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Junge Fachkraft beim Bestücken eines Tellers
© Kranewitter

Genusswissen, das im Tal bleibt

Ötztaler Genussbotschafter: Lehrlinge entdecken regionale Produkte. Betriebsübergreifende Ausbildung stärkt Betriebe und Region.

Lesedauer: 1 Minute

28.09.2026

Seit Herbst 2019 bringt die Ausbildung zum „Genussbotschafter Ötztal“ Lehrlinge und interessierte Mitarbeiter:innen aus Gastronomie, Hotellerie und Tourismus mit Produzent:innen im Tal zusammen. Mittlerweile haben 30 Lehrlinge aus heimischen Betrieben die Zusatzqualifikation abgeschlossen.

Das Besondere daran: Die Genussbotschafter sind ein Beispiel für einen gelungenen Ausbildungsverbund. Dabei findet Ausbildung nicht ausschließlich im eigenen Lehrbetrieb statt. Mehrere Betriebe und Partner bringen ihre unterschiedlichen Kompetenzen ein und ermöglichen den Lehrlingen Einblicke, die ein einzelner Betrieb in dieser Vielfalt kaum abdecken könnte.

Im Ötztal führt dieser gemeinsame Ausbildungsweg quer durch die Region. Vom Bauernhof geht es in die Backstube, von der Alm in die Käserei und weiter in die Küche. Die Teilnehmer:innen lernen regionale Produkte wie Ötztaler Bergschaf, Fisch, Käse, Brot, Obst und Kräuter kennen und erfahren unmittelbar, wie diese erzeugt und verarbeitet werden.

Wissen aus der Region weitergeben

„Wir haben in der Ausbildung festgestellt, dass wir den Lehrlingen Wertschätzung und einen Mehrwert mitgeben müssen“, bringt Philipp Stohner von der WIFI Genussakademie Tirol einen wesentlichen Gedanken der Ausbildung auf den Punkt.

Neben praktischen Verarbeitungstechniken stehen deshalb auch der Natur- und Kulturraum des Ötztals, traditionelle Esskultur und der bewusste Umgang mit Ressourcen auf dem Programm. Kommunikation und Gästegespräch spielen ebenfalls eine wichtige Rolle. Denn wer die Besonderheiten der Region kennt, kann diese auch authentisch an Gäste weitergeben.

Das kommt wiederum den Betrieben zugute. Genussbotschafter bringen zusätzliches Produktwissen und neue Kompetenzen mit und können regionale Kulinarik vom Ursprung bis zum Teller vermitteln. „Die Lehrlinge, die am Programm teilnehmen, bringen frisches Know-how und Motivation in ihre Betriebe“, erklärt Lebensraum-Ötztal-Manager Raphael Kuen.

Ausbildungsverbünde stärken die Lehre

Die Ötztaler Genussbotschafter zeigen damit, wie betriebsübergreifende Ausbildung die klassische Lehre ergänzen kann. Lehrlinge lernen unterschiedliche Betriebe, Arbeitsweisen und Fachbereiche kennen. Gleichzeitig vernetzen sich Ausbildungsbetriebe, Produzenten und weitere Partner:innen miteinander.

Solche zwischen- und überbetrieblichen Ausbildungsmaßnahmen können unter bestimmten Voraussetzungen auch finanziell gefördert werden. Dazu zählen verpflichtende Ausbildungsverbundmaßnahmen aber auch freiwillige berufsbezogene Zusatzausbildungen. Damit können Lehrbetriebe ihren Lehrlingen zusätzliche Qualifikationen ermöglichen und gleichzeitig einen Teil der damit verbundenen Ausbildungskosten abfedern.

Für das Ötztal geht der Nutzen noch darüber hinaus. Regionales Wissen wird an die nächste Generation von Fachkräften weitergegeben, heimische Produkte werden sichtbarer und die Zusammenarbeit zwischen Landwirtschaft, Lebensmittelproduktion, Gastronomie und Tourismus wird gestärkt.

So ist aus einer Zusatzqualifikation ein Ausbildungsmodell entstanden, von dem Lehrlinge, Betriebe und die gesamte Region profitieren.

Weitere Infos:
Ötztaler Genussbotschafter:innen