Industriestrategie muss rasch umgesetzt werden
„Die Industriestrategie der Bundesregierung ist ein wichtiges Signal für die krisengeschüttelte Industrie, jedoch können dies nur erste Schritte sein“, meint Peter Unterkofler, Obmann der WKS-Sparte Industrie und IV-Präsident.
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Die Industriestrategie der Bundesregierung könne dazu beitragen, die Wettbewerbsfähigkeit der heimischen Industrie zu verbessern und den Industriestandort Österreich wieder attraktiver zu machen. So bewertet WKS-Spartenobmann und IV-Präsident Peter Unterkofler die heute von der Bundesregierung vorgestellte Strategie für die Industrie. „Das können allerdings nur die ersten Schritte sein, denn jedenfalls muss auch das Thema der Lohnnebenkosten wirkungsvoll angegangen werden, darüber hinaus brauchen wir echte Strukturreformen, beispielsweise im Pensions- und im Gesundheitssystem“, fordert Unterkofler.
„Die Maßnahmen müssen rasch umgesetzt werden, denn die Industrie steht nach wie vor unter einem enormen Druck“, gibt er zu bedenken. Ein international wettbewerbsfähiger Strompreis, Maßnahmen zur Verfahrensbeschleunigung, eine Schlüsseltechnologie-Offensive, die Aufhebung des gesetzlichen Verbots von Carbon Capture and Storage sowie der Abbau von Bürokratie durch das Durchforsten und die Reduktion nationaler Berichtspflichten seien dringend notwendige Schritte.
Paket stärkt Vertrauen in den Standort
„Gerade vor dem Hintergrund der Deindustrialisierung und dem Abfließen von Investitionen zu für die Unternehmen attraktiveren Standorten bringt dieses Paket für die Betriebe wieder mehr Investitionssicherheit. Es ist ein deutliches Signal an Investoren, stärkt das Vertrauen in den Standort und sollte dazu beitragen, dass nicht noch mehr wertvolle Arbeitsplätze in der Industrie verloren gehen“, betont Unterkofler.
Bei der Definition der Schlüsseltechnologien sei jedoch darauf zu achten, dass diese nicht auf Kosten anderer Industriesektoren gehen. „Sie darf auch kein geschlossenes System darstellen. Denn über Schlüsselbereiche entscheidet ja nicht die Politik, sondern die wirtschaftlichen Notwendigkeiten“, hält Unterkofler fest.
Die 2,6 Mrd. € aus dem FTI-Pakt für diese Schlüsseltechnologien im Zeitraum von 2026 bis 2029 sowie das neue Schlüsseltechnologie-Beschleunigungsgesetz mit vereinfachten Genehmigungsverfahren zur schnelleren Umsetzung sollen dafür sorgen, dass Forschung rascher in marktreife Innovationen mündet. „Entscheidend wird allerdings sein, dass in Österreich nicht nur Innovationen entstehen, sondern dass diese auch hier produziert werden können. Wenn das Paket nun rasch und praxisnah umgesetzt wird, dann ist dies ein erster Schritt, damit die heimische Industrie wieder auf die Überholspur wechseln kann“, resümiert Unterkofler.
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Foto 1: © AdobeStock | InfiniteFlow
Foto 2: Peter Unterkofler, Obmann der WKS-Sparte Industrie und Präsident der IV Salzburg. © Andreas Hechenberger