Was bringt der „Digitale Euro“?
Die Sparte Bank und Versicherung der WKNÖ und die Österreichische Nationalbank (OeNB) informieren über die Auswirkungen der Einführung des „Digitalen Euro“.
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Der „Digitale Euro“ ist ein zentrales Zukunftsprojekt der Europäischen Union – und er wirft viele Fragen auf: Von der praktischen Nutzung über Datenschutz bis hin zu Auswirkungen auf Wirtschaft, Banken und Konsument:innen. Deshalb lud die Sparte Bank und Versicherung der WKNÖ im Rahmen der Veranstaltungsreihe „Dialog“ zu einem Vortrag mit Wolfgang Haunold. Haunold ist Abteilungsleiter für den digitalen Euro, Marktinfrastruktur und Zahlungsverkehrsstrategie in der OeNB. Für Haunold ist klar: „Die Bargeld-Nutzung ist rückläufig, die Online-Zahlungen nehmen stetig zu. 13 von 21 Euro-Ländern – inklusive Österreich – sind vollständig von nicht-europäischen Zahlungsdienstleistern abhängig. Das bedeutet, dass Daten und Gebühren aus Europa in die USA abfließen. Deshalb ist der ‚digitale Euro‘ dringend notwendig! Er wird eine zusätzliche Bezahlmöglichkeit für über 350 Millionen Menschen im Euroraum sein.“
Der Obmann der Sparte Bank und Versicherung, Reinhard Karl, betont: „Kaum ein europäisches Finanzmarktprojekt wird derzeit so intensiv diskutiert wie die Einführung des ‚Digitalen Euro‘. Das überrascht nicht, denn es geht um weit mehr als die Einführung eines zusätzlichen Zahlungsmittels. Im Kern geht es um die Frage, wie Europa seine wirtschaftliche und technologische Souveränität im Zahlungsverkehr langfristig sichern und stärken kann.“ Denn bereits heute sei in Europa die Abhängigkeit von außereuropäischen Zahlungsinfrastrukturen sehr hoch, so Karl. „Allerdings stellt sich aus Sicht der Banken eine Reihe strategischer Fragen: Welche Auswirkungen wird der ‚Digitale Euro‘ auf Kundenverhalten und Einlagenstrukturen haben? Wie werden sich Liquiditätssteuerung und Refinanzierung unter den neuen Rahmenbedingungen entwickeln? Welche Rolle werden bestehende und entstehende europäische Zahlungslösungen wie etwa ‚Wero‘ künftig im Zusammenspiel mit dem digitalen Euro einnehmen?“
Was ist der "Digitale Euro"?
Der „Digitale Euro“ soll bargeldähnliche, kostenfreie Transaktionen ermöglichen und wird das einzige digitale gesetzliche Zahlungsmittel sein. Bargeld, Kartenzahlung, Überweisung und andere digitale Zahlungsarten (z.B. Zahlen mit dem Handy) wird es weiterhin geben. Der „Digitale Euro“ soll Datenschutz gewährleisten und sowohl online als auch offline nutzbar sein. Aktuell läuft die Gesetzgebungsphase, das Inkrafttreten des „Digitalen Euro“ ist für Ende 2026 geplant. Für die Banken in Europa wird der „Digitale Euro“ Investitionskosten in Höhe von ca. 1 bis 1,44 Milliarden Euro für den Bankensektor verursachen, verteilt auf 4 Jahre.
Die Vorteile des "Digitalen Euro"
- Kostenfrei für alle Bürger:innen im Euroraum
- Hohes Maß an Datenschutz
- Online und offline zahlen
- Zentralbankgeld
- Paneuropäisch