Wenn Stillstand keine Option ist
Mit 18 gründete Michael Amprosi sein eigenes Unternehmen. Heute führt er ein Outdoorzentrum im Ötztal und engagiert sich in der WK Tirol.
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Vor etwa 40 Jahren, als sich Sport in Tirol noch kaum am Bach oder Fluss abge-
spielt hat, gründete Michael Amprosis Vater gemeinsam mit einem Briten eines der ersten Raftingunternehmen weit und breit. Inspiriert von britischen Besuchern erkannte er den Trend und stieg 1984 mit „Feelfree“ ins Outdoorbusiness ein. „Feelfree war damals die erste Firma in diesem Bereich, Papa damit Pionier in der Branche,“ erzählt der heutige Geschäftsführer stolz. Seither arbeitet die Familie Amprosi daran, möglichst vielen abenteuerlustigen Menschen unvergessliche Outdoor-Erlebnisse zu bereiten. Und das mit gro-ßem Erfolg, Herzblut und Professionalität. All das spürt man deutlich, wenn man das Unternehmen im Ötztal besucht.
Vom Raftinganbieter zum Outdoorunternehmen
Die Feelfree Touristik Outdoor Erlebnis GmbH sitzt in Ötz und ist damit ein idealer Ausgangspunkt für viele Abenteuer und Touren am Fluss, am Fels und am Berg. Neben dem Rafting und Canyoning gehören auch ein luxuriöses Adventurecamp, Sportgeschäfte, -schulen und bald auch ein Campingplatz dazu. Nach mehr als 40 Jahren Unternehmensgeschichte ist Feelfree heute einer der größten Anbieter für Actionsport in der Region und weit über die Grenzen des Landes als das Outdoorsport-Eldorado schlechthin bekannt.
Leidenschaft zum Beruf gemacht.
Immer in Bewegung
Michael Amprosi war schon als Kind vom Outdoor-
sport fasziniert – Rafting, Bergsport, und Klettern seine großen Leidenschaften. Mit 19 Jahren hat er die Ausbildung zum Canyonführer absolviert, um im Familienbetrieb mehr übernehmen und auch selbst möglichst schnell als Guide arbeiten zu können. In den Jahren danach folgten vom Rafting-, Bike- und Bergwanderführer bis hin zur Gastronomie-Konzession und der Unternehmerprüfung diverse weitere Ausbildungen. Weil es nach oben hin kein Limit gibt und Stillstand für den Ötztaler keine Option ist, reihen sich auch Titel wie der des Badewart und Industriekletterers in seine Sammlung ein.
Im Jahr 2022 hat Michael Amprosis Vater seinem Sohn das Unternehmen schließlich zur Gänze übergeben und lässt ihn seither arbeiten, ohne sich einzumischen. „Papa sagt ab und zu, dass es schon ‚zach‘ ist, wenn man zuschaut und selbst vieles anders machen würde. Aber das ist jetzt eben so,“ erzählt der erfolgreiche Ötztaler lachend. Im Fall von Fragen steht ihm der ehemalige Chef aber nach wie vor mit Rat und Tat zur Seite.
Die Freude am Abenteuer
Wenn Michael Amprosi von seinem Beruf spricht, merkt man ihm die Freude unmittelbar an: „Zu sehen, wie viel Spaß die Gäste am Rafting und am Canyoning haben und das Glücksgefühl mitzuerleben, wenn Gäste eine Tour erfolgreich absolviert haben, das ist das Schönste an meinem Job.“ Um am Ball zu bleiben und das Adrenalin auch selbst regelmäßig zu spüren, ist er im Outdoorsport immer noch sehr aktiv und auch als Guide mit Gästen im Wasser oder am Berg unterwegs. „Ich habe Leute angestellt, die Teile meines Jobs übernehmen, damit ich selbst noch im direkten Kontakt mit unseren Kundinnen und Kunden sein kann. Nur wenn ich nahe bei den Gästen bin, weiß ich, was es braucht.“
Ein starkes Team im Rücken
Rund 45 Mitarbeiter:innen zählen zum eingespiel- ten Team. Einige davon sind bereits seit 25 Jahren im Betrieb und längst wie Mitglieder einer erweiterten Großfamilie. „Ich habe das große Glück, ein sehr, sehr gutes Team zu haben. Das Wachstum, das wir aktuell hinlegen, kann man nur mit so einem Team stemmen,“ sagt der Chef dankbar.
