happyBytz: Leckerer Lückenfüller
Wedl, Giner und happyBytz schließen Verpflegungslücken: Robotergestützte Küchen servieren rund um die Uhr frische, regionale Gerichte.
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Er heißt „RoboBistro14“ und der Name verrät schon so manches. Bei RoboBistro14 handelt es sich um einen vollautomatischen Küchenroboter, der im Chirurgiezentrum – Haus 14 – des Landeskrankenhauses Hall steht, rund um die Uhr frische Bowls und Salate zubereitet und gewissermaßen das Epizentrum eines Pilotprojektes bildet, das Mitte Juni 2026 entsprechend gefeiert wurde.
„Mit dem RoboBistro14 können wir unseren Mitarbeiter:innen rund um die Uhr hochwertiges, frisch zubereitetes Essen von regionalen Lieferanten anbieten – gerade im Nachtdienst war das bisher kaum möglich. Davon profitieren ebenso unsere Patient:innen und Besucher:innen“, sagte Wolfgang Markl, Kaufmännischer Direktor des Landeskrankenhauses Hall, anlässlich der Eröffnung dieses doch außergewöhnlichen Bistros. Gesundheitslandesrätin Cornelia Hagele hielt in diesem Rahmen fest: „Das Projekt zeigt, wie innovative Technologien ganz konkret zur Verbesserung des Klinikalltags beitragen können. So verbessern wir die Rahmenbedingungen für unsere Beschäftigten und stärken die Qualität der Versorgung für Patientinnen und Patienten.“
Die Beschäftigten des Krankenhauses selbst haben „ihrem“ vollautonomen Küchenroboter den Namen RoboBistro14 gegeben, was recht eindrücklich darauf hindeutet, dass sie das Schließen der qualitativen Versorgungslücke willkommen heißen.
Zündende Idee
Die Idee, diese Versorgungs- beziehungsweise Verpflegungslücken mithilfe robotergestützter Küchenassistenten und ihren frisch gekochten Gerichten rund um die Uhr dort zu schließen, wo ein qualitätsvolles Speisenangebot durchgehend gefragt ist, aufgrund des Zeit- und Personalmangels in der Gastronomie aber nicht angeboten werden kann, war für die Gründer des Hamburger Tech-Start-ups goodBytz eine zündende. Sie entwickelten roboterassistierte Küchensysteme und weckten damit Aufmerksamkeit in Tirol, genauer gesagt beim Lebensmittelgroßhändler Wedl und dem Agrarunternehmen Giner. Die beiden Traditionsunternehmen waren rasch vom Potenzial überzeugt, gründeten das Unternehmen happyBytz, feilten – unterstützt von den Technologie-Partnern aus Hamburg – weiter am Konzept, an der Verarbeitung der lizensierten Rohzutaten sowie an den kundenspezifischen Rezepten und präsentierten ihr kulinarisches Konzept rund um den roboterassistierten Küchenassistenten im Herbst 2025 im Rahmen der Fafga.
Dort konnten Interessierte erstmals nachvollziehen, wie die teil- oder vollautonom arbeitenden Assistenzsysteme frisch zubereitete vollwertige Gerichte produzieren. Die Technologie basiert auf bewährter Gastronomie-Hardware wie Kochstationen, Spül- und Kühlsystemen sowie temperierten Vorratsschränken für frische Zutaten. Hochpräzise Roboterarme, innovative Toppingstationen sowie ein digitales Bestellsystem komplettieren das System.
Höchste Produktqualität
Der Qualitätsclou liegt nicht nur in den Rezepten, die bei Bedarf auf jeden Einsatzort maßgeschneidert entwickelt und programmiert werden können, sondern vor allem auch in den Zutaten, mit denen die Küchenroboter bestückt werden und die auf Basis des flächendeckenden Wedl-Zustellservices punkt- beziehungsweise rezeptgenau in ganz Österreich geliefert werden können. „Sowohl das Unternehmen Wedl als auch wir sind dafür bekannt, großen Wert auf höchste Produktqualität in puncto Frische und Regionalität zu legen“, betont Andreas Giner, der zusammen mit Klaus Mantl die happyBytz-Geschäfte führt – und weiter am so innovativen wie spacigen Dienstleistungs-Portfolio werkelt.
