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Geschäftsmann im Anzug schützt ein modernes Gebäudemodell
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Zahlungsunfähige Kunden: Wie Betriebe sich absichern können

Die Firmeninsolvenzen steigen seit Jahren stetig an. Welche Versicherungen bei offenen Forderungen helfen können.

Lesedauer: 3 Minuten

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Aktualisiert am 07.05.2026

2025 schrieb man in Österreich mit Blick auf Firmeninsolvenzen das dritte Rekordjahr in Folge – und in der Steiermark blieb die Lage laut Alpenländischem Kreditorenverband auch im ersten Quartal angespannt: 149 Verfahren wurden eröffnet, eine Steigerung von 18,25 Prozent. Was bei all diesen Zahlen häufig übersehen wird: Eine Firmenpleite betrifft nicht nur das Unternehmen selbst, sondern immer auch andere Betriebe, die als Gläubiger auf Zahlungen warten (siehe auch hier). „Es lohnt sich jedenfalls, hier rechtzeitig eine Vorsorge zu treffen“, betont Wolfgang Wachschütz, Fachgruppenobmann der steirischen Versicherungsmakler und Berater in Versicherungsangelegenheiten.

Es wird immer eine Bonitätsprüfung der Kunden durchgeführt. Das heißt, ich weiß vorab, ob ich liefern soll – allzu oft wissen Unternehmen ja gar nicht, dass ihre Geschäftspartner vor einer Insolvenz stehen.

Grundsätzlich gebe es vor allem zwei Möglichkeiten: „Eine Firmenrechtsschutzversicherung inklusive Vertragsstreitigkeiten und eine Warenkreditversicherung“, so der Experte. Erstere ermöglicht, etwaige Forderungen ohne Kostenrisiko vor Gericht durchzusetzen – und deckt bis zu einer gewissen Streitwertobergrenze unter anderem Anwalts-, Gerichts- oder Sachverständigenkosten ab. Wachschütz: „Dabei ist nur wichtig, darauf zu achten, dass Forderungen der Gegenseite nicht auf die eigenen Forderungen angerechnet werden können – damit man nicht so rasch über die Obergrenze kommt.“ Die zweite Möglichkeit, um sich vor Zahlungsausfall zu schützen, sei die besagte Warenkreditversicherung. „Hier springt die Versicherung ein, wenn ein Kunde zahlungsunfähig wird – und fängt den Ausfall bis zu einem gewissen Grad ab.“ Mit der Versicherung gehe aber noch eine weitere Dienstleistung einher: „Es wird immer eine Bonitätsprüfung der Kunden durchgeführt. Das heißt, ich weiß vorab, ob ich liefern soll – allzu oft wissen Unternehmen ja gar nicht, dass ihre Geschäftspartner vor einer Insolvenz stehen.“

Die aktuellen wirtschaftlichen Herausforderungen machen sich laut Wachschütz jedenfalls bemerkbar: „Der Bedarf steigt – auch wenn noch zu wenige Unternehmen über das Risiko und die Schutzmöglichkeiten informiert sind. Dabei ließen sich so einige Folgeinsolvenzen vermeiden!“