Auch zwei Lehrlinge gehören dazu, denn „man darf sich nicht beschweren, dass es schwierig ist, Fachkräfte zu finden, wenn man selbst keine ausbildet,“ meint Michael Amprosi und bietet regelmäßig Lehrstellen in den Bereichen Fahrradmechatronik und Einzelhandel - Sportartikel an.
Heute findet Feelfree deutlich leichter qualifizierte Mitarbeiter:innen als noch vor einigen Jahren. „Unsere Region ist im Outdoorbereich sehr bekannt, das hilft natürlich. Zudem spricht sich auch herum, wenn fair entlohnt wird.“ Sogar aus Indien und Sri Lanka trudeln wöchentlich Bewerbungen ein. Das Team von Feelfree ist deshalb international und bunt gemischt. Obwohl Rafting und Canyoning männerdominierte Sportarten sind, arbeiten hier auch einige Frauen. „Wir haben einige weibliche Guides im Team, die nicht nur wahnsinnig viel Erfahrung haben, sondern auch unglaublich viel Ruhe einbringen. Das schätzen viele unserer adrenalingeladenen Gäste vor einem 20-Meter-Sprung beim Canyoning besonders,“ sagt der Unternehmer.
Ein Paradies für Abenteuerlustige
Rund 12.000 Rafting- und Canyoninggäste besuchen den Betrieb im vorderen Ötztal jedes Jahr. Die Hälfte davon kommt aus Australien und Neuseeland. Die Rafting-Tour in der Imster Schlucht ist meist das Highlight am Ende ihrer Europareise. Neben Abenteuersportler:innen aus der ganzen Welt sind unter der Woche auch viele Tiroler Schulklassen zu Gast, die eine Sportwoche in Ötz absolvieren, an den Wochenenden viele Gruppen, in den Ferien sportbegeisterte Familien.
Verantwortung für die Branche
Das Funktionärsamt hat Michael Amprosi 2023 ebenfalls von seinem Vater übernommen. Ob er dieses Amt antritt, stand immer außer Frage, „denn es geht um die Branche und es ist mir wichtig, dass ich nicht nur mein Unternehmen sehe, sondern das Gesamte“.
Im Ausschuss der Fachgruppe Autobus-, Luftfahrt- und Schifffahrtunternehmungen vertritt er die Interessen seiner Branche. Die konstante Weiterentwicklung, die Möglichkeit etwas zu verändern und die bereits hohen Standards aktiv mitgestalten zu können, sind seine größten Motivatoren.
„Ich möchte als Funktionär alles bestmöglich weiterentwickeln und umsetzen, um für die nächste Generation gute Startbedingungen und ein solides Fundament zu schaffen.“
Die Outdoorbranche ist gut vernetzt und unterstützt sich gegenseitig – von gemeinsamen Trainings für Guides bis hin zu fachlichen Themen und Konzepten. „Ich bin sehr stolz darauf, dass in unserer Fachgruppe alle am gleichen Strang ziehen, selbst wenn es ab und zu Meinungsverschiedenheiten gibt.“
Was die Zukunft bringt
Egal, ob es um Ausbildungen, Feelfree oder die Fachgruppe geht, Stillstand wird es bei Michael Amprosi auch in Zukunft nicht geben. Kaum steht ein Projekt vor der Fertigstellung, entstehen bereits neue Ideen.
Jungen Menschen, die den Wunsch haben, sich in der Branche als Unternehmer:in zu verwirklichen, macht er Mut: „Traut es euch zu. Unternehmertum ist immer ein Risiko – aber eines, das sich lohnt, und ich unterstütze jede und jeden gerne.“
Mitglieder in Tirol: 319
Fachgruppenobmann: KommR Franz Sailer
Fachgruppenobmann-Stellvertreter: Christina Brunner und Martin Granbichler
Ziele für die Funktionsperiode 2025 – 2030:
- Umsetzung eines modernen Outdoor-
sportguides. Die starre Abgrenzung zwischen den einzelnen Ausbildungen soll aufgelöst werden.
- Effiziente und nachhaltige Maßnahmen gegen den Lenker:innen-Mangel
- Steuerrechtliche Verbesserungen im Gelegenheitsverkehr
- Anerkennung des D-95 als Taxilenker-
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