Norwegen – neue Vorschriften bei Ladungssicherung ab Juni 2026
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Die angekündigten Änderungen der norwegischen Vorschriften zur Ladungssicherung ab Juni 2026 gelten grundsätzlich nicht ausschließlich für norwegische Fahrer oder Unternehmen, sondern für alle Transporte, die auf norwegischem Hoheitsgebiet durchgeführt werden. Somit sind auch ausländische Transportunternehmen betroffen, sofern sie Fahrten nach, durch oder innerhalb Norwegens durchführen.
Insbesondere die vorgesehenen Regelungen zur organisatorischen Verantwortung des Unternehmens sowie die neuen Dokumentationspflichten für bestimmte Hochrisikotransporte sind in diesem Zusammenhang auch von nicht-norwegischen Unternehmen zu beachten.
Es gibt in der Regel keine einheitlich vorgeschriebenen amtlichen Musterformulare für die Fahrerunterweisung oder die Dokumentation. Die Anforderungen werden jedoch inhaltlich konkret beschrieben, so dass die Unterlagen entsprechend abgebildet werden müssen.
Der Arbeitgeberverband NHO Logistikk og Transport hat zu den neuen Regelungen eine ausführliche Pressemeldung veröffentlicht. Hier heißt es u. a.:
„Was regelt die neue Verordnungsbestimmung?"
Die Verordnung erhält einen neuen Paragraphen, § 3-2a, der den Transport von Gütern mit Fahrzeugen über 3.500 kg betrifft. Die Bestimmung richtet sich direkt an das Transportunternehmen und bedeutet, dass das Unternehmen:
- sicherstellen muss, dass der Fahrer ausreichende Informationen erhält, um den Transport und die Ladungssicherung gemäß den geltenden Anforderungen durchzuführen
- die erforderliche Anleitung zur Ladungssicherung bereitstellen muss
- sicherstellen muss, dass bei Transporten mit hoher Transportrisiko ein entsprechendes Dokumentationsmaterial vorhanden ist
Bei Transporten, die unter die Dokumentationspflicht fallen, muss eine Beschreibung vorliegen, wie die Ladung gesichert werden soll, einschließlich der Methode und der zu verwendenden Sicherungsmittel.
Die Dokumentation muss spätestens vor Beginn der Beladung verfügbar sein, während des Transports mitgeführt werden und bei Kontrollen vorgelegt werden können.
Auch § 3-3 wurde angepasst, um klarzustellen, für welche Fahrzeuge und Transportarten die Bestimmung gilt.“
„Welche Transporte gelten als Hochrisiko?"
Die Verordnung legt näher fest, welche Transportarten als hohes Transportrisiko gelten. Dazu gehören unter anderem:
- Güter mit einem Höhen-/Breitenverhältnis über 3, berechnet pro Ladeeinheit
- Transport bestimmter schwerer oder stehender Güter, wie Betonelemente, Stahlcoils, Kabeltrommeln, stehende Papierrollen und Abrollcontainer (Hooklift-Container)
- Spezialtransporte gemäß den Bestimmungen der Straßenverkehrsverordnung für Transporte außerhalb der zulässigen Gewichte und Abmessungen (§§ 5-7 bis 5-10)“
„Wer gilt als Transportunternehmen?"
Als Transportunternehmen gilt das Unternehmen, das:
- die Verfügungsgewalt über das Fahrzeug hat und
- den Transportauftrag übernommen hat
Entscheidend ist, wer den Transport tatsächlich durchführt – unabhängig davon, ob das Fahrzeug gekauft, geleast oder geliehen ist. Der Auftraggeber, Spediteur oder Wareninhaber fällt nicht unter diese Bestimmung, es sei denn, er tritt selbst in der Rolle des Transportunternehmens auf.“
Auf der Webseite der norwegischen Verkehrsbehörde – Statens Vegvesen – finden Sie zusätzlich generelle Informationen zu Regeln für Transportlizenzen, Fahrer- und Unternehmerpflichten, Verweise auf internationale Transporte etc.:
Zu den Kabotageregelungen finden Sie Informationen unter folgendem Link: