Von Peggau bis Košice: Grüne Lieferkette für Branntkalk
Neue Container vereinfachen den Transport von Branntkalk, reduzieren die CO2-Emissionen und sollen den Export verdoppeln.
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Zu übersehen sind das Werk und der Steinbruch im Murtal an der Engstelle zwischen Peggau und Frohnleiten nicht. Schon seit 125 Jahren wird hier Kalkstein abgebaut und seit 1900 in zwei Schachtöfen gebrannt. 1994 kam das Kalkwerk im Zuge der Übernahme der Steirischen Montanwerke zur Wietersdorfer Gruppe. Mittlerweile firmieren deren Kalkaktivitäten unter der Dachmarke InterCal.
An fünf Standorten in drei Ländern (Österreich, Slowenien, Kroatien) werden Kalksteine und Branntkalk sowie Kalkmischungen für unterschiedliche Anwendungen in der Stahl- und chemischen Industrie, in der Landwirtschaft und in der Papier- und Baubranche produziert. Aus Peggau liefert man unter anderem Branntkalk in die Slowakei.
Dabei kommen jetzt neue Container namens „Mountainer“ zum Einsatz, bei denen kein aufwendiges Umladen mehr notwendig ist. Nach der Befüllung am Werksgelände werden sie mit Elektro-Lkw zunächst zum Bahnhof in Peggau transportiert. Von dort geht es per Bahn weiter zum Kunden in Košice in der Slowakei. Der Transport wird beschleunigt, emmisionsfrei und soll deutlich ausgebaut werden. Bei InterCal will man die derzeitige Kapazität von rund 20.000 Tonnen pro Jahr auf bis zu 4.500 Tonnen pro Monat mehr als verdoppeln.
20 Länder, 3 Spurbreiten
Der „Montainer“ wurde in Zusammenarbeit mit Innofreight entwickelt. Das 2002 gegründete und in Bruck an der Mur ansässige Unternehmen hat sich auf flexible Frachtlösungen für den Bahntransport spezialisiert. Die Palette reicht von Agrargütern über Baustoffe bis hin zum Transport von Stahl, Energie-, Chemieprodukten und Flüssigkeiten. Das modulare System ist zwischen Finnland und Portugal in zwanzig Ländern und auf allen drei gängigen europäischen Spurbreiten im Einsatz. Insgesamt zwei Millionen Containerladungen werden pro Jahr abgewickelt. In Peggau kommen jetzt bis zu 32 pro Woche dazu.
„Wir können energieintensive Produkte klimafreundlich transportieren.“

Lutz Weber
InterCal
„Mit diesem Projekt zeigen wir, dass selbst energieintensive Produkte wie Branntkalk klimafreundlich produziert und transportiert werden können“, ist InterCal-Geschäftsführer Lutz Weber stolz. Denn nicht nur beim Transport, auch bei der Herstellung der Kalkprodukte setzt man bei InterCal auf nachhaltige Lösungen. So wird im Werk in Peggau bereits seit 2019 Holzstaub als CO2-neutraler Energieträger eingesetzt. In Kombination mit dem neuen Container-System entsteht damit eine durchgehend „grüne“ Lieferkette.