Nachhaltigkeit im Unternehmen verankern
Wirtschaftliche Ziele mit ökologischen und sozialen Faktoren in Einklang bringen
Lesedauer: 5 Minuten
Nachhaltigkeit geht über den Schutz der Umwelt hinaus
Nachhaltig wirtschaftende Unternehmen bringen ökologische und soziale Faktoren sowie wirtschaftliche Ziele in Einklang. Immer häufiger hört man in diesem Zusammenhang den Begriff „ESG“, der sich auf die Faktoren Environmental, Social und Governance bezieht.
Die daraus resultierende Themenvielfalt meistern Sie am besten Schritt für Schritt. Denn beim Thema Nachhaltigkeit gilt es, Verpflichtungen zu erfüllen und Chancen frühzeitig wahrzunehmen.
Leitfaden: Nachhaltiger wirtschaften in fünf Schritten
Schritt 1: Bewusstsein innerhalb Ihres Unternehmens schaffen
Um Nachhaltigkeit innerhalb Ihres Unternehmens zu leben, sollte sich die Geschäftsführung zu nachhaltigem Wirtschaften bekennen und dies auch konsequent vorleben. Zudem sollten Sie möglichst frühzeitig festlegen, wer das Thema Nachhaltigkeit innerhalb Ihres Unternehmens strategisch und operativ vorantreibt.
Um Nachhaltigkeit langfristig in der Unternehmenskultur zu verankern, bedarf es der Bereitschaft und aktiven Beteiligung aller Mitarbeitenden. Binden Sie diese deshalb möglichst frühzeitig und konsequent ein.
Bauen Sie internes Nachhaltigkeits-Know-how in Ihrem Unternehmen auf. Hierfür gibt es unter anderem folgende Möglichkeiten:
• Aus- und Weiterbildung
• (geförderte) Beratung
• Webinare
Schritt 2: Evaluieren, wie nachhaltig Ihr Unternehmen / Ihr Umfeld bereits ist
Die Bereiche Umwelt, Soziales und Unternehmensführung (auch ESG) nehmen zunehmend Einfluss auf die Vergabe von Aufträgen, Finanzierungen sowie Fördergeldern. Aber auch gesetzliche Nachhaltigkeitsvorschriften führen zu mehr Transparenz entlang der Wertschöpfungskette.
Überlegen Sie sich deshalb im Vorfeld, wer die Anspruchsgruppen (Stakeholder:innen) Ihres Unternehmens sind (z.B. Kund:innen, Mitarbeiter:innen, Lieferant:innen). In diesem Zusammenhang sollten Sie klären, welche Daten bzw. Informationen für diese Stakeholder:innen relevant sind. Ein wesentliches Erfolgskriterium für nachhaltiges Wirtschaften ist die Verlässlichkeit bzw. Konsistenz Ihrer Daten. Überlegen Sie sich deshalb frühzeitig, wie Sie die Daten beschaffen und kontrollieren können.
Verschaffen Sie sich einen groben Überblick über den aktuellen Nachhaltigkeitsstatus Ihres Unternehmens.
• Nachhaltigkeits-Check starten
Ausgehend von diesem groben Überblick sollten Sie verfügbare Daten strukturiert sammeln. Mithilfe unseres Klimaportals können Sie Ihre betriebliche Klimabilanz für die Bereiche Energie, Mobilität & Transport, Materialien und Abfall erstellen.
• Betriebliche Klimabilanz erstellen
Schritt 3: Ziele setzen und Maßnahmen ableiten
Nach der Bestandsaufnahme sollten Sie Ihre Ziele für nachhaltiges Wirtschaften festlegen. Hierfür eignet sich unter anderem die SMART-Methode:
- spezifisch
- messbar
- attraktiv
- realistisch
- terminiert
Es gibt unterschiedliche Möglichkeiten, um Ihre Nachhaltigkeitsziele zu erreichen. So können Sie beispielsweise einen aktiven Beitrag zur Kreislaufwirtschaft leisten, auf nachhaltige Mobilitätslösungen umsteigen oder die Energieeffizienz Ihres Unternehmens steigern.
Zu den HandlungspotenzialenMit dem Nachhaltigkeits-Check können Sie in wenigen Schritten Ihren individuellen Maßnahmenplan für alle drei ESG-Bereiche erstellen. Für die erfolgreiche Umsetzung der Maßnahmen können Sie zudem konkrete Verantwortlichkeiten und Fristen festlegen.
