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KFZ-Sachbezug

Alle Informationen

Besteht für den Dienstnehmer die Möglichkeit, ein arbeitgebereigenes KFZ auch für private Zwecke zu nutzen liegt ein Vorteil aus dem Dienstverhältnis vor, der die Bemessungsgrundlage nicht nur für Lohnsteuer und SV-Beiträge, sondern auch für die Lohnnebenkosten (DB, DZ und KommSt) erhöht. Als Privatfahrt gilt bei einem Dienstnehmer auch die Fahrt Wohnung – Arbeitsstätte.

Bis 31.12.2015 wurde der KFZ-Sachbezug monatlich einheitlich mit 1,5% der tatsächlichen KFZ-Anschaffungskosten - maximal € 720,-- - bewertet.

Ab 1.1.2016 gilt Folgendes:

  • Der monatliche Sachbezugswert erhöht sich auf 2% der tatsächlichen Anschaffungskosten des KFZ, maximal ist pro Monat ein Betrag von € 960,--  anzusetzen (dies entspricht 2% von € 48.000,-- Anschaffungskosten); dies unter der Voraussetzung, dass die unten angeführten CO2-Werte überschritten werden
  • Der Sachbezugswert beträgt weiterhin 1,5%, maximal € 720,-- pro Monat für besonders schadstoffarme KFZ. Dafür wurden Grenzwerte der maximalen CO2-Emission festgesetzt. (ersichtlich aus dem Zulassungsschein oder Typenschein), die vom Jahr 2016 bis 2020 jährlich um 3 g abgesenkt werden.

    Die folgende Tabelle zeigt den in den einzelnen Jahren für den ermäßigten Sachbezug maßgeblichen Grenzwert:
Grenzwerte für „schadstoffarme Fahrzeuge“ – Sachbezug 1,5%
Jahr der Anschaffung Maximaler Co2-Emissionswert
2016 oder früher 130 g / km
2017 127 g / km
2018 124 g / km
2019 121 g / km
2020 und später 118 g / km
 

Wenn der CO2-Wert im Jahr der Anschaffung nicht höher ist, als der Wert lt. obiger Tabelle, bleibt es auch in den späteren Jahren bei 1,5% Sachbezug.

Beispiel:
Ein Fahrzeug wird 2017 angeschafft und hat laut Zulassungsschein einen CO2-Ausstoß von 126 g/km. Im Jahr 2017 und in den Folgejahren beträgt der Sachbezugswert 1,5%.

Als Anschaffungszeitpunkt bei Neufahrzeugen gilt der Zeitpunkt der Erlangung des wirtschaftlichen Eigentums (Schlüsselübergabe). Bei Gebrauchtfahrzeugen wird auf den Zeitpunkt der erstmaligen Zulassung abgestellt.

  • Fahrzeuge mit einem CO2-Ausstoß von Null (Elektrofahrzeuge) sind gänzlich vom Sachbezug befreit. Achtung: Hybridfahrzeuge sind nicht befreit!

Halber Sachbezugswert

Wird der Dienstwagen nachweislich im Jahresdurchschnitt nicht mehr als 500 km monatlich (bzw. 6.000 km pro Jahr) für Privatfahrten (einschließlich Fahrten Wohnung – Arbeitsstätte) benützt, beträgt der Sachbezugswert jeweils die Hälfte (Nicht-schadstoffarme Fahrzeuge: 1% max. € 480,--; schadstoffarme Fahrzeuge: 0,75% max. € 360,--). Die Sachbezugsbewertung geht von einer Jahresbetrachtung aus (Monatsdurchschnitt pro Jahr). Krankenstand und Urlaub, währenddessen das Fahrzeug nicht privat benutzt wird, mindern den Hinzurechnungsbetrag grundsätzlich nicht. Lediglich im Fall dass das KFZ für einzelne Kalendermonate weder privat noch betrieblich zur Verfügung steht, ist kein Sachbezugswert hinzuzurechnen.

Um lediglich einen halben Sachbezug ansetzen zu können kommen als Nachweis der privat gefahrenen Kilometer außer einem Fahrtenbuch auch andere Beweismittel in Betracht. Aufgrund einer VwGH-Entscheidung ist es zum Beispiel auch zulässig, die Privatfahrten dadurch nachzuweisen, dass von der gesamten jährlichen Kilometerleistung die durch Reiseberichte nachgewiesenen dienstlichen Fahrten abgezogen werden.   

„Mini-Sachbezug“

Verwendet der Dienstnehmer das Firmen-KFZ nur sehr selten für Privatfahrten, kann ein Sachbezug auf Basis der privat gefahrenen Kilometer angesetzt werden. Wenn sich nämlich aus der Multiplikation von privat gefahrenen Kilometern mal den in der folgenden Tabelle angeführten Cent-Beträgen ein geringerer Wert ergibt als die Hälfte des halben Sachbezugs (=ein Viertel des vollen Sachbezugs), kann dieser geringere Wert angesetzt werden. 

