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Gemüsekiste
© Atelier Hohlrieder - Tiroler Gemüsekiste

Tiroler Gemüsekiste: Zweite Generation mit Mut und Vision

Mit der Übergabe der Tiroler Gemüsekiste an die zweite Generation wird ein neues Kapitel dieser rundum schönen, gesunden, regionalen und nachhaltigen Geschichte aufgeschlagen. 2005 haben Brigitte und Michael Lebesmühlbacher begonnen, das vitaminreiche Netzwerk von Kramsach aus über’s ganze Land zu spannen. Seit Anfang 2026 sind ihre Töchter Anna, Lisa und Pia dafür verantwortlich, dass die auch an positiven Werten so reichen Kisten ankommen – und neben den regionalen Wirtschaftskreisläufen auch die guten Gefühle befeuern. 

Lesedauer: 5 Minuten

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Aktualisiert am 02.04.2026

Unsere Landwirte haben schon vor einiger Zeit damit angefangen, die Felder zu bestellen“, sagt Pia Jager. In ihren Worten steckt wohl eine der schönsten frohen Botschaften: Der Frühling ist da! Alle, die gerne mit den Jahreszeiten leben und dementsprechend gerne auch den Winter verabschieden, können das freudige Prickeln in Pias Stimme nachvollziehen. Die aktuell ca. 4.500 Kundinnen und Kunden der Tiroler Gemüsekiste können das noch ein bisschen mehr, bedeutet der Frühling für sie doch die Aussicht auf die erste Kiste mit frischem Feldgemüse.   

Mitte April 2026 startet sie – die neue Gemüsesaison. Für Pia und ihre Schwestern Anna Konvicka und Lisa Lebesmühlbacher wird diese Frühlingsgemüsesaison für immer eine ganz spezielle bleiben, ist es doch die erste, in der sie die Verantwortung für das bewährte Tiroler Gemüsekisten-Gespann aus Landwirt:innen, Zusteller:innen und Kund:innen tragen. „Unsere Mama ist vor zwei Jahren und unser Papa Ende 2025 in Pension gegangen. Anfang 2026 haben wir drei Schwestern die Führung unseres Familienunternehmens übernommen“, stellt Pia fest. Es ist ein besonderer Generationswechsel, auf den die 36-Jährige da hinweist, ist es doch ein besonderes Familienunternehmen, das damit noch ein Stück tiefer wurzeln darf. „Wir sind mit der Tiroler Gemüsekiste aufgewachsen. Sie ist das Lebenswerk unserer Eltern und steckt uns wirklich im Blut“, sagt Pia und ergänzt: „Was hier weitergegeben wird, sind nicht nur Aufgaben und Verantwortung, sondern auch Haltung, Werte und die Überzeugung, dass gute Lebensmittel und Ehrlichkeit wertgeschätzt werden.“ 

Gemüsekiste
© Atelier Hohlrieder - Tiroler Gemüsekiste Vor mehr als 20 Jahren haben Michael und Brigitte Lebesmühlbacher die Tiroler Gemüsekiste ins Leben gerufen – seit Anfang 2026 wird das Erfolgskonzept von ihren Töchtern Pia, Lisa und Anna weitergeführt.

Nachhaltige Energiebombe

Zu Beginn der 2000er Jahre haben Brigitte und Michael Lebesmühlbacher begonnen, gedanklich und ganz praktisch an dieser geschmackvollen Tiroler Wertekiste zu basteln. Die wichtigsten Werte wurden zu Beginn festgesetzt: Kurze Wege, planungssichere Absatzmöglichkeiten für kleinstrukturierte Landwirtschaften und ein Angebot zu ermöglichen für das wachsende Bedürfnis der Menschen nach qualitativ hochwertigen Produkten. 

Im April 2005 – ziemlich genau vor 21 Jahren also – war es so weit. Erstmals wurden 158 Tiroler Gemüsekisten im Bezirk Kufstein zugestellt. Das Prinzip, wöchentlich oder in selbstbestimmten anderen Intervallen, eine Kiste mit saisonalem Gemüse von ausgesuchten Tiroler Landwirten urgemütlich an die Haustüre geliefert zu bekommen, bewährte sich rasch. Und das nicht nur im Bezirk Kufstein. 

Sanften Schritt für sanften Schritt kamen 

Tiroler Bezirk für Tiroler Bezirk hinzu. Aus anfangs einem landwirtschaftlichen Partnerbetrieb wurden derer vier und aktuell zählt die Tiroler Gemüsekiste über 4.500 Kundinnen und Kunden. Je nach Größe des Haushalts stehen für Single- oder kleine Haushalte die „Kloane“, für Paare und kleine Familien die „Tiroler Gemüsekiste“ und für 3- bis 4-Personenhaushalte die „Familienkiste“ mit frischen, handverlesenen Gemüsesorten zur Auswahl. Über den Daumen gerechnet bedeutet das, dass wohl über zehntausend Tirolerinnen und Tiroler regelmäßig die bunte Feldervielfalt genießen können. 

