Vom Sägewerk zum modernen Holzindustrieunternehmen
Aus einem regionalen Familienbetrieb entwickelte sich die Firma Theurl in nahezu hundert Jahren zu einem modernen Holzindustrieunternehmen mit drei Standorten, über 400 Beschäftigte und einer konsequenten Ausrichtung auf Holzbau, Digitalisierung und Energieautarkie.
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Tirols Wirtschaftskammerpräsidentin Barbara Thaler besuchte kürzlich die Familie Theurl in Assling. Vor dem Rundgang durch die Produktionshallen wurden dabei auch aktuelle Herausforderungen für die heimischen Unternehmer diskutiert – von Cybersicherheit und Verkehr bis hin zu wachsender Bürokratie und immer neuen gesetzlichen Auflagen.
Beim anschließenden Rundgang durch das Werk zeigte sich, wie stark sich die Holzbranche in den vergangenen Jahrzehnten verändert hat. Zwischen gewaltigen Rundholzlagern, automatisierten Produktionsanlagen und digitalen Steuerungssystemen entsteht heute aus regionalem Rundholz ein breites Sortiment für den modernen Holzbau.
Schritt für Schriftt zum Industrieunternehmen
Was einst als regionales Sägewerk begann, entwickelte sich Schritt für Schritt zu einem modernen Industrieunternehmen mit drei Standorten in Tirol und Kärnten. Produziert werden heute unter anderem Brettsperrholz, Brettschichtholz, Schnittholz, Hobelware und Pellets. Gleichzeitig setzt das Unternehmen verstärkt auf Digitalisierung, automatisierte Fertigungsabläufe und moderne Energiegewinnung.
Tatsächlich prägen heute bereits mehrere Generationen gemeinsam die Entwicklung des Unternehmens. Gründer Peter Theurl legte einst den Grundstein, später führten Hans, Konrad und Josef Theurl den Betrieb weiter. Heute verantworten Hannes und Stefan Theurl die Unternehmensführung, während bereits die vierte Generation in verschiedenen Bereichen des Unternehmens tätig ist.
Beim Rundgang durch die Produktionshallen wird deutlich, dass moderne Holzverarbeitung längst hochpräzise Industriearbeit geworden ist. Wo früher viele Arbeitsschritte rein mechanisch erfolgten, dominieren heute Scannertechnik, digitale Produktionssteuerung und automatisierte Fertigungsanlagen. Moderne Produktionslinien ermöglichen eine präzise Just-in-time-Fertigung für den modernen Holzbau.
Moderne Technologien
„Stillstand ist für uns keine Option. Wir investieren laufend in modernste Technologien“, betont Roland Theurl. Besonders wichtig sei dabei die Verbindung aus Erfahrung, technischem Know-how und effizienter Planung. Die Produktion sei heute weit mehr als klassische Holzverarbeitung, sondern ein hochmoderner Industriebetrieb mit komplexen digitalen Abläufen.
Gleichzeitig bleibt der Rohstoff selbst Mittelpunkt des Unternehmens. Nachhaltigkeit werde dabei nicht nur als Schlagwort verstanden, sondern als langfristige Verantwortung gegenüber kommenden Generationen. Das betreffe sowohl die Waldbewirtschaftung als auch die Nutzung der Ressourcen innerhalb des Unternehmens.
Ein zentrales Thema beim Betriebsbesuch war deshalb auch die möglichst vollständige Nutzung des Rohstoffs Holz. Im Unternehmen spricht man von einer sogenannten kaskadischen Nutzung. Jeder Teil des Stammes soll möglichst hochwertig verarbeitet werden. Aus dem Rundholz entstehen zunächst Schnittholz, daraus wiederum Brettschichtholz, moderne CLT-Massivholzplatten für den Holzbau und Hobelware. Was danach noch übrig bleibt, wird zu Pellets weiterverarbeitet oder energetisch genutzt.
Moderne Gesamtlösungen
„Nachhaltigkeit bedeutet für uns, jeden Teil des Stammes vollständig zu nutzen“, erklärt Daniel Theurl. Besonders sichtbar wird dieser Ansatz im neuen Pelletwerk sowie in der modernen Kraft-Wärme-Kopplungsanlage des Unternehmens. Aus Sägenebenprodukten entstehen jährlich rund 80.000 Tonnen Pellets – genug, um rechnerisch etwa 20.000 Haushalte zu versorgen.
Während des Rundgangs wurde deutlich, dass Theurl längst weit mehr als ein klassischer Holzbetrieb ist. Das Unternehmen versteht sich zunehmend als Anbieter moderner Gesamtlösungen für den Holzbau. Digitale Planungssysteme und präzise vorgefertigte Bauteile ermöglichen heute Projekte, die noch vor wenigen Jahren kaum denkbar gewesen wären.
Die einzelnen Produkte greifen dabei wie ein System ineinander – von tragenden Konstruktionen bis hin zu kompletten Wand-, Dach- und Deckenelementen. Gleichzeitig versucht das Familienunternehmen bewusst, die Verbindung zwischen traditionellem Rohstoff, regionaler Herkunft und moderner Industrie sichtbar zu machen.
Zum Abschluss des Rundgangs sprach Barbara Thaler mit der Unternehmerfamilie noch über die Entwicklung des Wirtschaftsstandortes und die Bedeutung regionaler Wertschöpfung. Dabei zeigte sich, wie stark das Unternehmen trotz internationaler Ausrichtung mit Osttirol verbunden geblieben ist. Während draußen bereits die nächsten Stämme angeliefert werden, arbeitet man drinnen längst an den nächsten Lösungen für den Holzbau der Zukunft.
Weitere Informationen unter: www.theurl-holz.at