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Urlaubsersatzleistung - Abgabenrechtliche Behandlung

Alle Informationen auf einen Blick

Was versteht man unter Urlaubsersatzleistung?

Bei Beendigung eines Arbeitsverhältnisses wird dem Arbeitnehmer der nicht verbrauchte Urlaub als Urlaubsersatzleistung abgegolten.

Der nicht konsumierte Urlaub des laufenden Urlaubsjahres wird aliquot (d.h. entsprechend der Dauer der Dienstzeit in dem Urlaubsjahr) ausbezahlt. Für nicht verbrauchten Urlaub vergangener Jahre gebührt dem Arbeitnehmer eine Ersatzleistung in vollem Ausmaß des noch ausständigen Urlaubsentgelts, soweit der Urlaubsanspruch nicht verjährt ist.

Achtung:
Bei unberechtigtem vorzeitigem Austritt gebührt keine Urlaubsersatzleistung für offene Urlaubstage des laufenden Urlaubsjahres.

Berechnung

1. Berechnung des aliquoten Urlaubsanspruchs in Tagen:

Es ist auch eine wöchentliche oder  monatliche Berechnung möglich

Berechnung aliquoter Urlaubsanspruch in Tagen

2. Berücksichtigung von verbrauchtem Urlaub:

Dieser ist auf den aliquoten Urlaubsanspruch anzurechnen. Wurde zuviel verbraucht, kann die Überzahlung nur bei unberechtigtem, vorzeitigen Austritt oder verschuldeter Entlassung zurückgefordert werden (siehe Infoblatt: Abgabenrechtliche Behandlung des Erstattungsbetrages von Urlaubsentgelt). 

3. Die Urlaubsersatzleistung setzt sich zusammen aus:

  • dem laufenden Bezug (Monatsgehalt/-lohn, regelmäßige Entgeltsbestandteile) und

  • dem Sonderzahlungsanteil (aliquote Anteile an Urlaubsbeihilfe und Weihnachtsremuneration, allfällige sonstige jährlich zur Auszahlung gelangende Zuwendungen wie zB Bilanzgeld, Provisionen)

Um den Wert eines Urlaubstages zu berechnen, ist das Monatsentgelt durch 26 zu dividieren, wenn der Urlaubsanspruch nach Werktagen bemessen wird. Richtet er sich nach Arbeitstagen, so ist es bei einer 5-Tage-Woche durch 22 zu dividieren.

Sozialversicherung

Für die Zeit des Bezuges der Urlaubsersatzleistung verlängert sich die Pflichtversicherung über das arbeitsrechtliche Ende des Dienstverhältnisses hinaus.

Der Verlängerungszeitraum der Pflichtversicherung berechnet sich folgendermaßen:

Für je 6 Werktage Urlaubsersatzleistung ist ein weiterer Tag hinzuzurechnen; bei Urlaubsberechnung nach Arbeitstagen mit Fünftagewoche sind zwei Tage dazuzuzählen.

Achtung:
Entgegen der arbeitsrechtlichen Rundung, ist in diesem Fall immer abzurunden.

Teile von ganzen Tagen sind nicht zu berücksichtigen. Feiertage, die im Verlängerungszeitraum liegen, beeinflussen die Verlängerung nicht.

Beispiel

arbeitsrechtliches Ende des Dienstverhältnisses 31.10.2017
Urlaubsersatzleistung 12,34 Werktage
Verlängerung der Pflichtversicherung 14 Kalendertage
Ende der Pflichtversicherung 14.11.2017



Beispiel

arbeitsrechtliches Ende des Dienstverhältnisses 31.10.2017
Urlaubsersatzleistung 12 Arbeitstage
Verlängerung der Pflichtversicherung 16 Kalendertage
Ende der Pflichtversicherung 16.11.2017


Für Zeiträume, für die eine Urlaubsersatzleistung gebührt, ruht der Anspruch auf Arbeitslosengeld oder Notstandshilfe.

Die Urlaubsersatzleistung ist beitragspflichtig. Als Beitragsgrundlage ist für die Zeit der Verlängerung der Pflichtversicherung der Betrag der Urlaubsersatzleistung anzusetzen. Dabei ist der darin enthaltene laufende Bezugsteil als laufender Bezug und der Sonderzahlungsanteil als Sonderzahlung zu behandeln.

Urlaubsersatzleistung bei Tod des Dienstnehmers

Wurde das Dienstverhältnis durch Tod des Dienstnehmers beendet, gebührt den Erben die Urlaubsersatzleistung. In diesem Fall verlängert der Anspruch auf Urlaubsersatzleistung die Pflichtversicherung nicht. Der Betrag der Urlaubsersatzleistung ist beitragsfreizu behandeln.

