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Detailansicht von 10-, 20-, 50-, 100-, 200- und 500-Euro-Geldscheinen in einem Fächer angeordnet, auf denen verschiedene Euromünzen liegen.
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Warum ein Medianwert alleine nicht reicht

Ein Medianwert über alle Branchen greift zu kurz. Faire Einkommensvergleiche gelingen nur innerhalb der Branchen.

Lesedauer: 1 Minute

Aktualisiert am 29.07.2026

Einmal im Jahr wird über die Einkommen in den Bundesländern diskutiert. Für Tirol weist der jüngste Vergleich des Dachverbands der Sozialversicherungsträger ein monatliches Brutto-Medianeinkommen von 3.441 Euro aus. Der Österreich-Schnitt liegt bei 3.651 Euro. Der Medianwert zeigt jenes Einkommen (inkl. Sonderzahlungen), bei dem die Hälfte der Beschäftigten darüber und die Hälfte darunter liegt.

Für WK-Präsidentin Barbara Thaler ist klar: Diese Zahl darf man nicht isoliert betrachten. „Ein Medianwert über alle Branchen hinweg ist ein grober Kompass, aber noch keine genaue Karte. Wer wissen will, wie Tirol wirklich dasteht, muss die einzelnen Branchen vergleichen“, so Thaler.

Der Branchenblick zählt

Der Grund ist einfach: Tirol hat nicht dieselbe Wirtschaftsstruktur wie Wien, Oberösterreich oder das Burgenland. In jedem Bundesland sind die Branchen unterschiedlich stark vertreten. Genau das wirkt sich auf einen Gesamt-Medianwert aus. Er sagt nicht, wie Tirol bei vergleichbaren Tätigkeiten innerhalb einzelner Branchen abschneidet. 

Jedes Jahr wandert dieselbe Zahl durch die Schlagzeilen – selten die Frage, wie sie eigentlich entsteht. Blickt man in einzelne Branchen, zeigt sich ein differenzierteres Bild. In der Baubranche liegt Tirol zum Beispiel mit einem monatlichen Medianeinkommen von 4.367 Euro hinter Vorarlberg auf Platz zwei. Im Tourismus erreicht Tirol mit 2.976 Euro sogar den ersten Platz im Bundesländervergleich. Auch im Handel und in der Herstellung von Waren liegt Tirol im soliden Mittelfeld. „Diese Beispiele zeigen: Eine einzelne Zahl reicht nicht aus, um den Tiroler Arbeitsmarkt zu erklären. Wer seriöse Schlüsse ziehen will, muss genauer hinschauen und die Einkommen dort vergleichen, wo Tätigkeiten und Branchenstrukturen tatsächlich vergleichbar sind. Wer nur die Durchschnittstemperatur misst, weiß nicht, in welchem Zimmer geheizt wird“, so Thaler.

Breiter Mix macht widerstandsfähiger

Zum Gesamtbild gehört auch der Blick auf die Beschäftigung. Tirol verzeichnete Ende Juni mit 3,7 % die niedrigste Arbeitslosenquote aller Bundesländer. Der Österreich-Schnitt lag bei 6,9 %.

Für Thaler zeigt das: Die breite Wirtschaftsstruktur Tirols bringt nicht nur Unterschiede im Einkommensvergleich mit sich, sondern auch Stabilität. „Der gleiche Branchenmix, über den beim Einkommen diskutiert wird, sorgt in Tirol für viele Arbeitsplätze, hohe Beschäftigung und Stabilität in den Regionen. Eine breite Wirtschaftsstruktur macht einen Standort krisenfester“, betont die WK-Präsidentin.

Einkommensvergleich nach Branchen
© WK Tirol Blickt man auf den Einkommensvergleich in einzelnen Branchen, schneidet Tirol vielfach überdurchschnittlich gut ab. In der Baubranche liegt Tirol zum Beispiel auf Platz zwei, im Tourismus sogar auf dem ersten Platz unter allen Bundesländern.



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