„Lange Nacht der Lehre“: 100 Lehrberufe hautnah erleben
Bei der „Langen Nacht der Lehre“ der WKS am 11. Februar öffnen über 150 Betriebe im ganzen Bundesland ihre Türen.
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Auch heuer lädt die „Lange Nacht der Lehre“ in ganz Salzburg wieder Kinder, Jugendliche, Eltern und alle Interessierten ein, regionale Lehrbetriebe aus nächster Nähe kennenzulernen. „Über 150 Unternehmen – vom Klein- bis zum Industriebetrieb - öffnen heuer ihre Türen und geben Einblick in die Berufsausbildung direkt vor der Haustür – regionaler und authentischer geht es nicht. Beinahe 100 unterschiedliche Lehrberufe werden dabei vorgestellt. Die ‚Lange Nacht der Lehre‘ ist damit so vielfältig wie noch nie zuvor!“, freut sich Organisatorin Martina Plaschke vom Bereich Lehre in der WKS.
Von klassischen und bekannten Lehrberufen wie Koch, Tischlerei oder Berufen des Bau- und Baunebengewerbes über technische Ausbildungen in Kfz-Technik, Metall- und Elektrotechnik bis zu Dienstleistungs- und Tourismusberufen reicht das breite Angebot. Auch zahlreiche Green Jobs – etwa Elektrotechniker, Klimagärtner oder Gartengestalter – sind vertreten. Ergänzt wird das Spektrum durch spannende, aber nicht so bekannte Lehrberufe wie Applikationsentwickler, Sportgerätefachkraft, Glasbautechniker, Gießereitechniker, Prozesstechniker oder Skibautechniker. Auch die Gesundheitsberufe sind mit Augenoptik, Hörgeräteakustik, Orthopädieschuhmacher, Orthopädietechnik, Zahntechnik und einem der jüngsten Lehrberufe, der Pflegeassistenz, vertreten.
Berufe erleben, Karriere planen
„Die ‚Lange Nacht der Lehre‘ bietet eine einmalige Gelegenheit, direkt mit Ausbilderinnen und Ausbildern ins Gespräch zu kommen, Arbeitsplätze zu besichtigen, an Probierstationen sein Talent zu testen und sich über Berufsbilder, Weiterbildungsmöglichkeiten und Karrierechancen in unmittelbarer Wohnortnähe zu informieren. Jugendliche können dabei ganz ohne Schwellenangst Betriebe kennenlernen, sich direkt um eine Lehrstelle bewerben oder einen Schnuppertermin, etwa in den bevorstehenden Osterferien, vereinbaren“, erläutert Plaschke.
Besonders angesprochen sind auch Eltern mit jüngeren Kindern. „Mit der Berufsorientierung kann man nicht früh genug beginnen“, betont Plaschke. Ein authentischer Einblick in die Arbeitswelt helfe Kindern und Jugendlichen, ihre Interessen und Talente früh zu entdecken.
Lehre als Chance in Zeiten des Fachkräftemangels
Hintergrund der Initiative ist der sich zuspitzende Fachkräftemangel. Österreich steht laut einer aktuellen WIFO-Studie vor einer demografisch bedingten Pensionierungswelle historischen Ausmaßes. In den kommenden fünf bis zehn Jahren werden massive Abgänge von Arbeitskräften über 55 Jahre erwartet – insbesondere in produktionsnahen und systemrelevanten Berufen. Aktuell sind österreichweit rund 686.000 Beschäftigte 55 Jahre oder älter – der Großteil davon mit einer beruflichen Grundausbildung. Auf den Arbeitsmarkt strömen aber immer mehr Menschen mit akademischem Abschluss, da sich in den vergangenen Jahren immer mehr Personen für diese Ausbildungsrichtung entschieden haben.
Lehrabsolventinnen und -absolventen übernehmen daher in Zukunft eine zentrale Rolle: Sie ersetzen direkt jene Fachkräfte, die altersbedingt aus dem Erwerbsleben ausscheiden. Gleichzeitig gelten Lehrberufe als besonders krisenfest. „Während Digitalisierung und Künstliche Intelligenz vor allem standardisierbare Bürotätigkeiten unter Druck setzen, sind handwerkliche und praxisnahe Berufe deutlich schwerer automatisierbar“, weiß Plaschke.
Auch aktuelle Zahlen der Statistik Austria unterstreichen die Attraktivität der Lehre: Sie bietet den stabilsten Übergang in den Beruf, kurze Zeiten bis zur ersten Beschäftigung und sehr gute Einkommensperspektiven. Bereits 18 Monate nach Lehrabschluss liegt das Medianeinkommen bei 2.418 € brutto – höher als bei allen anderen Sekundarausbildungen.
„Die Lehre ist in Salzburg regional verankert, zukunftssicher und bietet hervorragende Karrierechancen. Angesichts des absehbaren Fachkräftemangels ist sie eines der wirksamsten Instrumente, um jungen Menschen eine echte Jobgarantie für die Zukunft zu bieten“, fordert Plaschke die Salzburgerinnen und Salzburger zum Besuch der „Langen Nacht der Lehre“ auf.
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Foto 1: © WKS
Foto 2: Impressionen von der „Langen Nacht der Lehre 2025“. © WKS/Hölzl
Foto 3: Impressionen von der „Langen Nacht der Lehre 2025“. © WKS/Masser
Foto 4: Impressionen von der „Langen Nacht der Lehre 2025“. © WKS/Kappacher
Foto 5: Impressionen von der „Langen Nacht der Lehre 2025“. © WKS/Weidinger
Foto 6: Dr. Martina Plaschke, Leiterin des Bereichs Lehre in der WKS. © WKS/Probst