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Vom historischen Tankwagen zum modernen Tanklastzug: Der Fuhrpark von Zotz Transporte zeigt eindrucksvoll, wie stark sich Technik, Sicherheit und Effizienz im Straßengüterverkehr über die Jahrzehnte weiterentwickelt haben. Die beiden Fahrzeuge stehen zugleich sinnbildlich für 100 Jahre Unternehmensgeschichte und den Wandel einer ganzen Branche.
© ZotzTransporte

Hundert Jahre auf Achse

100 Jahre Zotz Transporte: Vom Taxi zum Tanklaster. Ina Zotz führt den Familienbetrieb in dritter Generation mit Weitblick und Einsatz.

Lesedauer: 6 Minuten

Aktualisiert am 20.08.2026

Der Arbeitstag in Ehrwald beginnt mit einem Blick zurück – und einem in die Zukunft. Bis Mittag müssen alle Lieferungen des Vortags an die Auftraggeber zurückgemeldet sein: Welche Mengen gingen an welche Destinationen? Danach richtet sich der Blick nach vorn. Ein Dispositionsprogramm spielt laufend die aktuellen Füllstände der Tankstellen ein, aus diesen Daten und den Verbräuchen der Vergangenheit plant das Team die Touren für den nächsten Tag. Klingt nach Routine, ist es aber nicht: Gerade in Grenznähe springen die Verbräuche stark. Während Tankstellen in der Stadt relativ konstant absetzen, kann der 
Tagesverbrauch am Land schon einmal das Doppelte des Vortags betragen – oder die Hälfte.

100 Jahre Jubiläum: (v.l.)WK Tirol Mitarbeiterin Clara Hochenegg , Obmann der Fachgruppe für das Güterbeförderungsgewerbe Tirol Ulf Schmid, Vizebürgermeister Ehrwald Gert Köpfle, GF Ina-Maria Zotz, Tochter Philipa Zotz, Bezirksstellen Leiter Wolfgang Winkler und Bezirksstellen Obmann Christian Strigl.
© Fotostudio Rene 100 Jahre Jubiläum: (v.l.)WK Tirol Mitarbeiterin Clara Hochenegg , Obmann der Fachgruppe für das Güterbeförderungsgewerbe Tirol Ulf Schmid, Vizebürgermeister Ehrwald Gert Köpfle, GF Ina-Maria Zotz, Tochter Philipa Zotz, Bezirksstellen Leiter Wolfgang Winkler und Bezirksstellen Obmann Christian Strigl.

Rechnen mit dem Ungewissen

Wer Tankstellen versorgt, muss den Markt lesen können. Preisentwicklungen und Preisunterschiede in den Nachbarländern wirken sich unmittelbar aus, politische Maßnahmen wie unterschiedliche Spritpreisbremsen in Deutschland und Österreich schlagen sofort auf die Nachfrage durch. Ina Zotz beobachtet deshalb täglich das Weltgeschehen und die Zapfsäulenpreise jenseits der Grenze. „Eine Tankstelle darf nie leer werden – nie. Also müssen wir immer richtig antizipieren und liefern, wenn es sein muss, auch an Sonn- und Feiertagen“, sagt die Geschäftsführerin. Planbar ist in ihrem Geschäft wenig geworden: „Ich sage immer, wir machen eigentlich nur noch Chaosmanagement.“ Dass kein Tag dem anderen gleicht, empfindet sie trotzdem als Reiz. Der Berg wirke oft riesig, erzählt sie – aber wenn man ihn dann doch wieder erklommen hat, wisse man: Wir können es ja doch. Diese Herausforderung, sagt sie, brauche sie.

Vom Omnibus zum Tanklaster

Begonnen hat alles 1926, als Emil Zotz in 
Ehrwald einen Taxi- und Omnibusbetrieb gründete. Die Lage nahe der deutschen Grenze bot ideale Voraussetzungen für den Ausflugsverkehr – und der Unternehmergeist lag offenbar in der Familie. Als Emil Zotz im Krieg war, führte seine Frau den Betrieb weitgehend allein weiter. „Das war einfach eine starke Frau“, erinnert sich die Enkelin. 1958 verlagerte Herbert Zotz den Schwerpunkt auf den Transport von Mineralölen – weniger aus Not als aus echtem Interesse an Lastwagen und Motorentechnik, getragen vom Wirtschaftsaufschwung jener Jahre. Wer damals ordentlich arbeitete und die Wünsche der Auftraggeber bestmöglich erfüllte, machte sich rasch einen Namen. Seit 1971 ist das Unternehmen ein reiner Güterbeförderer, heute beliefert es Tankstellen und Kunden in ganz Tirol und darüber hinaus. Der Treibstoff kommt aus Lagern in Österreich und Deutschland – der grenznahe Standort spielt dem Betrieb dabei in die Karten.

