Weniger Staat am Lohnzettel
Lohnnebenkosten sinken ab 2028: Tirols Unternehmen werden jährlich um rund 160 Mio. Euro entlastet – eine langjährige Forderung der Wirtschaft.
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Mit dem Beschluss des Bundesbudgets im Nationalrat ist die Senkung der Lohnnebenkosten um einen Prozentpunkt ab 2028 gesetzlich verankert. Konkret sinkt der FLAF-Beitrag von 3,7 auf 2,7 %. Die Größenordnung zeigt sich in den Berechnungen: Österreichweit geht es um rund 2 Milliarden Euro Entlastung pro Jahr, in Tirol nach aktuellen Berechnungen um rund 160 Millionen Euro.
Besonders stark wirkt die Senkung natürlich dort, wo viele Menschen beschäftigt werden. Im Tiroler Gewerbe und Handwerk beträgt die jährliche Entlastung rund 32 Millionen Euro, in der Industrie rund 29 Millionen Euro und im Tourismus rund 20 Millionen Euro. Auch im Handel, im Transport, in der Information und Beratung sowie in den weiteren Sparten reduziert sich damit eine Belastung, die direkt am Faktor Arbeit hängt.
Was ein Prozentpunkt bedeutet
Auf Betriebsebene wird deutlich, was ein Prozentpunkt weniger Lohnnebenkosten konkret bedeutet: Ein Handwerksbetrieb mit zehn Mitarbeiterinnen und Mitarbeitern und durchschnittlich 2.700 Euro Bruttolohn erspart sich rund 3.800 Euro pro Jahr. Ein Handelsbetrieb mit 100 Beschäftigten kommt auf knapp 40.000 Euro Entlastung, ein Industriebetrieb mit 1.000 Mitarbeiterinnen und Mitarbeitern auf fast 500.000 Euro.
Wer den Faktor Arbeit entlastet, zeigt Wertschätzung für Wertschöpfung. Alles andere ist eine Absichtserklärung.
Hohe Arbeitskosten zählen zu den größten Standortnachteilen für heimische Betriebe. „Wer den Faktor Arbeit entlastet, zeigt Wertschätzung für Wertschöpfung. Alles andere ist eine Absichtserklärung“, betont WK-Präsidentin Barbara Thaler.
Wirtschaftskammer in Vorlage gegangen
Die Wirtschaftskammer hat die Entlastung des Faktors Arbeit nicht nur eingefordert, sondern auch im eigenen Wirkungsbereich Schritte gesetzt. Im Juni hat das Tiroler Wirtschaftsparlament die schrittweise Senkung der Kammer-
umlage 2 um insgesamt 21 % beschlossen. Damit ist die Wirtschaftskammer in Vorlage gegangen: Arbeit muss entlastet werden – auch dort, wo die Wirtschaftskammer selbst Verantwortung trägt. „Wir haben nicht gewartet, bis der Staat anfängt. Wer Reformen von anderen verlangt, muss auch selbst reformbereit sein. Dieser Schritt war ein klares Signal an die Bundesregierung“, so WK-Präsidentin Thaler.
- Rund 160 Millionen Euro Entlastung für
Tiroler Unternehmen pro Jahr
- Rund 900 zusätzliche Arbeitsplätze laut
EcoAustria-Berechnung
- Rund 111 Millionen Euro zusätzliche
Wertschöpfung für Tirol pro Jahr