„Zur Corona-Zeit haben wir die 6.000er-Marke angekratzt und den Peak erreicht. Da mussten wir die Stopptaste drücken, um unser Qualitätsversprechen einhalten zu können: Die erste Kiste soll die gleiche Qualität haben wie die letzte“, erklärt Pia.

Gemüsekiste
© Atelier Hohlrieder - Tiroler Gemüsekiste Rund um die Tiroler Gemüsekiste gibt es auch jede Menge Rezepte und Geschichten – diese findet man nicht nur auf der Website des Unternehmens sondern auch in einem eigenen Kochbuch.

Logistische Meisterleistungen

„In der Startphase ist unser Papa selbst gefahren und hat die Kisten geliefert. Das machen wir heute auch, wenn ein neues Gebiet erschlossen wird“, öffnet Pia verbal die Tür zu einem Herzstück des Unternehmens: der Logistik. 
Bis die Karotte, der Salatkopf, der Stangensellerie, die Melanzani, die Kartoffel, der Apfel oder anderes Allerbestes in den Speisekammern und Küchen der übers Land und über die Landesgrenzen hinaus verstreuten Tiroler Gemüsekisten-Fangemeinde landen, sind zahlreiche Schritte nötig. In den Büros der Familie Lebesmühlbacher in Kramsach laufen die logistischen und Management-Fäden zusammen. 

Auf der Website tiroler.gemuesekiste.at wird nachvollziehbar, welch großes Gewerk dahintersteht. „Unsere Landwirte haben einen Anbauplan und sie ernten nur das, was gebraucht wird. Wir ernten keinen Überschuss“, erklärt Pia. Was gebraucht wird, richtet sich nach den Bestellungen der Kundinnen und Kunden. Bis Dienstagmittag haben sie Zeit, ihre Wünsche für die aktuelle Lieferwoche Kund zu tun – und dann geht’s auch schon los. „Am Dienstag Nachmittag wird geerntet und verpackt. Das machen die Landwirte am Hof“, so Pia. Ab Mittwoch früh setzt sich die große Ausliefer-Flotte in Bewegung. Zirka 40 Personen sind tirolweit dafür zuständig, die richtigen Kisten an die richtigen Adressen zu liefern. Weil grenznahe Orte in Bayern und jene im Pinzgau und Oberkärnten quasi auf dem Weg liegen, kann das Tiroler Gemüse auch dort genossen werden. 

Große Verantwortung

„Im Büro unterstützen uns vier Mitarbeiter:innen und wir Schwestern haben uns die Zuständigkeiten aufgeteilt, wobei jede von uns alle Bereiche kennt“, erklärt Pia die seit Jahresbeginn neue Unternehmensstruktur. Sie funktioniert auch deswegen so reibungslos, weil sich die drei Schwestern so gut verstehen und ihnen das organisch gewachsene Netzwerk und die solide Basis des Familienunternehmens bestens bekannt ist. Mit der beeindruckenden Dynamik haben sie auch eine große Verantwortung übernommen. „Ernährung ist ein richtig großes Thema, wo du die Leute ansprechen kannst und beispielsweise vermitteln kannst, welche Inhaltsstoffe in unserem Gemüse stecken und was gutes Essen mit unseren Körpern macht“, betont Pia. Vor diesem Hintergrund und auch, um die Kundinnen und Kunden in ihren Küchen zu Neuem anzuregen, werden jeder Kiste schon seit Jahren Rezepte beigefügt. 

Nicht nur auf der Website ist die zwischenzeitlich wunderbar umfangreiche Rezeptsammlung zu finden. Vor zwei Jahren haben Lisa und Pia das Tiroler Gemüsekisten-Kochbuch „G’schichtn und Rezepte“ herausgebracht und als wertvolle Neuerung stehen ein paar Aktivitäten, wie Kochworkshops, auf dem Programm der Schwestern, die offen aber unbedingt auch ihren Wurzeln treu bleiben wollen – mit dem Credo: „Die Tiroler Gemüsekiste steht sinnbildlich für das Miteinander. Sie verbindet Produzenten und Konsumenten, Feld und Küche. Jede ausgelieferte Kiste erzählt davon, dass regionale Landwirtschaft nur dann bestehen kann, wenn viele daran glauben und sie mittragen.“

Weitere Informationen: www.gemuesekiste.at

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