Weitere Informationen unter: www.happybytz.com
Eine automatisierte Ergänzung
Im Interview mit der Tiroler Wirtschaft erzählt Wedl-Geschäftsführer Klaus Mantl, der gemeinsam mit Andreas Giner die Geschäftsführung von happyBytz inne hat, über den Clou der roboterassistierten Küchensysteme, den regionalen Charme und sagt: „Ja, am Anfang klingt das alles ein bisschen spacig.“
Neben dem Hamburger Tech-Start-up goodBytz sind der Tiroler Agrarbetrieb Giner und der Lebensmittelgroßhändler Wedl Partner von beziehungsweise bei happyBytz. Durch die Produkte, die in den robotergestützten Küchenassistenten verwendet werden, bekommt happyBytz einen regionalen Charme. Ist auch das ein Kernpunkt der Idee?
Klaus Mantl: Genau. Wir sind ganz klar darauf fokussiert, regionale Artikel zu verwenden. Die Wedl Handels-GmbH, als regionaler Lebensmittelgroßhändler mit über hundertjähriger Geschichte, und die Firma Giner, ein Familienbetrieb mit sehr viel Tradition, stehen für Regionalität, stehen für Produkte, die in der Saison natürlich auch aus der Umgebung kommen. Und das wollen wir auch in diesem Projekt ganz klar leben. Es ist wie in jeder Küche. Die Qualität der Zutaten ist entscheidend. Wenn man bei unserem Küchenassistenten „hinten“ nichts Ordentliches an Lebensmitteln reingibt, bekommt man auch „vorne“ nichts Ordentliches raus.
Ein vollautomatisierter Küchenassistent klingt sehr spacig. Auch für Sie?
Ja, am Anfang klingt das alles ein bisschen spacig. Aber wenn man sich im Detail anschaut, was der robotergestützte Küchenassistent macht und vor allem, wenn man vom Geschmack der Speisen überzeugt wird, wird es anders.
Welche Speisen sind im happyBytz-Portfolio?
Wir haben in unserer Entwicklungsküche in Hall circa 150 bis 200 Eigengerichte entwickelt. Das geht von Asiatisch über Italienisch bis zu Tiroler Hausmannskost, wie Käsespätzle, Tiroler Gröstl, Eierschwammerl oder Gulasch mit Semmelknödel. Auch das gesunde Frühstückssortiment zählt dazu. Das Portfolio ist sehr, sehr breit. Der Küchenroboter kocht immer gleich, stellt dann den dreckigen Topf automatisch in die integrierte Geschirrspülmaschine, der Topf wird automatisch gereinigt und ist dann wieder bereit für das nächste Gericht. Bei uns im Kasernenweg in Hall steht ein warmkochender Roboter, der für jeden zugänglich ist, und im Landeskrankenhaus Hall – im Gebäude 14 - steht unser autonomes Küchensystem luca, ein Küchenroboter, der durchgehend frische Bowls und Salate zubereitet. Da kann man sozusagen blind verkosten.
Und das 24 Stunden am Tag, sieben Tage die Woche?
Genau, darum geht es. Unsere Küchenroboter sind eine Verpflegungslösung dort, wo 24 Stunden am Tag, sieben Tage die Woche Verpflegung für die Mitarbeiter:innen benötigt wird. Sie sind als Ergänzung für jene Randzeiten da, in denen es schwierig ist, Personal zu finden und sie sind kein Ersatz für Köchinnen und Köche. Wir wollen da niemandem den Job wegnehmen.