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Drei Bezirke, ein Standort: Geschäftsführer Jakob Troger vor einer Reihe Ford Transit — der Nutzfahrzeugbereich macht inzwischen die Hälfte aller Neuzulassungen im Autohaus aus.
© Dieter Mayr-Hassler

Über 70 Jahre im Dienste der Mobilität Osttirols

Was einst als einfache Motorradwerkstätte begann, ist heute ein moderner Autohändler mit regionaler Marktverantwortung in drei Bezirken, geführt von der dritten Generation.

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Aktualisiert am 11.05.2026

Am nordöstlichen Stadtrand von Lienz befindet sich das Autohaus Gebrüder Troger GmbH & Co KG. Seit Beginn des vorigen Jahres ist Jakob Troger der Firmenchef. Der smarte Jungunternehmer hat Wirtschaftsingenieurwesen für Maschinenbau an der Technischen Universität Graz studiert und kam nach einem Zwischenaufenthalt am Institut für Logistik heim in den elterlichen Familienbetrieb. Seniorchef Hermann Troger leitete die Geschicke des Autohauses von 1985 bis 2024 und steht jetzt seinem Sohn helfend zur Seite.

Vom 10. Ford-Händler Österreichs

Gegründet wurde der Betrieb 1954 von Hermanns Vater und dessen drei Brüdern, daher rührt der Firmenname „Gebrüder Troger“. „Damals war dieser Teil der Stadt ein Gewerbegebiet, das aus alten Wehrmachtsbaracken entstanden ist“, weiß Hermann Troger zu berichten. Die Trogers hatten eines der besseren Gebäude erwerben können. Es war die Lazarett-Baracke, die entgegen der 
meisten anderen Holzbaracken vollkommen gemauert war. „Meine Onkel und mein Vater haben quasi bei Null angefangen und zuerst eigentlich nur Reparaturen, vor allem an Motorrädern, durchgeführt“, erzählt Hermann Troger weiter. 1959 kam schließlich der Händlervertrag für Ford. Darauf sind die Trogers besonders stolz, denn sie waren der Zehnte Ford-Händler in Österreich und damit der erste Ford-Händler außerhalb einer Landeshauptstadt.

Vom Motorrad zum Mustang: Hermann Troger im Verkaufsraum des Autohauses Gebrüder Troger. Er führte den Betrieb von 1985 bis 2024, heute steht er seinem Sohn beratend zur Seite.
© Dieter Mayr-Hassler Vom Motorrad zum Mustang: Hermann Troger im Verkaufsraum des Autohauses Gebrüder Troger. Er führte den Betrieb von 1985 bis 2024, heute steht er seinem Sohn beratend zur Seite.

Es folgten die goldenen Jahre des Wirtschaftsaufschwungs. „1973 mit der Ölkrise haben wir den ersten Einschnitt erleben müssen und gelernt, dass sich der Markt in Wellen bewegt“, so Troger senior. Jetzt sei man in einem gesättigten Markt. Was für das Autohaus Troger aber keine Bremse war. Man setzte auf erweiterte Marktverantwortung. Heute ist man zuständiger Händler bis nach Villach, für die drei Bezirke Lienz, Hermagor und Spittal. Zur Unterstützung hat man in Kärnten selbstständige Partner als Agenturen. Aber alle Autoverkäufe in dem Gebiet werden über Lienz abgewickelt. Solcherart kann man 380 Neuwagen im Jahr verkaufen. Stärkster Wachstumsmarkt ist dabei der Nutzfahrzeugbereich. Pritschenwagen, Pick-ups und Kastenwagen bis zu 5 Tonnen Gesamtgewicht für den gewerblichen Bereich machen mittlerweile 50 % der verkauften Neuzulassungen aus.

380 Neuwagen, drei Bezirke

Der Wachstum im Vertrieb sei auch notwendig geworden, weil der Reparaturbereich seit den 1970er-Jahren stetig abnehme. Der Servicebedarf geht bei den neuen Autos deutlich zurück.

