Abenteuer Berufswahl: Neue Berufserlebniswelt Salzburg
Die WK Salzburg öffnet die Tore der neuen Berufserlebniswelt Salzburg – ein österreichweit einzigartiges Modell der Berufsorientierung.
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Speziell für Schülerinnen und Schüler der 6. Schulstufe (12–13 Jahre) konzipiert, setzt das Format nicht auf klassische Beratung, sondern auf aktives Erleben, praktisches Ausprobieren und eine starke emotionale Ansprache. „Ziel war es, ein ‚Disneyland der Berufe‘ zu erschaffen. Jugendliche sollen für ihre eigenen Talente begeistert werden und die Vielfalt der dualen Ausbildung und der Arbeitswelt ohne Vorurteile entdecken“, schildert WKS-Direktor Manfred Pammer.
Einzigartig in Österreich
„Mit der neu eingerichteten Berufserlebniswelt gelingt uns in der Berufsorientierung der wichtige Lückenschluss zwischen der ‚Spürnasenecke‘ in den Kindergärten, der ‚Spürnasen Primary‘ in den Volksschulen, dem ‚Talente-Check‘ für die 7.und 8. Schulstufe sowie dem ‚Karriere-Check‘ für AHS-Absolventen“, so Pammer weiter. Er ergänzt: „Die Wirtschaft von morgen braucht junge Menschen, die wissen, was sie mit ihren Händen und ihrem Verstand erschaffen können, denn die Pensionierungswelle der Babyboomer hinterlässt vor allem im mittleren Qualifikationssegment eine teure Fachkräftelücke, die schnell geschlossen werden sollte.“
In Zusammenarbeit mit der Bildungsdirektion wird der Besuch als schulbezogene Veranstaltung deklariert, was eine flächendeckende Teilnahme der Schulen ermöglicht. Um dieses in Österreich einzigartige Projekt zu realisieren, hat die WK Salzburg 3,3 Mill. € in die Hand genommen.
Spielerische Erlebnisreise
Die Berufserlebniswelt nutzt gezielt die neurobiologischen Besonderheiten der 12- bis 13-Jährigen: „In diesem Alter ist das Belohnungssystem besonders aktiv. Wir setzen auf emotionale Geschichten und unmittelbare Erfolgserlebnisse“, erklärt Lukas Mang, Leiter der WKS-Stabstelle Bildung. Die Jugendlichen erleben Berufe nicht als abstrakte Information, sondern bauen, gestalten, entdecken und reflektieren selbst. Durch diese Verknüpfung von Emotion und praktischem Tun entstehen neuronale Spuren, die noch tiefer wirken als frontal vorgetragene Informationen über die Bildungs- und Berufslandschaft.
Berufe – eine Abenteuerreise
Der Besuch in der neuen Berufserlebniswelt der Wirtschaftskammer Salzburg ist als interaktives Abenteuer inszeniert: In einem eigens produzierten Film lernen die Jugendlichen einen Zeitreisenden aus der Zukunft kennen, dessen Zeitmaschine neue Energie benötigt. Die Mission ist klar – durch das Sammeln beruflicher „Skills“ an verschiedenen Erlebnis-Stationen helfen die Schülerinnen und Schüler, die Zeitmaschine wieder in Gang zu bringen. Dieser Rahmen macht den gesamten Vormittag zu einer gemeinsamen Aufgabe und steigert Motivation, Teamgeist und Neugier.
„Ein Besuch dauert rund dreieinhalb bis vier Stunden und folgt einem klar strukturierten Ablauf. In Kleingruppen, begleitet von geschulten Guides, erkunden die Jugendlichen fünf Erlebnis-Stationen, die den Lebenszyklus eines Produkts widerspiegeln – von der Herstellung über Dienstleistung und Vermarktung bis zu Nachhaltigkeit und persönlicher Zukunftsplanung“, erklärt Markus Hofmann, der Leiter des Talente-Check und der Berufserlebniswelt Salzburg. „Als Ziel möchten wir 3.500 Schüler pro Jahr erreichen. Nach einer Testphase gibt es seit Ende Jänner einen täglichen Betrieb mit jeweils einer Schulklasse. „Das bisherige Feedback von Schülern und Lehrern ist sehr positiv“, so Hofmann weiter.
Eintauchen, ausprobieren, entdecken!
