Zum Inhalt springen
Ludwig Reiter
© WKS

Airline-Gigant setzt auf Software aus Salzburg

Das Start-up Axturis hat für United Airlines ein Flugplanungssystem entwickelt. Nun geht das Unternehmen mit einer neuen Luftfahrtsoftware auf Kundenfang.

Lesedauer: 3 Minuten

Einen Moment bitte. Ladevorgang läuft ...
0:00
Audio konnte nicht geladen werden. Erneut versuchen
0:00
0:00
Aktualisiert am 25.06.2026

United Airlines (UA) bringt jedes Jahr etwa 175 Millionen Passagiere zu mehr als 350 Zielen auf sechs Kontinenten und gehört damit zu den größten Fluggesellschaften der Welt. Bei der Planung ihrer Flüge vertraut die US-Airline auf eine Anwendung der Salzburger Softwareschmiede Axturis, die aktuell zehn Programmierer beschäftigt. „UA ist über die Forschungsförderungsgesellschaft auf uns aufmerksam geworden. Wir haben ihnen exklusiv ein Softwareprodukt geliefert, das ganz auf die Bedürfnisse der Airline zugeschnitten ist“, berichtet Ludwig Reiter. Er bildet gemeinsam mit Florian Islitzer die Geschäftsführung von Axturis. 

Buschpilot
© privat Ludwig Reiter machte zunächst eine Lehre im Gastgewerbe und absolvierte dann die Ausbildung zum Berufspiloten. Später war er drei Jahre lang Buschpilot in Botswana.

Die Flugplanungssoftware wurde ausschließlich am Standort in der Stadt Salzburg programmiert. „Jede Codezeile wurde hier geschrieben. Wir arbeiten bereits seit 2021 an diesem Projekt und haben nie auf Entwicklerteams in Bangladesch oder Indien zurückgegriffen“, betont Reiter. „Wenn eine der größten Fluglinien der Welt in Salzburg und nicht im Silicon Valley programmieren lässt, spricht das für den Standort.“

Der Großauftrag bescherte Axturis einen fulminanten Start. „Wir hatten schon im ersten Jahr einen Umsatz von 1,5 Mill. € und waren, obwohl wir viel investieren, immer in den schwarzen Zahlen“, erklärt Reiter, der nun mit einem neuen Produkt an diesen Erfolg anknüpfen möchte: „Wir haben kürzlich nach zwei Jahren Entwicklung unseren mittlerweile dritten Flugplaner Anemos 5 auf den Markt gebracht.“ 

Die Software basiere auf neuesten Technologien. „Wir verwenden im Gegensatz zu vielen Mitbewerbern keine Algorithmen, die vor 20 Jahren programmiert wurden“, meint Reiter. „Anemos 5 eignet sich optimal für Airlines mit bis zu 1.000 Flugzeugen. Unsere Lösung kann sehr leicht implementiert werden und spart Treibstoff und Kosten.“ 

Gründer
© Axturis Die Gründer und Geschäftsführer der Axturis GmbH: Ludwig Reiter (links) und Florian Islitzer.

Axturis versuche nun, auf internationalen Messen Fluglinien von den Vorzügen des neuen Produkts zu überzeugen. Hoffnungsmärkte seien Südamerika, Asien – und da speziell China und Indien – sowie die USA. „In Nordamerika haben wir durch die Zusammenarbeit mit United Airlines die größte Expertise.  Wir betreiben in Chicago, dem Sitz von UA, ein eigenes Büro mit zwei Mitarbeitern.“  

Investor wird gesucht

Um für die kommenden Wachstumsschritte gerüstet zu sein, ist das Salzburger Start-up auf der Suche nach Investoren. „Wir sind für Business Angels interessant, weil uns Anemos 5 in die internationale Luftfahrt katapultieren wird“, sagt Reiter. Es gebe Gespräche mit einigen Interessenten, die möglichst im Lauf des Jahres abgeschlossen werden sollen. Ein Exit sei aber nicht geplant. „Für uns ist es aus heutiger Sicht keine Option, alle Unternehmensanteile zu verkaufen. Man kann ein Unternehmen auch selbst jahrelang erfolgreich führen“, betont der Geschäftsführer.