Aber auch sonst sieht man sich ständig mit neuen Herausforderungen konfrontiert, erklärt Firmenchef Jakob Troger. Heutzutage sei die Administration einer der größten Aufwandsposten im Autohandel. Allein fünf der 20 Mitarbeiter sind damit beschäftigt. Die Konnektivität ist dabei das neue Schlagwort. Die Kunden müssen verstärkt beraten und betreut werden. „Wir müssen die von uns verkauften und gewarteten Autos im Blick behalten“, so der Firmenchef. Allerdings bringe das nicht nur Mehraufwand, sondern auch einige Vorteile mit sich. So könne man reguläre Serviceabläufe genauer planen und sogar Ferndiagnosen stellen. Man kann etwa den Bremsverschleiß der betreuten Fahrzeuge am Computer sehen.

Ein weiterer Trend, dem man im Hause Troger von Anfang an offensiv und positiv begegnete, ist die Elektromobilität. „Seit fünf Jahren widmen wir uns intensiv diesem Thema und stecken Zeit und Geld in Aus- und Fortbildungen unserer Mitarbeiter“, erklären Vater und Sohn Troger unisono.

Werkstatt im Wandel:  In der 2022 erweiterten Servicehalle arbeiten die Mechaniker:innen heute auch an Fahrzeugen bis 5 Tonnen Gesamtgewicht. Der klassische Reparaturbedarf geht zurück, dafür wächst der Aufwand für Diagnose und Konnektivität.
© Dieter Mayr-Hassler Werkstatt im Wandel: In der 2022 erweiterten Servicehalle arbeiten die Mechaniker:innen heute auch an Fahrzeugen bis 5 Tonnen Gesamtgewicht. Der klassische Reparaturbedarf geht zurück, dafür wächst der Aufwand für Diagnose und Konnektivität.

Mit den neuen Technologien sei aber nicht nur der Lernaufwand in der Werkstatt gestiegen, es gibt auch deutlich mehr Aufklärungs- und Beratungsaufwand im Verkauf. Es gibt ja mehrere Hybrid-Varianten als Brückentechnologie und die rein elektrisch betriebenen Fahrzeuge. Welches Fahrzeug für welchen Kunden das richtige sei, hänge von vielen verschiedenen Faktoren ab. Es gilt, technische, steuerliche und versicherungstechnische Komponenten zu berücksichtigen. „Das Auto muss zum Kunden und dessen Anforderungen passen, da braucht es eine ausführliche Fachberatung und Unterstützung“, erklärt Jakob Troger.

Strom statt Schmierstoff

2022 hat man die Werkstatt um eine Halle mit 7 Metern Höhe erweitert, um die idealen Servicebedingungen für den Nutzfahrzeugsektor zu schaffen. Dabei wurden auch neue Hebebühnen angeschafft. Neu ist auch das moderne und nachhaltige Heizungssystem. Sämtliche Firmengebäude werden mit einer Grundwasserpumpe beheizt, die im Sommer auch zur Kühlung dient. Darüber hinaus gibt es noch eine Photovoltaikanlage, die man für den Stromeigenverbrauch einsetzt. Das neue Heiz- und Kühlsystem kostete 500.000 Euro. Dafür verursacht der „Luxus“, dass sowohl Verkaufsraum, Büros als auch Werkstatt im Sommer angenehm klimatisiert sind, keine zusätzlichen Energiekosten mehr. Das erledigen die Wärmepumpe und die Photovoltaikanlage ohne Fremdenergie.

Die Verkaufshalle stammt aus dem Jahr 1971, wurde ständig renoviert und den neuesten Gegebenheiten angepasst und präsentiert sich heute in modernem und freundlichem Ambiente.

Schulterschluss am Hauptplatz

Großen Wert legt man bei den Trogers auch auf die Zusammenarbeit in der Branche. Der junge Firmenchef ist auch der Vertreter Österreichs im europäischen  Ford Händlerverband  Diese Vereinigung aller europäischen Ford-Händler ist eine wichtige Koordinationsstelle für die Interessen der Händler gegenüber dem Hersteller.

In Osttirol machen seit nunmehr 20 Jahren sämtliche Autohändler am Hauptplatz in Lienz eine gemeinsame Autoschau, die mit alljährlich tausenden Besuchern zum durchschlagenden Erfolg wurde. „Dadurch haben wir einen guten Zusammenhalt innerhalb der Branche, das stärkt uns alle, und das ist schon etwas Besonderes“, freut sich Jakob Troger über das gute Verhältnis zu seinen Kollegen.

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