Zum Inhalt springen
Tankstelle
© photowahn | stock.adobe.com

NÖ Energiehandel klar gegen Verbote der kontinuierlichen Preisanpassung

„Eine Erhöhung an nur drei Tagen in der Woche bringt niemandem einen Vorteil“, stellt Oliver Eisenhöld, Obmann des Energiehandels in der Wirtschaftskammer NÖ (WKNÖ), klar.

Lesedauer: 1 Minute

Einen Moment bitte. Ladevorgang läuft ...
0:00
Audio konnte nicht geladen werden. Erneut versuchen
0:00
0:00
Aktualisiert am 13.03.2026

„Der Beschluss des Ministerrates erfolgte ohne Rücksprache mit den Stakeholdern und zieht den Unmut aller nach sich – außer des Finanzministers, der aufgrund der erhöhten Mineralölpreise sich auf erhöhte Steuereinnahmen freuen darf“, übt Oliver Eisenhöld, Obmann der NÖ Energiehandels, Kritik am Zustandekommen des Beschlusses.

Auch ein Vergleich mit früheren Regelungen sei aus Sicht des Energiehandels nicht zulässig. „Die Einführung der Standesregeln für Tankstellenbetreiber über den Zeitpunkt der Preisauszeichnung für Treibstoffe bei Tankstellen am 1.1.2011, dass eine Preiserhöhung an jedem Tag nur um 12 Uhr zulässig wäre, ist nicht mit der jetzigen Situation zu vergleichen. Eine damalige Preisdämpfung ist daher nicht zu thematisieren“, betont Eisenhöld.

Preisänderungen lassen sich im Einkauf nicht abfangen

Die aktuellen Einschränkungen hätten vielmehr gegenteilige Effekte: „Die Einschränkung, aktuell nicht mehr täglich erhöhen zu können, bedeutet, dass die wahrscheinlichen Preiserhöhungen vorab einkalkuliert werden müssen, da die Marge aufgrund der hohen Besteuerung zu gering ist, um Preisänderungen im Einkauf abfangen zu können.“

Kraftstoffe zählen in Österreich zu den am höchsten besteuerten Produkten. Benzin ist mit rund 53 Prozent, Diesel mit rund 49 Prozent belastet. Hinzu kommen 20 Prozent Umsatzsteuer sowie die CO₂-Bepreisung in Höhe von zusätzlich 39,7 Cent pro Liter Diesel beziehungsweise 48,2 Cent pro Liter Superbenzin.

Zudem weist Eisenhöld darauf hin, dass die Bruttomarge nicht mit dem Gewinn gleichzusetzen ist. Von der Marge müssen unter anderem Transportkosten, Investitionen, Betriebskosten sowie Lagerkosten gedeckt werden. „Dem Mineralölhandel bleibt beim Tankstellengeschäft oft weniger als ein Cent pro verkauftem Liter Kraftstoff übrig“, erklärt der Obmann.

Weder Nutzen für Tankstellenbetreiber noch Endverbraucher

In Österreich sind rund 52 Prozent der Tankstellen nicht Major Branded und werden überwiegend von familiengeführten KMU-Betrieben geführt. Diese Betreiber müssen weiterhin bei der Industrie zu sich mehrmals täglich ändernden Konditionen einkaufen. „Ein Abfedern der Preisschwankungen auf den Börsen zu Lasten des Handels wird dieser nicht lange überleben“, warnt Eisenhöld und betont: „Diese Maßnahme bringt weder für die Tankstellenbetreiber noch für den Endverbraucher – Unternehmer wie Konsumenten gleichermaßen – einen Nutzen.“

Oliver Eisenhöld
© Andreas Kraus Oliver Eisenhöld, Obmann des Energiehandels in der Wirtschaftskammer NÖ

Foto-Download