Lohnsteuer

Soweit die Ersatzleistungen laufenden Arbeitslohn betreffen, sind sie als laufender Arbeitslohn zu erfassen und zu versteuern. Soweit sie sonstige Bezüge betreffen, sind sie als sonstige Bezüge zu versteuern. Die Versteuerung erfolgt im Kalendermonat der Zahlung.

Achtung:
Die Besteuerung der Urlaubsersatzleistung ist auch dann nach den hier angeführten Grundsätzen vorzunehmen, wenn der Anspruch auf Urlaubsersatzleistung in Form einer freiwilligen Abfertigung abgegolten wird.

Auszahlung der Urlaubsersatzleistung neben laufenden Bezügen

Soweit die Urlaubsersatzleistung neben laufendem Arbeitslohn ausbezahlt wird, ist sie gemeinsam mit den laufenden Bezügen nach dem Monatstarif (unter Berücksichtung eines monatlichen Lohnzahlungszeitraumes) zu versteuern.

Der laufende Bezugsteil der Ersatzleistung wird also zum laufenden Lohn addiert und nach der Monatstabelle versteuert.

Auch in diesem Fall ist am Lohnzettel als Zeitpunkt der Beendigung des Dienstverhältnisses der Tag der tatsächlichen Beendigung (arbeitsrechtliches Ende) anzuführen.

Beispiel:

Am 18.11.2017 wird das Dienstverhältnis beendet. Es werden laufende Bezüge für 17 Tage in Höhe von € 1.700,- und der laufende Teil einer Urlaubsersatzleistung für Urlaubsentgelt für 14 Tage in Höhe von € 1.400,- abgerechnet.

Nach Abzug des Dienstnehmeranteils zur Sozialversicherung in Höhe von € 561,72,- sind        € 2.538,28,- nach der Monatstabelle zu versteuern. Der Lohnzettel ist für den Zeitraum 01.01. bis 18.11.2017 auszustellen.

Die Urlaubsersatzleistung erhöht das Jahressechstel um ein Sechstel der in der Ersatzleistung enthaltenen laufenden Bezüge.

Hinweis:
Der als laufender Arbeitslohn zu erfassende Teil der Ersatzleistung ist auch in die Berechnung der laufenden Bezüge der letzten zwölf Monate einzubeziehen. 

Soweit die Urlaubsersatzleistung sonstige Bezüge (Sonderzahlungsanteile) betrifft, ist sie als sonstiger Bezug zu versteuern. Der Freibetrag von € 620,00,- und die Freigrenze von € 2.100,00,- sind - soweit sie nicht ausgeschöpft sind - zu berücksichtigen.

Beispiel

Ende Dienstverhältnis:   30.06.
Monatsgehalt: 1.690,00,-
Laufende Bezüge Jänner – Juni:  10.140,00,-
Ersatzleistung für 12 Werktage (WT) Urlaub:
Anteil laufender Bezug:  1.690,00,- : 26 WT x 12 WT= 780,00,-
Anteil Sonderzahlung:  1.690,00,- : 12 Monate x 2 Monate : 26 WT x 12 WT = 130,00,-
Gesamtbezug: 2.600,00,-

Berechnung des Jahressechstels per 30.06.:

Laufende Bezüge:  10.140,00,- : 6 x 12 : 6 = 3.380,00,-
Laufender Teil der Ersatzleistung: 780,00,- : 6 = 130,00,-
Insgesamt zu berücksichtigendes Jahressechstel:
3.510,00,-

Der Lohnzettel ist für den Zeitraum vom 01.01. bis 30.06. auszustellen.

Urlaubsersatzleitung wird nicht neben laufenden Bezügen ausbezahlt (z.B. in der Karenz)

Der laufende Teil der Urlaubsersatzleistung ist nach der Monatstabelle zu versteuern. Das Jahressechstel ist mit einem Sechstel der laufenden Bezüge der Ersatzleistung zu ermitteln.

Der Sonderzahlungsanteil ist als sonstiger Bezug zu versteuern. Es sind der Freibetrag von € 620,- und die Freigrenze von € 2.100,- zu berücksichtigen.

Am Lohnzettel ist als Zeitpunkt der Beendigung des Dienstverhältnisses der Tag der tatsächlichen Beendigung des Dienstverhältnisses (arbeitsrechtliches Ende)anzuführen.

Dienstgeberbeitrag (DB)

Die Urlaubsersatzleistung ist DB-pflichtig.

Zuschlag zum Dienstgeberbeitrag (DZ)

Die Urlaubsersatzleistung ist DZ-pflichtig.

Kommunalsteuer

Die Urlaubsersatzleistung ist kommunalsteuerpflichtig.

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