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© cleanhillstudios

UBIT NÖ Jahresauftakt "Per­spek­ti­ve '26" im Haus der Digitalisierung

Lesedauer: 3 Minuten

Aktualisiert am 15.01.2026

Wie wirken sich die US-Zoll­schranken auf unseren Wirtschafts­standort aus?

Beim diesjährigen Jahresauftakt der Fachgruppe UBIT NÖ in Tulln lieferte der renommierte Ökonom Harald Oberhofer eine fundierte Analyse zur aktuellen US-Handelspolitik und skizzierte klare Handlungsfelder für Europa.

Der Einladung ins Haus der Digitalisierung folgten zahlreiche Mitglieder und Gäste, um aus erster Hand Einblicke in die geopolitischen Entwicklungen zu erhalten. Dr. Harald Oberhofer (WIFO/WU Wien) beleuchtete in seinem Impulsvortrag die ökonomischen Realitäten hinter der Rhetorik der US-Zollpolitik.

Analyse: Zwischen Anspruch und Realität

Oberhofer legte dar, dass viele der mit der Zollpolitik verbundenen Erwartungen kritisch hinterfragt werden müssen. Die Daten der letzten Jahre zeigen, dass das „Märchen“ von signifikanten Mehreinnahmen durch Zölle in der Praxis nicht standhält. Vielmehr sind rückläufige Beschäftigungszahlen in der US-Industrie zu beobachten, und viele im Wahlkampf angekündigte Ziele erweisen sich in der Umsetzung als schwer erreichbar.

Handlungsoptionen für ein starkes Europa

Im anschließenden Talk mit Eva Weissenberger wurden die Auswirkungen auf die europäische und österreichische Wirtschaft vertieft. Oberhofer plädierte für eine proaktive europäische Strategie:

  • Stärkung von Handelsabkommen: Eine Intensivierung der Partnerschaft mit Kanada sowie der soeben erfolgte Abschluss des Mercosur-Abkommens seien wesentliche und wichtige Schritte, um neue Märkte zu sichern.
  • Strukturelle Reformen: Ein konsequenter Abbau der Bürokratie und der Kompass für Wettbewerbsfähigkeit sind ein erster Schritt.
  • Vom Labor zum Markt: Europa müsse mehr Risikokapital für Scale-ups mobilisieren, um exzellente Grundlagenforschung effizient in die wirtschaftliche Umsetzung zu bringen.

Die Rolle der beratenden Berufe

Besonders prägend für den Abend war Oberhofers Einordnung der beratenden Berufe. In einer Zeit, die von globaler Volatilität geprägt ist, wies er der Fachgruppe UBIT eine zentrale Rolle zu.


Ihre Hauptaufgabe ist es, in unsicheren Zeiten, in denen wir uns definitiv gerade befinden, für Sicherheit zu sorgen.

Beratung als Stabilitätsanker

Fachgruppenobmann Mathias Past griff diesen Gedanken auf und spannte den Bogen zur täglichen Arbeit der IT-Dienstleister, Unternehmensberater und Buchhalter. Gerade wenn äußere Rahmenbedingungen unklarer werden, fungieren die UBIT-Mitgliedsbetriebe als verlässliche Partner für die heimische Wirtschaft. Sie unterstützen Unternehmen dabei, resilient zu bleiben und die von Oberhofer angesprochenen notwendigen Transformationen – von der Digitalisierung bis hin zu neuen Marktstrategien – operativ umzusetzen.

Der Jahresauftakt 2026 bot damit nicht nur eine hochkarätige wirtschaftliche Orientierungshilfe, sondern unterstrich einmal mehr den Wert qualifizierter Beratung als stabilisierenden Faktor in herausfordernden Zeiten.