Einzigartige Gewerbe-Tradition lebt weiter
Beim traditionellen Schusterjahrtag der Kuchler Gewerbezunft erhielten kürzlich zehn Lehrabsolventen ihre Gesellenbriefe überreicht.
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Insgesamt zehnmal konnten die Gäste im Römischen Keller im Kuchler Ortszentrum den traditionellen Satz hören: „Hoch lebe das ehrsame Kuchler Gewerbe!“ Die Kuchler Gewerbezunft hält damit eine österreichweit einzigartige und bereits mehr als 500 Jahre alte Tradition aufrecht, die das Miteinander und die Förderung der Gewerbe- und Handwerksberufe in der Region ins Zentrum stellt. „In unserer Zunft wird nicht nur die Gemeinschaft gepflegt, sondern auch die Lehrlings- und Meisterausbildung hochgehalten. Damit leisten unsere Betriebe einen wesentlichen Beitrag zur Aufrechterhaltung der hohen Qualität in Gewerbe und Handwerk“, sagte Zunftvater Johann Struber.
WKS-Bezirksstellenobmann Andreas Schnaitmann gratulierte den freigesprochenen Lehrlingen und betonte, dass es nach ihrem Ausbildungserfolg jetzt als Gesellin bzw. Geselle erst so richtig losgehe: „Jetzt könnt ihr beweisen, was ihr könnt. Und ihr werdet auch in Zukunft viel dazulernen.“ Er wünschte auch den Meistern der Zunft alles Gute und forderte sie auf, ihr Wissen jeden Tag an die Jugend weiterzugeben. Bernhard Seidl, Obmann der Sparte Gewerbe und Handwerk in der WKS, unterstrich, dass das Handwerk auch in Zukunft einen „goldenen Boden“ haben werde: „Trotz KI wird es immer der Mensch bleiben, der mit seinen Händen Werkstücke fertigt, Leitungen verlegt oder kaputte Maschinen repariert.“ Bürgermeister Thomas Freylinger unterstrich den Stellenwert von Unternehmen für eine lebenswerte Gemeinde: „Ohne Unternehmen gibt es keine Investitionen und keine Arbeitsplätze.“ Darum sei es wichtig, politische Entscheidungen mit Augenmaß und immer mit Blick auf die Wirtschaft zu treffen.
Gesellenbriefe an zehn junge Fachkräfte
Den Gesellenbrief erhielten im Anschluss an ihr Treuegelöbnis folgende Gesellinnen und Gesellen: Die Metalltechniker Julian Wallmann (mit Auszeichnung) und Johannes Wenger von der Untha Shredding Technology GmbH, Tischler Kilian Brandlehner von der Tischlerei Johannes Seidl, Metallbearbeiter Josef Neureiter von der Maschinenbau Simon Hirnsperger-Anlagentechnik GmbH, Zimmerer Florian Wimmer von der Peter Lienbacher Holzbauwerk GmbH (mit gutem Erfolg), Medienfachfrau Theresa Promok von der Werbeagentur Federleicht (mit gutem Erfolg), Zimmerer Moritz Brüggler von der Peter Lienbacher Holzbauwerk GmbH, Kfz-Techniker Joseph Matthias Schnöll von der Steindl-Mayr OHG (mit Auszeichnung), Holztechniker-Sägetechnik Markus Brüggler von Wimmer Holz und Hochbauer Tobias Lehenauer von der Seiwald Bau GmbH und Co KG (mit Auszeichnung).
Darüber hinaus wurden neu in die Gewerbezunft Kuchl aufgenommen: Maschinenbau-Schlossermeister Simon Hirnsperger und Schlossermeister Josef Huber. Den Ehrenring der Gewerbezunft in Gold erhielt schließlich Simon Hirnsperger für seine 25-jährige Tätigkeit in der Zunftobrigkeit und als Fähnrich der Zunft.
Die Kuchler Gewerbezunft besteht seit 1522 und umfasst knapp 300 Mitglieder. Der „Schusterjahrtag“ wird traditionell am ersten Montag nach Mariä Geburt gefeiert. Ursprünglich war die Feier den Schustern vorbehalten. Heute werden alle Lehrabsolventen der lokal ansässigen Betriebe beim Jahrtag von ihren Sünden während der Lehrzeit „freigesprochen“.
Bilddownload: ©WKS/Sabrina Perauer-Wallinger
Foto 1: Medienfachfrau Theresa Promok (Mitte) beim Zunftgelöbnis.
Foto 2: Zehn Lehrlinge wurden am Schusterjahrtag „freigesprochen“ und erhielten ihren Gesellenbrief überreicht. Im Bild die frischgebackenen Gesellen mit der Zunftobrigkeit und Ehrengästen.
Foto 3: Die frischgebackenen Junggesellen Medienfachfrau Theresa Promok (mit gutem Erfolg) und Kfz-Techniker Joseph Matthias Schnöll (mit Auszeichnung).
Foto 4: Für seine 25-jährige Tätigkeit in der Gewerbezunft erhielt Fähnrich Simon Hirnsperger den goldenen Ehrenring samt Urkunde der Zunft überreicht. Im Bild (v. l.): WKS-Bezirksstellenobmann Andreas Schnaitmann, Simon Hirnsperger, Zunftvater Johann Struber und Bürgermeister Thomas Freylinger.