Handelsabkommen Mercosur öffnet Zugang zu neuen Märkten
Nach mehr als 25 Jahren Verhandlungen hat die EU heute grünes Licht für das Mercosur-Abkommen mit Argentinien, Brasilien, Paraguay und Uruguay gegeben. „Das ist gerade in diesen wirtschaftlich schwierigen Zeiten mit zunehmendem Protektionismus und geopolitischer Spannungen eine erfreuliche Nachricht für die heimische Wirtschaft,“ beurteilte WKS-Präsident Peter Buchmüller die heutige Entscheidung.
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Durch das Abkommen mit den vier südamerikanischen Staaten entsteht die größte Handelszone der Welt mit mehr als 720 Millionen Menschen. Dadurch kann Europa seine geopolitische Position in einer multipolaren Welt deutlich verbessern. „Europa darf nicht zwischen den USA, China, Russland und Indien aufgerieben werden. Daher ist das Mercosur-Abkommen ein wichtiger Meilenstein zur Stärkung der europäischen Wirtschaftskraft und ein starkes Zeichen für einen regelbasierten Freihandel“, kommentierte WKS-Präsident Peter Buchmüller die heutige Entscheidung.
Große Chancen für heimische Betriebe
Für die heimischen Betriebe bringt Mercosur große Chancen, weil es eine Diversifizierung der Handelsbeziehungen ermöglicht. Durch die schrittweise Rücknahme von fast 90% der Zölle auf Waren aus den vier südamerikanischen Staaten werden nun Handelsbarrieren abgebaut. „Der Pakt ist die richtige Antwort auf die erratische Zollpolitik Donald Trumps. Gerade in Salzburg ist der Export zum zweitwichtigsten Handelspartner USA massiv eingebrochen. Unsere exportorientierten Betriebe bekommen damit Zugang zu neuen dynamischen Märkten und zu Rohstoffen, die wir künftig dringend benötigen werden“, bekräftigt Buchmüller. Äußerst positiv beurteilt das Abkommen auch die Salzburger Industrie. „Das längst überfällige Abkommen mit den Mercosur-Staaten eröffnet für einige Industriebranchen neue Wachstumschancen, die wir dringend benötigen. Damit können wir viele Arbeitsplätze und unseren Wohlstand absichern“, ist Peter Unterkofler, Obmann der Sparte Industrie in der WKS und Salzburger IV-Präsident überzeugt.
Die Bedenken der Landwirtschaft sind durch Kontingentierungen und Schutzmaßnahmen weitgehend berücksichtigt worden. „Man darf nicht vergessen, dass sich auch die vielen Einwände der Kritiker gegen das CETA-Abkommen mit Kanada nicht bewahrheitet haben. Vielmehr ist das Gegenteil eingetreten,“ gibt Buchmüller zu bedenken. Er erwarte sich von dem Mercosur-Abkommen deutliche Wachstumsimpulse für die heimische Wirtschaft und hofft, dass die EU auch das Abkommen mit Indonesien, immerhin ein stark wachsender Markt mit 300 Millionen Menschen, ebenfalls zügig auf Schiene bekommt.
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