Ansatz pro privat gefahrenen Kilometer CO2-Grenzwert überschritten CO2-Grenzwert nicht überschritten
Ohne Chauffeur 0,67 € 0,50 €
Mit Chauffeur 0,96 € 0,72 €

Beispiel:
Anschaffungskosten Firmenauto im Jahr 2017: 33.000 €, CO2-Ausstoß: 127g/km
Lt.Fahrtenbuch ist der Arbeitnehmer im Jahr 2017 monatlich durchschnittlich privat gefahren a) 100 km  b) 400 km
halber Sachbezugswert: 0,75% von 33.000 € = 247,50 €
                                             davon 50% = 123,75 € (Vergleichswert)
Fall a) 100 km x 0,50 € = 50 €
50 € ist weniger als die Hälfte des halben Sachbezugswerts (=Vergleichswert), daher Sachbezug 50 € monatlich

Fall b) 400 km x 0,50 € = 200 €
200 € ist mehr als die Hälfte des halben Sachbezugswertes, daher Sachbezug 247,50 €

Achtung:
Bei Ansatz dieses „Mini-Sachbezugs“ verlangt die Sachbezugswerteverordnung, dass sämtliche Fahrten lückenlos in einem Fahrtenbuch aufgezeichnet werden – Reiseberichte würden in diesem Fall nicht genügen.   

Grundlage für die Bewertung des Sachbezuges

Bemessungsgrundlage für Neufahrzeuge sind die tatsächlichen Anschaffungskosten des Firmenfahrzeuges incl. NOVA und USt (auch wenn der Arbeitgeber einen Vorsteuerabzug geltend machen kann), abzüglich allfälliger Rabatte. Kosten für Sonderausstattung (z.B. eingebautes Navigationsgerät) zählen zu den Anschaffungskosten, nicht jedoch wenn dies ein eigenständiges Wirtschaftsgut darstellt (z.B. ein tragbares Navigationsgerät).

Bei Gebrauchtfahrzeugen – auch für sehr alte Kraftfahrzeuge - sind für die Sachbezugsbewertung der Listenpreis und die CO2-Emissionswertgrenze im Zeitpunkt der erstmaligen Zulassung maßgeblich. Sonderausstattungen bleiben dabei unberücksichtigt. Anstelle dieses Betrages können die nachgewiesenen tatsächlichen Anschaffungskosten (einschließlich allfälliger Sonderausstattungen und Rabatte) des ersten Erwerbers des KFZ zugrunde gelegt werden.

Bei neuen Leasingfahrzeugen ist der Preis incl. NOVA und USt maßgeblich, der der Berechnung der Leasingrate zugrunde gelegt wurde.

Besteht für Arbeitnehmer die Möglichkeit, abwechselnd verschiedene arbeitgebereigene Fahrzeuge privat zu benützen (Fahrzeugpool), ist der Durchschnittswert der Anschaffungskosten aller Fahrzeuge und der Durchschnittswert des auf die Fahrzeuge anzuwendenden Prozentsatzes anzusetzen. Ist unter diesen Fahrzeugen ein Fahrzeug mit einem Sachbezug von 2%, ist ein Sachbezug von maximal € 960,-- anzusetzen. In allen anderen Fällen ist ein Sachbezug von maximal € 720,-- anzusetzen.

Beispiel

PKW: 2017 angeschafftABCDSummeDurchschnitt
CO2-Emission109g118g136gElektro  

Anschaffungs-

kosten €

13.00016.00050.00040.000119.000119.000/4 = 29.750
Sachbezug1,5%1,5%2%0%5%5%/4 = 1,25%
  Der monatliche Sachbezug beträgt 371,88 € (1,25% von € 29.750,--)  

Kostenbeiträge des Arbeitnehmers

Kostenbeiträge des Arbeitnehmers mindern den Sachbezugswert. Das gilt sowohl für laufende Kostenbeiträge (pauschal oder kilometerabhängig) als auch für einen Kostenbeitrag zu den Anschaffungskosten. Keine Kürzung des Sachbezugs darf jedoch vorgenommen werden, wenn der Dienstnehmer nur die Treibstoffkosten selbst bezahlt. Die Angemessenheitsprüfung (Luxustangente € 40.000,--) ist für die Sachbezugsverrechnung nicht relevant. Daher muss der Arbeitnehmer-Kostenbeitrag vor Berücksichtigung der Sachbezugs-Höchstgrenze (€ 960,-- bzw. € 720,-- bzw. jeweils die Hälfte) abgezogen werden. 

Beispiel 1:
Anschaffungskosten 2017: € 50.000,--, CO2-Em.: 100 g/km, Sachbezug daher 1,5%
pauschaler Kostenbeitrag monatlich: € 300,--
Anschaffungskosten € 50.000,--
 1,5%  von 50.000 €                         750,00 €
 - pauschaler Kostenbeitrag            -300,00 €
monatlicher Sachbezug                   450,00 €

Beispiel 2:
Anschaffungskosten KFZ 2017: € 18.000,--, CO2-Em.:133g/km, Sachbezug daher 2%,  Arbeitnehmer beteiligt sich  mit € 3.500,-- an den Anschaffungskosten

Anschaffungskosten                     18.000 €
- Kostenbeitrag                              -3.500 €
Bemessungsgrundlage SB           14.500 €
2% Sachbezug monatlich              290,00 €   

Verkauf des Firmenfahrzeuges an den Dienstnehmer

Wird das Firmenfahrzeug an den Dienstnehmer zu einem billigeren Preis verkauft, als bei einem Verkauf an einen fremden Käufer zu erzielen wäre, liegt ein steuerpflichtiger Vorteil aus dem Dienstverhältnis vor. Dieser errechnet sich aus dem Unterschied zwischen dem Verkaufspreis an den Dienstnehmer und dem Mittelwert aus Händler-Einkaufspreis und Händler-Verkaufspreis lt. EUROTAX-Liste (incl. USt und NOVA).

Sachbezug KFZ und Pendlerpauschale

Wird dem Arbeitnehmer ein firmeneigenes KFZ für Fahrten zwischen Wohnung und Arbeitsstätte zur Verfügung gestellt, stehen kein Pendlerpauschale und kein Pendlereuro zu.

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