Tausende Schindeln von Hand gemacht
Klaus Pfaffeneder übt als Schindelmacher ein äußerst seltenes Gewerbe aus. Das Know-how dazu hat er sich über Jahre angeeignet.
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Ein jahrhundertealtes Handwerk lässt der Obersteirer Klaus Pfaffeneder neu aufleben: Als Schindelmacher fertigt er in seiner Manufaktur in Vordernberg von Hand zig Lärchen- und Fichtenplatten – und übt damit eine Profession aus, die heute nur noch ganz wenige beherrschen. Der entsprechende Lehrberuf wurde längst abgeschafft.
Doch wie hat Pfaffeneder das alte Handwerk erlernt? Die Entstehungsgeschichte klingt abenteuerlich, schaute sich der ehemalige Alpinpolizist doch bei einem Schafhirten ab, wie man Schindeln fertigt – und eignete sich selbst das Know-how dazu dann Schritt für Schritt an. „Und zwar vom Baum bis zur fertigen Schindel“, wie er erklärt.
Dazu gehört etwa, Holz richtig „lesen“ zu können, zum idealen Zeitpunkt – im abnehmenden Mond und nach bestimmten Lostagen – zu schlägern und dann zu verarbeiten. Dabei werden von einem Holzstück Kern und der Splint entfernt, das Holzteil gespalten. Danach wird die Rohschindel in einer Werkbank eingespannt und weiterverarbeitet.
Die einzelnen Handgriffe sitzen – und das Ergebnis kann sich sehen lassen, finden sich seine Schindeln doch auf Fassaden und Dächern, auf Kirchen und sakralen Bauten, auf Kuppeln und Galerien genauso wie auf Privathäusern. „Die Schindeln sind nicht nur ästhetisch, sondern auch äußerst robust“, sagt Pfaffeneder. Das Deckungsmaterial hält der Witterung bis zu 200 Jahre stand. Quasi unzerstörbar sind auch die Schieferschindeln, die er ebenso im Sortiment hat und in Form klopft.
Wenig verwunderlich also, dass der Unternehmer in seiner Werkstatt alle Hände voll zu tun hat: Aufträge trudeln nicht nur aus ganz Österreich, sondern auch aus dem bayrischen Raum ein. Infos: www.schindelei.com