Altstadtbetriebe geraten immer mehr unter Druck
Die WKS-Bezirksstelle Salzburg Stadt fordert ein Ende der wirtschaftsfeindlichen Maßnahmen sowie der zunehmenden Vertreibungspolitik gegenüber den Altstadtunternehmen. Die geplante Verkürzung der Parkdauer in den Kurzparkzonen sei realitätsfremd und schade der Erreichbarkeit der Altstadt. Gleichzeitig werden massive Erhöhungen der Gastgartentarife diskutiert.
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Die Unternehmen in der Salzburger Altstadt geraten zunehmend unter Druck. Aktuelle Überlegungen der Stadtpolitik zu neuen Kurzparkregelungen, steigenden Gebühren und der fortgesetzte Wegfall von Stellplätzen verdichten sich zu einem Maßnahmenpaket, das die wirtschaftliche Tätigkeit im inneren Kern der Stadt spürbar und nachhaltig beeinträchtigt.
Im Zentrum der Kritik steht die angedachte Verkürzung der erlaubten Parkdauer in den Kurzparkzonen. Diese Maßnahme ist aus Sicht der Wirtschaft völlig realitätsfremd. Kunden, Gäste und Lieferanten benötigen ausreichend Zeit, um Betriebe in der Altstadt zu erreichen, Einkäufe zu erledigen oder gastronomische Angebote zu nutzen. Eine weitere Einschränkung der Parkdauer würde die Erreichbarkeit massiv verschlechtern und sich unmittelbar umsatzhemmend auswirken. „Wer die Parkdauer verkürzt, blendet die Realität des innerstädtischen Wirtschaftslebens aus. Die Altstadt lebt von Frequenz und Aufenthaltsdauer – nicht von Verdrängung“, stellt WKS-Bezirksstellenobmann Harald Preuner unmissverständlich klar.
Zusätzlich sind die Betriebe womöglich bald mit weiteren erheblichen Kostenbelastungen konfrontiert: Im Raum steht eine massive Tariferhöhung für Gastgärten in der Schutzzone I (innerer Kern). Der monatliche Tarif könnte von bislang 5,35 € auf 10 € pro Quadratmeter steigen, was nahezu eine Verdoppelung ist. „Gerade Gastgärten sind ein zentraler Faktor für Atmosphäre, Aufenthaltsqualität und wirtschaftliche Wertschöpfung in der Altstadt. Eine derart drastische Gebührenerhöhung ist angesichts bestehender jährlicher Indexanpassungen nicht zu rechtfertigen“, so Preuner weiter.
Laufender Wegfall von Parkplätzen
Erschwerend kommt hinzu, dass in Salzburg laufend Parkplätze wegfallen, ohne dass gleichzeitig dringend notwendige Alternativen geschaffen werden. Der seit Jahren angekündigte Ausbau der Mönchsberggarage bleibt weiterhin aus. „Stellplätze werden reduziert, ohne die infrastrukturellen Voraussetzungen für Ersatzlösungen sicherzustellen. Dieses Vorgehen verschärft die Erreichbarkeitsprobleme der Altstadt zusätzlich und trifft die Betriebe unmittelbar“, kritisiert Preuner.
In der Gesamtbetrachtung verdichtet sich der Eindruck einer wirtschaftsfeindlichen Stadtpolitik, die zunehmend den Charakter einer gezielten Vertreibungspolitik gegenüber den Altstadtunternehmen annimmt. Nach den massiven Belastungen durch die Corona-Pandemie, dem zeitweisen Ausbleiben von Gästen und der anhaltenden Teuerung brauchen die Betriebe jetzt endlich verlässliche, planbare und wirtschaftsfreundliche Rahmenbedingungen.
Die WKS-Bezirksstelle Salzburg Stadt fordert die Stadtpolitik daher mit Nachdruck auf, ihren Kurs umgehend zu beenden. „Wer eine lebendige und attraktive Altstadt will, muss die Betriebe stärken und nicht schwächen. Es braucht ein klares Umdenken und ein Ende der wirtschaftsfeindlichen Maßnahmen“, so die unmissverständliche Forderung der WKS-Bezirksstelle.