Carina Moser-Gfrerer leitet die Geschicke der Tischlerei Moser in Uderns seit 2016.
© WK Tirol

Jeden Raum optimal ausnutzen

Carina Moser-Gfrerer führt die Tischlerei Moser in Uderns in zweiter Generation. Die Planung von Möbelstücken und die Raumgestaltung liegen der Unternehmerin am Herzen.

Lesedauer: 4 Minuten

Aktualisiert am 31.05.2023

Es duftet nach Holz. Lehrling Raphael und Tischler Günter sind gerade mit dem Furnieren von Innentüren beschäftigt. Nebenan im Büro sitzt Carina Moser-Gfrerer vor ihrem PC und ist in die Planung einer Küche vertieft. Mit 23 Jahren hat die Unternehmerin die Tischlerei ihres Vaters übernommen, das war im Jahr 2016.

„Mein Papa ist verstorben und meine Mama und ich standen vor der Frage: Sperren wir zu oder führe ich die Tischlerei weiter? Unser Privathaus befindet sich genau oberhalb der Tischlerei und wir haben mit unseren vier Mitarbeitern ein sehr familiäres Betriebsklima. Ihnen gegenüber hat man auch eine Verantwortung und da habe ich nicht lange gezögert und mich dazu entschlossen, die Tischlerei weiterzuführen“, beschreibt Moser-Gfrerer.

In den letzten sieben Jahren hat sich alles gut eingespielt. Maßgeblich dafür waren auch die langjährigen Mitarbeiter, die „sehr verständnisvoll sind, wenn man einmal eine Frage hat“, wie die Jungunternehmerin betont. Kurz vor der Übernahme hat Moser-Gfrerer ihr Bachelor-Studium Übersetzen und Dolmetschen abgeschlossen.

„Mit 14 habe ich kurz überlegt, ob ich die Lehre zur Tischlerin machen soll. Von klein auf habe ich sehr viel von Papas Arbeit mitbekommen und das hat mir gut gefallen. Aber dann habe ich mich doch für die Tourismusschule in Zell am Ziller entschieden. Wenn ich damals schon gewusst hätte, wie das Leben spielt, hätte ich mich mit 14 Jahren sicher anders entschieden. Aber alles, was ich gelernt habe, hilft mir auch hier weiter“, ist die Zillertalerin überzeugt.

Potraitbild Carina Moser-Gfrerer Funktionärssteckbrief Carina Moser-Gfrerer
Was hat Sie dazu motiviert, Funktionärin zu werden?

Ich bin von einem Tischlerkollegen, der auch in der Innung aktiv ist, gefragt worden. Da habe ich mir gedacht, das schaue ich mir einmal an und durfte bei einer Sitzung in Innsbruck dabei sein. Es hat mir gut gefallen und seitdem engagiere ich mich in unserer Innung.

Worauf sind Sie in Ihrer Funktionärstätigkeit stolz?

Wenn man von anderen Tischlerkolleginnen und -kollegen Lob für eine tolle Veranstaltung oder den Einsatz für bessere Rahmenbedingungen bekommt, dann ist man stolz. Nicht auf sich selbst, sondern auf die gesamte Innung und auf die gute Zusammenarbeit innerhalb der Innung.

Welche Ziele verfolgen Sie als Funktionärin?

Ich möchte unsere Innung weiter unterstützen und meine Ideen sowie meine Sichtweise als Frau weiterhin einbringen.       

Für das Planen von Möbeln mit Auto-CAD hat sie sich immer schon begeistert, da ist es kaum verwunderlich, dass sie sich die Kenntnisse dafür inzwischen selbst angeeignet hat. „Ich habe mehrere Online-Kurse absolviert. Und es gehört auch eine gute Portion ausprobieren und hineinfuchsen dazu. Es macht Spaß und mir gefällt es, einen Raum zu gestalten, in dem Menschen leben“, unterstreicht Moser-Gfrerer. Der Kontakt mit den Kunden, die Beratung und alles was im Büro anfällt – das ist bei der Tischlerei Moser ebenfalls Sache der Chefin.