Solide Basis, niedrige Spannen

1996 übernahm Ina Zotz die Geschäftsführung. Ursprünglich war sie nur für die Verwaltung vorgesehen – ein Bereich, in dem sie sich dank schulischer Ausbildung in der HLW, BWL-Studium und mehreren Jahren in einem Innsbrucker Steuerbüro nie fürchten musste. Die Technik fordert sie bis heute. Dafür verlässt sie sich auf einen erfahrenen Mechaniker, ihre Mitarbeiter sowie auf Lieferanten und Werkstättenpartner, die über das Übliche hinaus mitdenken. Von ihrem Vater übernahm sie einen Betrieb ohne Investitionsrückstand: Gebäude, Anlagen und Fuhrpark wurden stets instand gehalten. Ein Prinzip, an dem sie festhält – denn die Spannen im Gewerbe sind niedrig, gutes Wirtschaften ist Pflicht. Ihr Ziel für die kommenden Jahre formuliert sie entsprechend nüchtern: die Wirtschaftlichkeit erhalten und optimieren, die Fahrzeuge und Anlagen in Ordnung halten – Tag für Tag. Dass eine Frau ein Transportunternehmen an der Spitze führt, ist im männerdominierten Straßengüterverkehr bis heute die Ausnahme, zeigt sich WK-Bezirksstellenleiter Wolfgang Winkler beeindruckt. Kompetenz und Zuverlässigkeit seien es, die die Kund:innen über Generationen hinweg schätzen.


Respekt für eine unterschätzte Branche

Ein Anliegen ist Ina Zotz die Wahrnehmung ihrer Branche. Durch die Verkehrsdebatten habe der Straßengüterverkehr ein Imageproblem – zu Unrecht, findet sie. Ihre Auftraggeber verlangen für die Tankstellenbelieferung strenge Zertifizierungen, gearbeitet wird auf hohem Niveau, konsequent und genau. „Dass man nicht immer nur auf den Lkw schimpft, sondern bedenkt, dass der die Leute versorgt – und dass da Leute drinsitzen, die jeden Tag ihr Bestes geben“, wünscht sie sich. Mehr Respekt für diese Leistung, sagt sie, müsse auch bei der Politik anfangen.

Fünfzehn Leute, ein Uhrwerk

Unvorhergesehenes gehört bei Zotz Transporte zur Tagesordnung. Hektisch sei es, meistens ungeplant – damit umzugehen müsse man lernen, sagt die Geschäftsführerin. Was sie dabei trägt, ist ihr Team: 15 Beschäftigte, vom Büro bis hinters Lenkrad, die der Gemeinde Ehrwald seit Generationen sichere Arbeitsplätze bedeuten. Im Ort kennt man den Betrieb ohnehin – nach 100 Jahren ist er längst ein Stück Ortsgeschichte. Für Ina Zotz ist klar, dass ein Dienstleister nur als Ganzes funktioniert: „Dienstleistung kann der Chef nie allein machen. Dazu braucht man immer ein Umfeld.“ Wenn am Ende eines chaotischen Tages doch wieder alles ausgeliefert ist, dann deshalb, weil alle ihr Bestes gegeben haben – und genau das, findet sie, könne man sich am Abend auch nicht vorwerfen.

Vom historischen Tankwagen zum modernen Tanklastzug: Der Fuhrpark von Zotz Transporte zeigt eindrucksvoll, wie stark sich Technik, Sicherheit und Effizienz im Straßengüterverkehr über die Jahrzehnte weiterentwickelt haben. Die beiden Fahrzeuge stehen zugleich sinnbildlich für 100 Jahre Unternehmensgeschichte und den Wandel einer ganzen Branche.
© Zotz Transporte Der Fuhrpark von Zotz Transporte zeigt eindrucksvoll, wie stark sich Technik, Sicherheit und Effizienz im Straßengüterverkehr über die Jahrzehnte weiterentwickelt haben. Die beiden Fahrzeuge stehen zugleich sinnbildlich für 100 Jahre Unternehmensgeschichte und den Wandel einer ganzen Branche.

Ein Jubiläum zum Danken

Wohin sich Mobilität und Politik entwickeln, lässt sich schwer vorhersagen. Zotz plädiert für Technologieoffenheit und einen Markt, der entscheidet, was sich durchsetzt – flüssige Kraftstoffe, ob fossil oder synthetisch, hätten dabei nach wie vor handfeste Vorteile. Mit ihren Töchtern Philipa und Anne steht womöglich schon die vierte Generation bereit. Stolz ist die Mutter auf beide: Die Töchter hätten stets Rücksicht auf ihre Arbeit genommen und seien sehr selbstständig geworden. Was sie den beiden mitgibt, bringt die Mutter auf einen Satz: „Man muss immer sein Bestes geben und sich und seinen Prinzipien treu bleiben.“ 

Das Jubiläum ist für sie vor allem ein Anlass zum Danken: „Auf 100 Jahre Familienbetrieb bin ich unglaublich stolz – aber allein wäre das niemals möglich gewesen. Ich habe von meinen Eltern und Großeltern ein Fundament übernommen, für das ich sehr dankbar bin. Und ohne meine Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter wären die täglichen Aufgaben nicht zu bewältigen“, betont Zotz. Die WK-Bezirksstelle Reutte gratuliert herzlich – mit dem Obmann der Fachgruppe für das Güterbeförderungsgewerbe Tirol Ulf Schmid, WK-Bezirksobmann Christian Strigl und WK-Bezirksstellenleiter Wolfgang Winkler. „100 Jahre in einem so anspruchsvollen Geschäft schafft man nur mit Verlässlichkeit, Weitblick und einem Team, das zusammenhält. Zotz Transporte zeigt, welche Kraft in unseren Familienbetrieben im Außerfern steckt. Dazu gratuliere ich im Namen der gesamten Bezirksstelle sehr herzlich“, so Strigl. Hundert Jahre nach dem ersten Taxi steht in Ehrwald fest: Wer jeden Tag sein Bestes gibt, dem geht der Treibstoff nicht aus.

Alle Informationen unter: www.zotztransporte.com

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