Exportwirtschaft trotzt den Stürmen
Geopolitische Krisen und wirtschaftliche Turbulenzen auf Hauptmärkten haben die steirische Exportwirtschaft 2025 nur minimal gebremst.
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Eine sehr bewegliche Zollpolitik in den USA, Fehlzündungen in der deutschen Automobilindustrie und keine Entspannung auf diversen politischen Krisenherden: Die internationalen Rahmenbedingungen für die heimische Exportwirtschaft waren im vergangenen Jahr alles andere als einfach.
„Dass wir 2025 trotz Krisenumfelds ein Exportvolumen von 28,2 Milliarden Euro erreichen konnten, zeigt die Stärke unserer Betriebe, für die wir – im Sinne der Wettbewerbsfähigkeit – die Rahmenbedingungen, speziell was Arbeits- und Energiekosten betrifft, weiter verbessern müssen.“ „Dass wir 2025 trotz Krisenumfelds ein Exportvolumen von 28,2 Milliarden Euro erreichen konnten, zeigt die Stärke unserer Betriebe, für die wir – im Sinne der Wettbewerbsfähigkeit – die Rahmenbedingungen, speziell was Arbeits- und Energiekosten betrifft, weiter verbessern müssen.“

Josef Herk
WKO-Steiermark-Präsident
Durchaus überraschend fällt daher die jetzt vorliegende steirische Außenhandelsbilanz für 2025 aus. Insgesamt schmolz das steirische Exportvolumen im Vergleich zu 2024 zwar um 275 Millionen Euro – ein Minus von einem Prozent – auf 28,2 Milliarden Euro. Der Rückgang fiel damit aber geringer aus als in anderen Industrie-Bundesländern. Angesichts der schwierigen nationalen und internationalen Rahmenbedingungen spricht Wirtschaftslandesrat Willibald Ehrenhöfer von einer „äußerst respektablen Bilanz“. Das Volumen der Exporte nach Deutschland – mit großem Abstand immer noch wichtigster Handelspartner der Steiermark, mehr als ein Viertel der Exporte gehen zum Nachbarn – stieg sogar um 145 Millionen Euro (plus 1,9 Prozent) auf 7,6 Milliarden Euro.
„Die Hälfte der steirischen Wertschöpfung erwirtschaften wir auf internationalen Märkten.“

Willibald Ehrenhöfer
Wirtschaftslandesrat
Der Wert entspricht ziemlich genau auch dem Warenhandelsbilanzüberschuss der Steiermark. Zum Vergleich: Österreichweit wurde im selben Zeitraum ein Handelsbilanzdefizit von knapp 6,6 Milliarden Euro erwirtschaftet. Gegen den Bundestrend entwickelten sich auch die Geschäftsbeziehungen mit dem nordamerikanischen Freihandelsraum (USA, Kanada, Mexiko). So wuchsen die steirischen USA-Exporte entgegen dem sehr negativen Österreich-Trend auch 2025. Mit einem Exportwachstum von annähernd 20 Prozent nach Kanada und von mehr als fünf Prozent nach Mexiko gewann Nordamerika damit weiter an Bedeutung. Besonders positiv entwickelten sich aber auch Japan mit plus 30,1 Prozent auf 734 Millionen Euro und Polen mit plus 10,8 Prozent auf 876 Millionen Euro. Hingegen verzeichneten Großbritannien mit minus 35,3 Prozent auf 736 Millionen Euro sowie China mit minus 29,5 Prozent auf rund eine Milliarde Euro signifikante Rückgänge.
„Ungeachtet der konjunkturellen Schwäche bleibt Deutschland der Exportwachstumsmotor für unsere Wirtschaft. Es gilt aber aufgrund der jüngsten Meldungen von dort, andere dynamische EU-Märkte – im Jahr 2025 waren das insbesondere Polen, Tschechien und Spanien – aktiv zu bearbeiten.“

Karl Hartleb
ICS-Geschäftsführer
„Der Außenhandel ist für die Steiermark kein Zusatzgeschäft, sondern die Lebensader unseres Wohlstands“, verweist WKO-Steiermark-Präsident Josef Herk auf den Umstand, dass weiterhin rund jeder zweite Euro an Wertschöpfung auf Auslandsmärkten lukriert wird. Daher brauche die Steiermark „eine klare Außenhandelsstrategie“, ergänzt der Obmann des Landesgremiums Außenhandel, Manfred Kainz.
„Wir brauchen Mut zu neuen Märkten und verlässliche internationale Handelsabkommen. Der Wettbewerb wird mit Blick auf unsere Lohnstückkosten härter – hier sind sich, mit Blick auf die KV-Verhandlungen, hoffentlich alle Beteiligten ihrer Verantwortung bewusst.“

Manfred Kainz
Obmann Außen-handel
In Hinblick auf die Exportprodukte gab es 2025 ein differenziertes Bild. Während sich die Produktgruppen „Pharmazeutische Erzeugnisse“ (plus 23,6 Prozent) sowie „Holz und Holzwaren“ (plus 11,9 Prozent) positiv entwickelten, gab es etwa bei „Waren aus Eisen und Stahl“ (minus 12,9 Prozent) sowie „Eisen und Stahl“ (minus 5,9 Prozent) Rückgänge.
„Der leichte Rückgang der Warenexporte ist kein Alarmsignal, aber ein deutlicher Hinweis darauf, dass geopolitische Unsicherheiten, schwächere Nachfrage in wichtigen Märkten und hohe Standortkosten auf unsere exportorientierten Leitbetriebe drücken.“

Kurt Maier
IV Steiermark