NÖ Industrie sorgt sich um Forschungsprämie
Neue Regelung droht Prämienvolumen zu halbieren – WKNÖ-Industriespartenobmann Schwarzl drängt auf Rücknahme: „Beeinträchtigt Innovationen, die unsere Unternehmen gut brauchen können“
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Für Irritationen und Kritik bei Niederösterreichs Industrie sorgt eine neue Forschungsprämienverordnung des Finanzministeriums. Denn gemäß einer dazu erst Ende Jänner unter dem Punkt „marktnahe Forschung“ öffentlich gewordenen Information dürfen Material und Rohstoffe, die für Forschung und Entwicklung eingesetzt werden, ab 2026 nicht mehr für die Forschungsprämie berücksichtigt werden, wenn daraus Produkte entstehen, die ohne vorherige Eigennutzung vermarktet werden. Im Klartext: Werden aus Forschungsmaterialien Produkte für den Verkauf, gibt es keine Prämie mehr. „Das ist völlig kontraproduktiv, hemmt Forschungsaktivitäten in den Betrieben und beeinträchtigt damit Innovationen, die unsere Unternehmen und der gesamte Wirtschaftsstandort gut brauchen können“, kritisiert WKNÖ-Industriespartenobmann Helmut Schwarzl. Er appelliert, diesen Passus ersatzlos aus der Verordnung zu streichen.
Letztlich müsse Forschung in Unternehmen immer auf den Markt ausgerichtet sein, alles andere wäre widersinnig, argumentiert der WKNÖ-Industriespartenobmann. Expertenberechnungen zufolge könnte die Regelung Prämienrückgänge um bis zu 50 Prozent bedeuten. „Die Bundesregierung hat sich in ihrer Industriestrategie klar zur Positionierung Österreichs als starker Forschungsstandort, sowie zur Forschungsprämie als echtem Standort-Vorteil bekannt und weniger Bürokratie rund um die Prämie angekündigt“, betont Schwarzl. „Das ist der richtige Weg, der nicht durch neue Hemmschuhe beeinträchtig werden darf.“
Zurücknahme des Punktes der "marktnahen Forschung" in der Forschungsprämienverordnung - WKO