahre in verschiedenen Architekturbüros. „Nach meiner Ziviltechnikerprüfung absolvierte ich auch die Baumeister- und Bauträgerprüfung und leitete einige Jahre die Planungsabteilung eines gemeinnützigen Bauträgers. Als meine beiden Kinder zum Studium nach Wien übersiedelten, habe ich die Chance genützt und noch einmal eine große Veränderung gewagt: Ich habe mich selbstständig gemacht. Seit über 11 Jahren arbeite ich nun als selbstständige Architektin und seit einigen Jahren auch als Bauträgerin in Innsbruck“, beschreibt die Unternehmerin.

Das Team von Cocoon ist vor allem im Wohnbau tätig, egal ob sozialer, gewerblicher oder privater Wohnbau. Geplant werden sowohl Neubauten als auch Um- und Weiterbauten am Bestand und Sanierungen. „Unsere Liebe gilt auch der Planung von Inneneinrichtungen, Möbelentwürfen und Schwimmbädern bis hin zur Gestaltung von Gräbern. Für mich ist es wichtig, den Menschen mit all seinen Bedürfnissen immer im Mittelpunkt meiner Arbeit zu sehen. Das zieht sich vom städtebaulichen Konzept über die Gestaltung der Baukörper bis hin zum funktionellen und ästhetischen Entwurf der Inneneinrichtung“, hebt Hackl-Pedrini hervor, die auch Ausschussmitglied in der Landesinnung Bau der Tiroler Wirtschaftskammer ist. 

Veronika Hackl-Pedrini Funktionärssteckbrief Veronika Hackl-Pedrini
Was hat Sie dazu motiviert, Funktionärin zu werden?
Nachdem das Baugewerbe von Männern dominiert wird, finde ich es wichtig, dass wir uns Frauen auch eine Stimme geben. Ich wurde gefragt, ob ich es mir vorstellen könnte, im Ausschuss mitzuarbeiten. Inzwischen sind wir schon drei Frauen und das freut mich.

Worauf sind Sie in Ihrer Funktionärstätigkeit stolz?
Stolz bin ich auf unseren Innungsmeister DI Anton Rieder, der diese Funktion so viele Jahre mit großem persönlichen Einsatz, viel Enthusiasmus und Geschick erfüllt hat.

Welche Ziele verfolgen Sie als Funktionärin?
Mein Wunsch wäre mehr Weiblichkeit im Baugewerbe. Nicht nur in der Planung und Statik, sondern auch in der Bauleitung, vielleicht sogar in der Ausführung. Das ist leider kein Ziel, welches ich verfolgen kann, aber ein Wunsch.

Aktuelle Projekte

Die Liste der aktuellen Projekte von Cocoon Architektur ist breit gefächert: Soziale Wohnbauten sind in Jenbach und Umhausen derzeit in Bau, ein weiterer sozialer Wohnbau wird in Mutters gerade fertig gestellt. Darüber hinaus steht die Planung eines Um- und Weiterbaus eines Bestandsgebäudes auf der Agenda der Unternehmerin. Die Architektin engagiert sich auch in der Vinzenzgemeinschaft und dort entstand die Idee, ein eigenes Vinzidorf – Unterkünfte für Obdachlose – zu planen.

Kirchlergründe in Jenbach
© Wohnbaugenossenschaft Frieden Kirchlergründe in Jenbach, Wohnbaugenossenschaft Frieden

„Jedes Projekt versuche ich bestmöglich zu lösen und dafür gehe ich mit jedem Bauvorhaben eine ,Beziehung‘ ein. In den letzten Jahren sind mir zwei Häuser besonders ans Herz gewachsen. In einer engen Gasse in Hötting wurde das verfallene Bestandshaus durch ein neues Wohnhaus in der exakt gleichen Größe ersetzt. Nicht nur die Planung gestaltete sich mehr als herausfordernd, sondern auch die Umsetzung auf engstem Raum barg einige gehörige Überraschungen. Doch nun bietet das Haus neuen Wohnraum für mehrere Parteien und ich freue mich jedes Mal, wenn ich vorbeifahre und den einst leeren Ort wiederbelebt sehe. Das zweite Projekt war eine Revitalisierung und der Weiterbau einer alten, großen Bestandsvilla, welche längere Zeit leer stand“, sagt Hackl-Pedrini und ergänzt: „Desolate Bauwerke wieder zurück ins Leben zu holen, dabei die Geschichte des Gebäudes zu bewahren und neue Räume zu schaffen, ist für mich eine sehr reizvolle und vor allem auch nachhaltig sinnvolle Aufgabe.“

An der Leiten in Vomp, Wohnbaugenossenschaft Frieden
© G. Wett An der Leiten in Vomp, Wohnbaugenossenschaft Frieden

Blick in die Zukunft

Die immer komplexer werdenden Rahmenbedingungen machen der Architektin die Arbeit oft schwierig. „Aber die Freude derer zu erleben, die ihren neuen Wohnraum beziehen und zu sehen, dass die geplanten Begegnungszonen tatsächlich das Gemeinschaftsgefühl aufleben lassen oder dass der wiederbelebte Altbestand bei den Besitzer:innen Begeisterung auslöst, wiegt dann alle Mühen wieder auf. Es geht dabei nicht um Selbstverwirklichung, sondern darum, seine Arbeit und seine Kreativität in den Dienst der Gemeinschaft und den Nutzerinnen und Nutzern zu stellen“, ist Hackl-Pedrini zutiefst überzeugt und führt weiter aus: „Für die Zukunft wünsche ich mir eine Vereinfachung der Bebauungsregeln, kürzere Verfahrensdauern und vor allem eine Änderung der Finanzpolitik, sodass die Baubranche wieder Zukunft hat.“ 

Weitere Infos unter: www.cocoon-architektur.at