Herausforderungen an vielen Fronten
Salzburgs Güterbeförderer stehen vor erheblichen Herausforderungen. Dennoch zeigte man sich beim Branchentag optimistisch.
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Neben den Langzeit-Baustellen auf Autobahn und Schiene in Deutschland und Österreich schlägt vor allem die Konjunkturflaute voll auf die Unternehmen durch. „Hohe Treibstoffpreise, gestiegenen Lohnkosten und die vielen Baustellen machen uns das Leben nicht gerade einfach“, sagte der Obmann der Landessparte sowie stellvertretende Obmann der Bundessparte Transport und Verkehr, Maximilian Gruber beim Branchentag in Stiegls Brauwelt in Salzburg. Auch das Image sei schon einmal besser gewesen. „In der Corona-Zeit war den Menschen schnell bewusst, dass ohne Güterverkehr keine Waren in den Geschäften ankommen. Und viele dieser Waren waren für die Österreicherinnen und Österreicher gerade während der Corona-Lockdowns überlebenswichtig“, so Gruber weiter. Das hätten viele aber schnell wieder vergessen.
Nicht vergessen haben hingegen die Branchenvertreter auf ihren Einsatz für die Mitglieder. „Gerade bei den fordernden Tunnelbaustellen auf der Tauernautobahn sind wir in laufender und engster Abstimmung mit der ASFINAG sowie der Salzburger Verkehrspolitik gestanden. Dass wir das in dieser Form erreicht haben und Einfluss nehmen konnten war schon ein großer Erfolg“, unterstrich Gruber. Denn so etwas wäre in anderen Ländern nicht möglich. „Da wird einfach drübergefahren“, so Gruber weiter.
Um Druck von der massiv belasteten Transportwirtschaft zu nehmen, sei laut Gruber eine nachhaltige Entlastung durch die Politik notwendig. Vor allem bei den Treibstoffkosten sowie bei den Steuern (Anm.: CO2-Abgabe, Mineralölsteuer, Mehrwertsteuer) gehört dringend etwas getan. „Die Landwirte bekommen ihren Agrardiesel, wir nicht!“, zeigte sich Gruber verärgert. „Wir werden weiterkämpfen, um für die Branche gerechte Bedingungen zu erreichen. Vor allem an der Abschaffung des Nacht-60igers sind wir dran“, resümiert Gruber.
Image weiter verbessern
Wie man gemeinsam das Image der Branche Schritt für Schritt verbessern kann, erläuterte Christian Spendel von der Initiative „Friends on the Road“. Seit mittlerweile 25 Jahren macht man mit dem gelben Aufkleber positive Stimmung und die Leistungen der Transportbranche sichtbar. „Eigentlich müsste unser Image bestens sein. Denn in der Corona-Zeit wurde der Bevölkerung klar, wie wichtig der Lkw für die Belieferung mit lebenswichtigen Waren ist. Und die TU Graz hat uns in Studien bestätigt, dass der Lkw mit dem Euro-6-Motor quasi ein Feinstaub-Staubsauger ist“, betonte Spendel. Er forderte die Anwesenden auf, sich noch intensiver an der Initiative zu beteiligen. „Unsere Posts auf Social Media erreichen über 100.000 Betrachter. Je sichtbarer wir sind, desto leichter tun wir uns mit unseren Forderungen gegenüber der Politik“, unterstrich Spendel.
Dem Thema „CMR- und Cyberversicherung“ widmeten sich schließlich Daniel und Matthias Guderjahn von der Guderjahn Versicherungsmakler GmbH. Sie beschrieben, wie man sich gegen die derzeit grassierenden Ladungsdiebstähle durch Phantomfrachtführer, Fake-Carrier und Hackerangriffe schützen kann. „In Deutschland wurden bereits Waren im Wert von 2 Mrd. € abgeholt aber nie zugestellt. Gegen derartige Betrügereien kann man mit einer CMR- oder Cyber-Versicherungen vorsorgen“, so Daniel und Matthias Guderjahn. Präventiv könne man mit einem Cargo-Check viel verhindern.
Einer der Höhepunkte des Branchentages war schließlich die Übergabe der Konzessionsurkunden an knapp 25 neue Güterbeförderer. „Die Konzessionsprüfung stellt die notwendige Qualität im Gewerbe sicher. Ich gratuliere allen neuen Unternehmern zum erfolgreichen Abschluss“, betonte Fachgruppenobmann Johannes Haberl.