Topo GmbH bietet integriertes System für Textilveredler
Wie aus einer Idee ein Unternehmen wurde, davon weiß Mateo Leitner zu erzählen. Er und sein Team der Topo GmbH in Hall in Tirol haben ein Textilveredler-Betriebssystem entwickelt. Darüber hinaus arbeitet der Jungunternehmer als Funktionär in der WK Tirol mit.
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Das Unternehmertum wurde Mateo Leitner schon in die Wiege gelegt: Seine Eltern führen eine Firma in der Textilveredelungsbranche. „Als Kind hat es mich sehr interessiert, was meine Eltern machen. Ich war oft im Geschäft und habe ins Arbeiten hineingeschnuppert. Auch während meines Studiums habe ich dort gearbeitet“, beschreibt der Jungunternehmer aus Volders. Er absolvierte am MCI in Innsbruck das Studium Wirtschaft & Management und an der FH Wien das Masterstudium Handelsmanagement.
„Am Anfang stand die Idee, eine projektbasierte Software zu entwickeln. Die Textilveredelungsbranche ist bis heute stark geprägt von analogen Abläufen. Manuelle Prozesse, uneinheitliche Datenstrukturen und fehlende Systemlandschaften erschweren Effizienz und Wachstum, besonders für KMU. Der Ausgangspunkt war die Entwicklung einer Software, die Betriebe bei Angebotslegung, Auftragsabwicklung und Organisation unterstützen sollte“, beschreibt Leitner die Anfänge seines eigenen Unternehmens Topo GmbH.
Da er kein Software-Entwickler, sondern Betriebswirt ist, suchte Leitner nach starken Partnern. Die Südtiroler Firma Durst signalisierte Interesse und er wurde von Christian Casazza, dem Leiter des Kundenservice und Geschäftsführer der Durst Software Development, zu einem Pitch eingeladen. „Es war ein Pitch, wie man ihn aus dem Fernsehen vielleicht kennt. Ich hatte fünf Minuten Zeit, um meine Idee und Vision zu präsentieren. Es ist mir geglückt, den CEO und Miteigentümer der Durst Group AG Christoph Gamper von meiner Idee zu überzeugen und so hatte ich meinen Investor gefunden“, ist der Jungunternehmer noch heute froh. In weiterer Folge stellte Durst einen Projektmanager sowie Entwickler zur Verfügung. Damit war der Startschuss für die Softwareentwicklung gefallen. Marktreif war die erste Version der Software schließlich im Februar 2025.
Die strategische Wende
„Während der Entwicklungsphase reifte eine zentrale Entscheidung: Die projektbasierte Software alleine würde die strukturellen Probleme der Branche nicht lösen. Wir haben erkannt, dass man Prozesse nicht digitalisieren kann, wenn sie im Unternehmen selbst nicht klar existieren“, fasst der Unternehmer zusammen. Gemeinsam mit L-Shop Austria entschied sich Leitner daher, ein standardisiertes Betriebssystem für Textilveredler zu entwickeln.
Herausgekommen ist „LAIMS“, das Produktdatenmanagement, Angebotslegung, Vetrieb, Logistik und Abrechnung strukturiert abbildet. Ziel ist es, Betrieben erstmals ein klares digitales Prozessgerüst zur Verfügung zu stellen, auf dessen Basis sie ihr Abläufe aufbauen und weiterentwickeln können.
Mittlerweile umfasst die Topo GmbH drei verschiedene Geschäfts-Einheiten: Topo Software, Topo Textil und Topo Agency. „Topo Software verantwortet die Entwicklung, Wartung und laufende Weiterentwicklung von LAIMS. Gleichzeitig bieten wir seit Kurzem auch gezielte Individualentwicklungen für unsere Kundinnen und Kunden an“, unterstreicht Leitner. Topo Textil bildet den Ursprung des Unternehmens und bleibt zentraler Bestandteil der Gruppe. In diesem Bereich werden Unternehmen, Vereine und der Handel mit Textilien ausgestattet. Und die Topo Agency deckt Leistungen in den Bereichen E-Commerce, SEO/SEA, Social-Media-Konzepte, Webentwicklung sowie Grafik und Design ab.
Unterstützt wird Leitner dabei von einer Mitarbeiterin und vier Mitarbeitern. „Wir machen wirklich viel und es war von Anfang an nicht absehbar, wohin die Reise führt. Ohne die Firma Durst und meinen Mentor Christian Casazza wäre das auch nie möglich gewesen“, ist sich Leitner sicher.
Die Branche mitgestalten
Mateo Leitner ist nicht nur Unternehmer, sondern engagiert sich in der Wirtschaftskammer Tirol auch als Funktionär für seine Branche. Seit März 2025 arbeitet er im Ausschuss des Landesgremiums Versand-, Internet -und allgemeiner Handel mit. „Dass ich in den Ausschuss gewählt wurde, war für mich wirklich überraschend, aber sehr erfreulich. Mir war es wichtig, einen Einblick in die Tätigkeiten der Wirtschaftskammer zu bekommen. Das ist mir gelungen“, fasst der Betriebswirt zusammen. Auf die Frage, welche Ziele er in seiner Funktionärstätigkeit verfolgt, hat Leitner sofort eine Antwort parat: „Wir brauchen mehr Unternehmergeist und bessere Rahmenbedingungen für junge Gründerinnen und Gründer. Gerade im digitalen Bereich liegt enormes Potenzial, das wir als Standort besser nützen müssen.“
Weitere Infos: www.topo-gmbh.com
Das Landesgremium Versand-, Internet- und allgemeiner Handel
Mitglieder in Tirol: 2.134
Gremialobmann: Markus Schwarzenberger
Gremialobmann-Stellvertreter: Dominik Jenewein, Helmut Zaggl
Ziele für die Funktionsperiode 2025-2030:
1. Stärkung des E-Commerce Standorts Tirol durch maßgeschneiderte Serviceangebote, Förderungen, Netzwerkevents und Exkursionen. Auf Basis des 2. Tiroler E-Commerce Barometers (Umfrage) werden die Angebote zielorientiert weiterentwickelt.
2. Abbau von Bürokratie und Einsatz für einen fairen Wettbewerb im Onlinehandel: Wir fordern strengere Kontrollen für internationale Onlinemarktplätze, das Vorziehen der EU-Zollreform und eine Vereinfachung der Zollabwicklung. Gesetze mit weiteren bürokratischen Belastungen und Mehrfachregulierungen müssen verhindert werden.
3. Stärkung und Förderung des Lehrberufs E-Commerce Kaufmann/-frau durch zahlreiche Initiativen und Projekte (u.a. Förderung von Lehrbüchern und Exkursionen, PR-Kampagnen, Roadshow usw.)
4. Diverse Projekte für die Berufsgruppen Zoofachhandel, Werbeartikelhandel, Altwarenhandel und allgemeiner Handel