US-Exporte dramatisch zurückgegangen
Zölle, handelspolitische Maßnahmen und innenpolitische Entscheidungen der USA beeinflussen globale Lieferketten und erschweren den Zugang zum US-Markt. In Salzburg ist ein US-Exportrückgang von über 40% zu verzeichnen.
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Wer die aktuellen Entwicklungen versteht, kann das US-Geschäft absichern und neue Potenziale erschließen. Unter diesem Gesichtspunkt lädt die Wirtschaftskammer Salzburg am Mittwoch, dem 21. Jänner 2026, zu der hochkarätigen Info-Veranstaltung „Zölle verändern Marktregeln: Trotz Barrieren Chancen in US-Märkten“ ein. Wer bereit ist, sich strategisch auf die Marktgegebenheiten einzustellen, kann von der Größe, Vielfalt und Innovationskraft dieses Marktes profitieren, sagt Thomas Albrecht, Leiter des WKS-Fachbereichs Handelspolitik und Außenwirtschaft.
Das Programm umfasst unter anderem ein Finanzmarkt-Update zu Wall Street und der US-Notenbank FED, ein Praxis-Update zu den US-Zöllen 2026, einen Überblick über aktuelle Wirtschaftstrends und Chancen für österreichische Unternehmen sowie einen strategischen Ausblick für Salzburger Unternehmen durch internationale Experten. Neben den Fachvorträgen bietet die Veranstaltung Gelegenheit zum Networking und Beratung am go-international-Infodesk. Unternehmen sind eingeladen, sich anzumelden und sich über die Chancen des US-Marktes zu informieren.
US-Exportrückgang um über 40%
Die aktuelle Außenhandelsstatistik für das erste Halbjahr 2025 zeigt eine Abkühlung im Handel mit den USA. Die Güterexporte in die USA gingen deutlich zurück. Hauptursachen sind die erhöhten Zölle, insbesondere auf Stahl- und Aluminium sowie Waren daraus, und die anhaltende Unsicherheit im US-Geschäft. Österreichweit sanken die Exporte um 14,5% auf 6,66 Mrd. €. In Salzburg fiel der Rückgang besonders gravierend aus: Die Exporte in Richtung USA reduzierten sich um 41,1% auf 264,8 Mill. €, was u. a. damit zusammenhängt, dass in Salzburg der Anlagen- und Maschinenbau sowie die Autozulieferindustrie stark vertreten ist. Auch die Importe aus den USA entwickelten sich rückläufig. Österreichweit wurde ein leichtes Minus von 0,6% verzeichnet, womit das Volumen auf 4,06 Mrd. € sank. In Salzburg war die Entwicklung deutlich stärker: Die Importe gingen um 25,6% auf 324,9 Mill. € zurück.
Zwischen Gegenwind und großem Potenzial
Die zweite Amtszeit von Präsident Donald Trump, eingeläutet am 20. Jänner 2025, verändert die Spielregeln im Welthandel. Sie markiert eine Ära von Zöllen, Handelskonflikten und geopolitischen Spannungen, die damit die transatlantischen Geschäfte erschweren. Gleichzeitig eröffnen sich für die Betriebe auch Chancen, wenn sie die neuen Rahmenbedingungen präzise einschätzen und ihre Strategien gezielt ausrichten. Die USA sind der größte Einzelmarkt der Welt und bieten damit ein enormes Potenzial für Unternehmen. Mit einem BIP von rund 30,6 Bio. US-Dollar im Jahr 2025 und etwa 343 Millionen Einwohnern verfügen die USA über eines der höchsten Kaufkraftniveaus weltweit.
„Für Österreichs Exporteure und Importeure heißt das: Risiken aktiv managen und Chancen konsequent ergreifen“, betont Albrecht. Trotz handelspolitischer Reibungen bleiben die USA der ertragsstärkste Markt außerhalb Europas. „Für die Salzburger Wirtschaft ist der US-Markt keine Option, sondern ein Muss. Trotz der Zölle und politischer Unwägbarkeiten bleibt die USA ein Schlüsselmarkt“, ergänzt Albrecht.
Marktdynamik realistisch einordnen
Trotz einer moderateren Wachstumsprognose der EU, bedingt durch strengere US-Handelsmaßnahmen seit 2025, bleibt der US-Markt ein attraktives Ziel. Zwar führten höhere Einfuhrzölle auf Metalle und bestimmte Industriegüter zuletzt zu Belastungen, doch das mittelfristige Potenzial ist ungebrochen. Die Nachfrage nach hochwertigen Investitions- und Technologiegütern ist stark und kann sich in einer Erholungsphase schnell entfalten. Jetzt zählen die Nähe zum Kunden, starke Services und flexible Lieferketten. „Die US-Tarifpolitik bleibt 2026 dynamisch. Unternehmen, die Preisspielräume, Produktmix und Vertragslogistik strategisch absichern, sind bestens positioniert, um Chancen zu nutzen und Wachstum zu sichern“, erläutert Thomas Moschig, Wirtschaftsdelegierter des AußenwirtschaftsCenter Washington. Der Weg in die USA ist klar: Marktnähe aufbauen, Serviceanteil erhöhen, Lieferketten diversifizieren, Energie- und Logistikkosten absichern.
Chancen in US-Märkten?
Das Nachfragepotenzial der USA nach hochwertigen Produkten und Dienstleistungen ist nach wie vor hoch. Die USA investieren massiv in Automatisierung, Digitalisierung und Life Sciences. Salzburgs Unternehmen treffen mit ihrer Spezialisierung auf Qualität und Innovation genau den Nerv des US-Marktes. Das eröffnet nicht nur attraktive Absatzchancen, sondern auch den Zugang zu einem der dynamischsten Innovationsökosysteme weltweit. Jetzt gilt es Chancen zu identifizieren und zu nutzen, bevor andere Akteure es tun.