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Grubinger mit weißem Baustellenhelm auf einer Baustelle, an einem Tablet arbeitend.
© recordIT

Steirer machen Schluss mit dem Baustellen-Chaos

Das Unternehmen „recordIT“ ermöglicht die Überprüfung kritischer Infrastruktur wie Brücken oder Tunnels mittels 3D-Modellen. Daneben bietet man Lösungen für Baustellendokumentation und Handwerksbetriebe.

Lesedauer: 4 Minuten

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Aktualisiert am 10.06.2026

Manche Dinge sind einfach notwendig. Man braucht sie im alltäglichen Leben, sie funktionieren im Hintergrund, halten alles am Laufen. Zusammengefasst werden sie heutzutage oft unter der etwas sperrigen Begriffskombination „Kritische Infrastruktur“. Neben Energie und Wasser zählen dazu auch Brücken, Tunnels oder verschiedenste Stützbauwerke. Ihr Erhalt ist für viele Menschen von essenzieller Bedeutung, gleichzeitig müssen ihre Betreiber – etwa das Land Steiermark oder die Asfinag – sie laufend überprüfen. Nicht zuletzt, um Sicherheit zu garantieren. Ein riesiger logistischer Aufwand – den das Grazer Unternehmen „recordIT“ massiv reduzieren kann. Dafür kommen maßstabsgetreue 3D-Modelle zum Einsatz, die direkt vor Ort, ohne Zusatzaufwand genutzt werden. 

Gegründet wurde das Unternehmen im Jahr 2017, wie Geschäftsführer Stefan Grubinger erzählt. „Wir wollten den digitalen Lückenschluss zwischen Baustelle und Büro ermöglichen.“ Zu Beginn lag der Fokus vor allem auf der Baustellen-Dokumentation. „Da waren wir zuletzt etwa bei der Fürstenfelder Schnellstraße mit dabei oder auch beim Karawankentunnel und dem Grazer Güterterminal. Wir betreuen auch viele Projekte des Landes“, betont Grubinger mit Blick auf den Mehrwert für die Kunden: „Bei Großbaustellen kann man über die Jahre bis zu 50.000 Fotos zusammentragen. Wird später etwas Konkretes aus der Dokumentation gesucht, kann das entsprechend schwer werden. Mit uns kann man die Nadel im Heuhaufen wiederfinden – und das schnell!“

3D und Virtual Reality

Im Kundenkontakt habe sich das Unternehmen dann stetig bedarfsorientiert weiterentwickelt und zunehmend auf die genannte Bauwerksprüfung spezialisiert. Für die Prüfung kritischer Infrastruktur wird durch Photogrammetrie aus Fotos ein maßstabsgetreues 3D-Modell des Bauwerks erstellt. „Die Prüfung kann dann unmittelbar vor Ort erfolgen.“ Auch Virtual und Augmented Reality kommen dabei zum Einsatz. „Das wollen wir in Zukunft noch weiter ausbauen“, so Grubinger. Denn der Bedarf sei da: „Wir stellen unsere Software für Gemeinden, ÖBB, das Land und Co. zur Verfügung – und dann wird damit dokumentiert oder geprüft“, erklärt der Unternehmer. 

Auch ein weiterer Schwerpunkt habe sich später herauskristallisiert. Seit 2023 bietet recordIT auch ein Organisations- und Projektmanagementtool für Handwerksbetriebe an. „Vom Kunden-Erstkontakt bis zu sämtlichen Prozessen, Terminen und Fotos kann alles über unsere Software abgewickelt und organisiert werden“, so Grubinger. 

„Wir wollen es Ingenieuren ermöglichen, zu standardisieren, automatisieren und einen höheren Standard bei geringerem Zeitaufwand zu erreichen.“

Wachstum im Blick

Großes Ziel ist es, Kunden – egal ob im Hoch- oder im Tiefbau – einen höheren Standard zu ermöglichen. Und das bei geringerem Zeitaufwand – unabhängig davon, ob es um Organisation und Koordination, die Dokumentation oder eben die  Prüfung geht. Grubinger: „Wir bieten mehr Effizienz und schaffen einen hohen Standardisierungsgrad bei Berichten und Dokumentationen – also eine hohe Vergleichbarkeit.“ Entsprechend groß auch das Interesse. Seit der Gründung konnte recordIT ein jährliches Wachstum von rund 25 Prozent verzeichnen, heuer steuert man einen Umsatz von rund 750.000 Euro an. Ein solides Fundament,  auf dem man künftig – natürlich professionell geprüft und dokumentiert – weiter aufbauen möchte. 

Quergefragt

Was ist Ihre Vision?

Grubinger: Niederschwellig bessere Qualität, mehr Effizienz und Vergleichbarkeit bei Prüfungen im Bausektor zu ermöglichen.

Die nächsten Ziele?

Den Wachstumskurs beizubehalten und zur Standardlösung für die Bauwerksprüfung zu werden.

Größte Herausforderungen?

Das Ohr immer an den Kunden zu haben und nicht am Markt vorbeizuentwickeln. Die Lösungen sollen wirklich Mehrwert stiften.