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Stromkostenbremse: Günstiger Strom ist planbar

Im ersten Teil der Serie „Energie: Wissen kompakt“ ging es um Smart-Meter-Daten – jetzt zeigt das umwelt service salzburg, wie Unternehmen mit dem Günstiger-Strom-Gesetz (ElWG) Stromkosten senken und neue Einsparpotenziale nutzen können.

Lesedauer: 3 Minuten

Aktualisiert am 29.01.2026

Voraussetzung dafür ist, die Stromkosten zu verstehen, die sich aus dem Strompreis und dem Netznutzungsentgelt zusammensetzen: Beim Strompreis ist zwischen fixen Tarifen (derzeit rund 14 Cent pro Kilowattstunde für kleine Unternehmen) und dynamischen Tarifen zu unterscheiden. Dynamische Tarife müssen künftig von allen Stromversorgern angeboten werden und orientieren sich an den aktuellen Preisen an der Strombörse. Sie sind vor allem für Unternehmen interessant, die ihren Stromverbrauch zeitlich in günstigere Preisphasen verlagern können. 

Der zweite Bestandteil sind die Netznutzungsentgelte. Diese liegen je nach Netzebene zwischen zwei und sieben Cent pro Kilowattstunde zuzüglich Leistungspreis und werden in Zukunft – trotz Gesetz – voraussichtlich weiter steigen.  

Service Tipp: Ein genauer Blick auf den Gesamtpreis pro Kilowattstunde lohnt sich. Flexible Tarife und die Reduktion von Lastspitzen können die Stromkosten deutlich senken.

Anbieterwechsel lohnt sich

Das ElWG ermöglicht auch bei bestehenden Fixpreisverträgen begründete Preisanpassungen durch Lieferanten und sorgt insgesamt für mehr Transparenz. 

Bei Tarifwechseln haben Kunden ein volles Rücktrittsrecht – und in vielen Fällen lohnt sich ein Vergleich. Gerade für Unternehmen bieten Vertragsverhandlungen oder ein Anbieterwechsel gute Chancen auf bessere Konditionen. Dennoch nutzen weniger als fünf Prozent der Strom­kunden diese Möglichkeit. 

Service-Tipp: Bestehende Ver­­­träge regelmäßig prüfen und aktiv über bessere Konditionen ver­­handeln oder einen Anbieterwechsel in Betracht ziehen.

Imre Cikajlo_Eigene Grafik. Quelle ÖSPI: Österr. Energieagentur
© Imre Cikajlo_Eigene Grafik. Quelle ÖSPI: Österr. Energieagentur Die Grafik veranschaulicht, wie Unternehmen von dynamischen Strompreisen profitieren können.

Weitere Optionen

Bis 2027 treten schrittweise weitere gesetzliche Neuerungen in Kraft. Sie eröffnen zusätzliche Spielräume:

  • Photovoltaik liegt inklusive Batteriespeicher heute oft unter zehn Cent pro Kilowattstunde und ist für viele Unternehmen wirtschaftlich attraktiv.
  • Gemeinsame Energienutzung – etwa über Ener­gie­gemeinschaften, Direktverträge oder standortübergreifende Eigennutzung – ermöglicht durch reduzierte Netzentgelte Ge­samt­kosten von rund 15 Cent pro Kilowattstunde.

Service-Tipp: Diese Modelle gewinnen in den kommenden Jahren stark an Bedeutung und sollten frühzeitig in die betriebliche Energieplanung einbezogen werden.

Schlussfolgerungen

„Das ElWG setzt wichtige Impulse: Wer handelt, spart Geld“, sagt Alexander Rehbogen, Geschäftsführer des umwelt service salzburg. „Strom wird flexibler beziehbar, gleichzeitig eröffnen Eigenstromproduktion und gemeinsame Energienutzung neue Wege zu niedrigen Preisen und langfristiger Preissicherheit.“

Energie: Wissen kompakt

Im dritten Teil der Serie „Energie: Wissen kompakt“, zeigt das umwelt service salzburg wie Unternehmen mit Eigenstromproduktion und Speicherlösungen noch unabhängiger und kosteneffizienter werden können.