„Jeder der Umsetzungspartner war von Beginn an von der Idee begeistert, Jugendlichen auf spielerische Art und Weise eine Reise durch die spannende Welt der Berufe zu ermöglichen und viel Spaß dabei zu haben. Die Projektidee war von der Vision der Kammerleitung geprägt, ein Disneyland der Lehre zu bauen. Die größte Herausforderung war, wie man ein Bild schafft, indem sich alle Branchen wiederfinden. Unsere Anforderung war es, das Kino, den Parcours mit den Stationen und den gesamten Bereich der Berufserlebniswelt Salzburg, architektonisch auf die Zielgruppe abzustimmen. Gemeinsam mit unseren Umsetzungspartnern haben wir eine gute Mischung zwischen Hightech und praktischen Stationen geschaffen“, erzählt Projektmanager Piero Ploner.
In der Werkstatt bauen die Schüler gemeinsam eine funktionierende mobile Lampe und erleben dabei hautnah den Herstellungsprozess. Unterschiedliche Materialien kommen zum Einsatz, ebenso diverse Geräte und Verarbeitungsmethoden. Die hochwertigen Komponenten stammen zur Gänze aus Unternehmen aus dem Raum Salzburg. Der Moment, in dem die Lampe erstmals leuchtet, steht sinnbildlich für Selbstwirksamkeit und handwerkliche Kompetenz.
An der Station Bar lernen die Schüler moderne Dienstleistungsberufe kennen – vom Mixen alkoholfreier Cocktails über virtuelle Zustellservices bis zu Kommunikations- und Präsentationsübungen mit digitalen Avataren. Sie können hier eigenständig Getränke und Konfiserie zusammenstellen, lernen alle dafür nötigen Arbeitsschritte kennen und werden im Service von einem charmanten Helfer unterstützt. Ergänzend zum lebhaften Barbetrieb können die Schüler zwischendurch in die Welt der Logistik und zwischenmenschlichen Kommunikation eintauchen bzw. mit dem Elevator aufsteigen.
Im Bereich Office dreht sich alles um Design, Marketing und Wirtschaft: Die Jugendlichen haben Gelegenheit, sich kreativ auszutoben und gestalten Verpackungen, inszenieren Produktfotos und setzen sich spielerisch mit Preisgestaltung und Vermarktung auseinander.
Das Labor widmet sich der Kreislaufwirtschaft. Aus Kunststoffabfällen entstehen neue Produkte, während Themen wie Nachhaltigkeit, Ressourcenschonung und Green Jobs praxisnah vermittelt werden. Zudem wird ein gemeinsames Werkstück von der ganzen Klasse hergestellt.
Abgerundet wird das Erlebnis durch Berufe-Spezial, eine Station zur persönlichen Reflexion. Hier hinterfragen die Jugendlichen Berufsklischees, entdecken vielfältige Ausbildungswege und erleben sich in einer KI-Fotokabine selbst in möglichen zukünftigen Berufen.
Zum Abschluss kehren alle Gruppen in den Kinosaal zurück: Die gefüllte Energieanzeige zeigt den gemeinsamen Erfolg der Mission, ein kurzer Film fasst die Erlebnisse zusammen. Neben selbst gefertigten Produkten nehmen die Schülerinnen und Schüler vor allem eines mit nach Hause – neue Perspektiven, gestärktes Selbstvertrauen und die Erkenntnis, dass eine Lehre vielfältige, spannende und zukunftssichere Möglichkeiten eröffnet.
Die Berufserlebniswelt Salzburg verbindet Information mit Emotion, Praxis mit Reflexion und schafft damit, was vielen Berufsorientierungsformaten fehlt: Sie spricht Herz und Verstand gleichermaßen an und macht Lust auf die eigene Zukunft.
Jetzt eintauchen in die neue Berufserlebniswelt SalzburgBilddownload:
Foto 1: In der neuen Berufserlebniswelt (v. l.): WKS-Direktor Manfred Pammer, Leiter der Berufserlebniswelt und des Talente-Checks Markus Hofmann, Leiter der WKS-Stabstelle Bildung Lukas Mang und Projektmanager Piero Ploner. © wildbild / Laurin Christl
Impressionen der neuen Berufserlebniswelt Salzburg:
Foto 2: © Hannelore Kirchner
Foto 3: © Hannelore Kirchner
Foto 4: © Hannelore Kirchner
Foto 5: © Hannelore Kirchner
Foto 6: © Hannelore Kirchner
Foto 7: © Hannelore Kirchner