• Nachhaltigkeits-Check starten
Darüber hinaus gibt es zahlreiche Beratungs- und Förderangebote, die Ihnen helfen, Nachhaltigkeitsziele zu formulieren und umzusetzen.
• Förderungen und Berater:innen finden
Schritt 4: Fortschritte intern und extern kommunizieren
Ihren aktuellen Status in Bezug auf nachhaltiges Wirtschaften sollten sie glaubwürdig und transparent kommunizieren. Ökolabels und Zertifizierungen durch unabhängige Dritte können helfen, Erfolge zu belegen. Aber auch Auszeichnungen für vorbildhafte unternehmerische Nachhaltigkeit wie der TRIGOS können das Vertrauen in Ihr Unternehmen stärken.
Um alle in Schritt 2 definierten Stakeholder zu erreichen, sollten Sie frühzeitig ein Kommunikationskonzept erstellen. Neben Ihren bestehenden Kommunikationsmaßnahmen können Sie auch freiwillig einen Nachhaltigkeitsbericht erstellen.
In Bezug auf die Nachhaltigkeitskommunikation gilt es zu beachten, dass die EU bereits aktive Schritte gegen Greenwashing eingeleitet hat.
Nutzen Sie das Klimaportal auch für die Nachhaltigkeitskommunikation. Denn das Tool umfasst grafische Darstellungen zur Darstellung des Status Quo sowie einen Klimaindikator mit Ihren individuellen Reduktionszielen in Richtung Klimaneutralität.
• Klimabilanz erstellen
Schritt 5: Managementsystem etablieren
Compliance-Management-Systeme
Compliance bedeutet, Gesetze, Vorschriften und interne Regeln einzuhalten. Mithilfe eines Compliance-Management-Systems (CMS) können Sie
- Fehler vermeiden
- Unternehmen und Mitarbeitende vor rechtlichen Problemen schützen
- Vertrauen nach innen und außen stärken
- Glaubwürdigkeit stärken und Reputation schützen
Die Bundessparte Handel der WKÖ hat ein „Compliance Tool“ entwickelt. Anhand dieses Tools sehen Sie am Beispiel Handels, wie Compliance Schritt für Schritt umgesetzt werden kann.
Zum Compliance Tool
Umweltmanagementsysteme
Managementsysteme in den Bereichen Umwelt und Nachhaltigkeit helfen Ihnen, dabei
- den Überblick zu behalten und Verbesserungsmaßnahmen abzuleiten
- Anforderungen und definierte Prozesse einzuhalten
Umweltmanagementsysteme wie ISO 14001 oder EMAS erleichtern Ihrem Unternehmen die Transformation zu mehr Nachhaltigkeit:
- ISO 14001 − Umweltmanagementsystemnorm
Mithilfe der international geltenden Norm können Sie betriebliche Umweltleistungen verbessern, rechtliche Verpflichtungen erfüllen und Umweltziele erreichen. Die Norm hilft Ihnen zudem dabei, Maßnahmen zu planen, durchzuführen und zu verbessern. - EMAS
Durch das Umweltmanagementsystem der Europäischen Union kann Ihr Unternehmen einen individuellen Ist-Bericht, eine passende Zielsetzung wie auch eine geplante Umsetzung erstellen. Dieses Managementsystem hat die Bestandteile der ISO 14001 im Aufbau verankert.
Das Anwenden solcher Managementsysteme erfordert spezifisches Know-how. Falls Sie dieses in Ihrem Betrieb erst aufbauen müssen, können Sie sich externe Unterstützung holen.
• Zu den Beratungs- und Förderangeboten
Webinare für nachhaltige Unternehmensführung
In diesem Abschnitt finden Sie unsere bisherigen Webinare für nachhaltige Unternehmensführung.
Besuchen Sie unsere österreichweite Webinar-Übersicht für nachhaltiges Wirtschaften. Die Themenpalette reicht von Richtlinien & gesetzliche Verpflichtungen über Services & Tools bis hin zu konkreten Handlungsempfehlungen.
• Für kommende Webinare zu aktuellen Nachhaltigkeitsthemen anmelden
• Vergangene Webinare flexibel nachsehen oder in den Präsentationsunterlagen schmökern
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Auch die unten angeführten Links zu WKO externen Websites enthalten Infos und Services zu unternehmerischer Nachhaltigkeit