Tiroler Jugendstudie 2026
Wie ticken Tirols Jugendliche wirklich – und was heißt das konkret für Recruiting, Lehre und Mitarbeiterbindung? Die Tiroler Jugendstudie 2026 liefert erstmals fundierte, regionale Daten als Entscheidungsgrundlage für Ausbildungsbetriebe.
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Wie können Betriebe junge Nachwuchskräfte für sich begeistern? Wie können Schulen Wissen optimal vermitteln und Jugendliche bestmöglich auf das Erwerbsleben vorbereiten? Und wie können Unternehmen ihre Produkte und Dienstleistungen so ausrichten, dass sie junge Zielgruppen tatsächlich erreichen? Diese Fragen beschäftigen Betriebe aller Branchen – nicht zuletzt vor dem Hintergrund des zunehmenden Fach- und Arbeitskräftemangels.
An der Präsentation der ersten Tiroler Jugendstudie im Festsaal der Tiroler Wirtschaftskammer haben rund 200 Personen teilgenommen - vielen Dank an alle Vertreter:innen der Ausbildungsbetriebe, der Schulen und der Bildungspolitik für ihr Interesse und den intensiven Austausch. Die Veranstaltung hat deutlich gemacht, wie relevant fundierte Einblicke in die Lebenswelt junger Menschen für die betriebliche Praxis sind. Die Vorstellung der Detailergebnisse durch Studienautor Heinz Herczek, persönliche Berichte von Jugendlichen und eine hochkarätige Podiumsdiskussion zeichneten ein umfassendes Bild der Einstellungen, Erwartungen und Berufswünsche von Jugendlichen der 7. bis 9. Schulstufe.
Die Studienergebnisse liefern eine klare Botschaft: Tirols Jugendliche sind leistungsbereit, werteorientiert und wollen ihre Zukunft aktiv gestalten – gleichzeitig stehen sie unter wachsendem Druck und erleben Unsicherheiten. Damit rücken Fragen der richtigen Ansprache und Begleitung stärker in den Mittelpunkt.
Lehre hat höheren Stellenwert
Eine besonders erfreuliche Aussage der Studie: Die Lehre hat in Tirol einen wesentlich höheren Stellenwert als im Österreichschnitt. In Tirol sehen 40 % der Jugendlichen in diesem Ausbildungsweg eine attraktive Zukunftsoption, österreichweit sind es nur 12 %. Entscheidend für die Jugendlichen ist die konkrete Erlebbarkeit – durch praktische Einblicke, Möglichkeiten zum Ausprobieren und reale Erfahrungen. Genau darin liegt auch ein zentraler Hebel für Betriebe, die Attraktivität der Lehre weiter zu stärken.
Gleichzeitig zeigt sich klar: Leistung entsteht bei Jugendlichen nicht primär durch Druck, sondern durch passende Rahmenbedingungen. Freude an der Tätigkeit, ein unterstützendes Umfeld und Vertrauen in die eigenen Fähigkeiten sind die entscheidenden Faktoren für Motivation und Einsatzbereitschaft. Geld spielt als Motivationsfaktor für Leistung nicht die zentrale Rolle.
Deutlich wird auch, dass sich Tiroler Jugendliche früher als im Durchschnitt mit ihrer beruflichen Zukunft auseinandersetzen. Viele wollen ihren Weg aktiv gestalten, wünschen sich dabei aber Orientierung. Gleichzeitig versuchen sie häufig, Herausforderungen eigenständig zu bewältigen und nehmen Unterstützungsangebote weniger in Anspruch. Gerade in dieser frühen Phase liegt jedoch eine große Chance für Betriebe, Jugendliche mit maßgeschneiderten Angeboten und einer Kommunikation auf Augenhöhe gezielt anzusprechen und für eine Ausbildung zu gewinnen.
Wir hoffen, mit dieser Studie einen Beitrag dazu geleistet zu haben, das Verständnis für die Lebensrealitäten junger Menschen zu vertiefen. Denn nur wer weiß, wie Jugendliche ticken, kann seine Angebote gezielt weiterentwickeln und erfolgreich auf diese Zielgruppe ausrichten.