„Unsere Produkte machen wir alle selbst. Von sämtlichen Möbeln, Innentüren bis hin zu Küchen. Wir haben keinen Küchenhandel. Alle Küchen, die unsere Tischlerei verlassen, sind handgemacht“, skizziert die Jungunternehmerin, die auch Ausschussmitglied in der Landesinnung der Tischler und Holzgestalter in der WK Tirol ist.

Moser macht’s möglich

Moser macht’s möglich – diesen Slogan hat Firmengründer Andreas Moser entwickelt. Was es damit auf sich hat, beschreibt Moser-Gfrerer so: „Mein Papa war dafür bekannt, dass er Raum möglichst gut ausnutzen konnte. Damit hat er sich einen Namen gemacht und darauf ist der Slogan zurückzuführen. Mit meiner Arbeit versuche ich daran anzuknüpfen. Am Anfang habe ich mir das Vertrauen der Kundinnen und Kunden neu erarbeiten müssen. Wir haben viele Stammkundinnen und -kunden, die unsere Qualität kennen und schätzen. Inzwischen habe ich bewiesen, dass in der Tischlerei in gleicher Qualität weitergearbeitet wird. Das, wofür die Tischlerei bekannt ist, führe ich weiter mit neuen, modernen Elementen.“  

Lehrling Raphael ist mit dem Furnieren von Innentüren beschäftigt.
© WK Tirol Lehrling Raphael ist mit dem Furnieren von Innentüren beschäftigt.


Die aktuellen Trends sind Altholz und Eiche. Vermehrt werden auch wieder bunte Küchen in Auftrag gegeben. „Mit unseren vier Mitarbeitern fahren wir sehr gut. Meistens sind zwei auf Montage und zwei in der Werkstatt“, sagt die Unternehmerin.

Im Oktober 2022 hat Alexander die Lehre zum Tischler erfolgreich abgeschlossen und zählt weiterhin zum Team. „Wir brauchen jeden guten Facharbeiter und sind sehr froh, dass Alexander bei uns geblieben ist. Die Lehre ist für mich der Idealfall, denn man kann seine eigenen Facharbeiter ausbilden. Bei uns müssen die Lehrlinge alles machen, sie helfen überall mit und packen an. Es braucht jede Hand bei uns“, betont die Unternehmerin.

Lehrling Raphael absolviert gerade die Lehre Tischlereitechnik mit Schwerpunkt Produktion im zweiten Lehrjahr. Im Rahmen dieses Lehrberufs erlernen die Jugendlichen das Arbeiten mit einer CNC-Maschine, wie sie in der Werkstatt der Tischlerei Moser ebenfalls zu finden ist. „Man verwendet sie für Muster, Verzierungen oder Schriftzüge“, erklärt Moser-Gfrerer.

Die Tischlerei Moser ist bekannt dafür, jeden Raum optimal auszunutzen.
© Moser Die Tischlerei Moser ist bekannt dafür, jeden Raum optimal auszunutzen.


Was soll die Zukunft bringen?

Werfen wir einen Blick in die Zukunft, was wünscht sich die Zillertalerin für die kommenden Jahre? „Wir möchten von der Qualität her in der gleichen Art und Weise weiterarbeiten. Holz ist ein toller, beständiger Werkstoff. Unsere Kundinnen und Kunden sollen auch nach ein paar Jahren noch Freude haben mit ihren Möbeln. Nachhaltigkeit ist hier natürlich ein großes Thema und wir merken, dass bei den Kundinnen und Kunden ein Umdenken stattfindet: Oft warten sie mit der Anschaffung eines neuen Möbelstückes noch etwas zu und lassen es sich dann vom Tischler machen, weil es optimal geplant und ausgeführt wird“, weiß Moser-Gfrerer aus eigener Erfahrung.

Weitere Informationen: Tischlerei Moser