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Fleischerjahrtag 2026: Von Sünden der Lehrzeit reingewaschen

Am vergangenen Faschingssonntag, 15. Februar, fand im Hof von St. Peter in der Salzburger Altstadt wieder der traditionelle Metzgersprung samt Fahnenschwingen der Salzburger Fleischer statt.

Lesedauer: 3 Minuten

Aktualisiert am 17.02.2026

Mit einem Sprung ins kalte Wasser feierten Salzburgs frischgebackene Metzgergesellinnen und -gesellen den erfolgreichen Abschluss ihrer Lehrzeit. Eine über 500 Jahre alte Tradition, die sie von allen dabei angesammelten Sünden reinwaschen soll und seit dem Jahr 1980 wieder vor einem begeisterten Publikum im Hof von St. Peter durchgeführt wird. Dabei war der Brauch zuvor rund 200 Jahre wegen „unsittlicher Ausschweifungen“ ausgesetzt. Erst Anton Karl, langjähriger Innungsmeister der Salzburger Fleischer, hatte zu Beginn seiner Funktion Metzgersprung und Fahnenschwingen wiederaufleben lassen. Im Anschluss an den Metzgersprung stellten die Junggesellen beim Schwingen der 40 Kilogramm schweren Zunftfahne noch ihre Kraft und Geschicklichkeit unter Beweis. 

Ich bin stolz darauf, dass die Veranstaltung bei unserem Berufsnachwuchs gut ankommt und heuer wieder 13 Gesellinnen bzw. Gesellen ihren Lehrabschluss feiern. Neben den Junggesellen freuen wir uns dieses Jahr auch über zehn Jungmeister“, betonte Salzburgs Fleischer-Innungsmeister Helmut Karl. „Der Metzgersprung ist nicht nur für unsere Junggesellen ein würdiger Abschluss ihrer Lehrzeit, sondern auch ein Publikumsmagnet für viele Salzburgerinnen und Salzburger und einer der Höhepunkte im heimischen Faschingsreigen." Auch heuer waren wieder hunderte Schaulustige beim Metzgersprung dabei. 

Wichtiger Wirtschaftsfaktor und Nahversorger 

Karl hob hervor, dass Salzburgs Fleischer trotz schwieriger Rahmenbedingungen und dem Fachkräftemangel ein bedeutender Faktor in der Salzburger Lebensmittelwirtschaft geblieben sind. Gerade die Fleischwirtschaft könne für sich verbuchen, zu den wichtigen Arbeitgebern im Land zu zählen und die Bevölkerung mit regionalen und hochwertigen Fleisch- und Wurstspezialitäten zu versorgen. In Salzburg gibt es knapp 90 aktive Fleischerbetriebe, die rund 1.200 Mitarbeiter beschäftigen und 23 Lehrlinge zu künftigen Fachkräften ausbilden. 

„Die Salzburger Fleischerfachbetriebe sind wichtige Qualitätshersteller, Nahversorger und Arbeitgeber in der Region. Unsere Stärken sind natürliche bzw. biologische Herstellung sowie kurze Transportwege. Das wollen wir den Menschen auch bei dieser Veranstaltung wieder näherbringen“, unterstrich der Innungsmeister. 

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© WKS/Neumayr Junggesellen vor dem Metzgersprung.

Folgende Junggesellen haben ihre Lehre abgeschlossen und treten zu Metzgersprung und Fahnenschwingen an:

  • Fleischverarbeiterin Larissa Kurz, Mayr-Melnhof in Glanegg (mit gutem Erfolg)
  • Fleischverarbeiter Matthias Aichhorn, Fleischhauerei Urban in St. Johann im Pongau
  • Fleischverarbeiter Mario Dampf, Metzgerei Schnöll in Kuchl
  • Fleischverarbeiter Gregor Heimo Brandstätter, Fleischerei Stabauer in Oberwang
  • Fleischverarbeiter Andreas Nothdurfter, Fleischhauerei Schöppl in Wald im Pinzgau (mit gutem Erfolg)
  • Fleischverarbeiter Thomas Wörgötter, Metzgerei Rass in Lofer (mit gutem Erfolg)
  • Fleischverarbeiter Lukas Fötschl, Fleischhauerei Lankmayr in Mauterndorf (mit gutem Erfolg)
  • Fleischverarbeiter Matteo Steinmayer, Metzgerei Schultes in Zell am See (mit gutem Erfolg)
  • Fleischverarbeiterin und -verkäuferin Clara Pirchner, Metzgerei Tauernlamm in Taxenbach
  • Fleischverarbeiter Luca Reiter, Fleischerei Urban in Sankt Johann im Pongau
  • Fleischverarbeiter Manuel Pöllitzer, Fleischhauerei Schader in Tamsweg
  • Fleischverarbeiter Michael Georg Gahr, Großarler Genuss Metzgerei in Großarl
  • Fleischverarbeiter Hannah Elisabeth Spath, Metzgerei Kriechbaum in Lochen 

Bei der anschließenden Festsitzung der Innung im Stiftskeller St. Peter werden noch folgende Jungmeister ausgezeichnet:

  • Alexander Enzinger aus Tumeltsham
  • Daniel Haas aus Stadl an der Mur
  • Michael Kreuzberger aus Bischofshofen
  • Wolfgang Perwein aus Flachau
  • Hermann Rohrmoser aus Bischofshofen
  • Andreas Steinberger aus Hüttau
  • Jakob Kaspar Steinberger aus Grödig
  • Murhaf Al Muhana aus Utzenaich
  • Theresa Kirchtag aus Bergheim
  • Fabian Gerhard Baischer aus Lochen 
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© WKS/Neumayr Bei der Verleihung der „Goldenen Meisterbriefe“ (v. l.): Spartenobmann KommR Bernhard Seidl, Innungsmeister Helmut Karl, Leopold Lindlbauer, Anton Karl und Bundesinnungsmeister Raimund Plautz.

Darüber hinaus erhielten den „Goldenen Meisterbrief“ für langjährige Selbstständigkeit verliehen: Fleischermeister Anton Karl aus Salzburg und Fleischermeister Leopold Lindlbauer aus Hallein.

Bilddownload: © WKS/Neumayr
Foto 1: Die Junggesellin Hannah Spath aus Kaprun beim Metzgersprung.
Foto 2: Junggesellen vor dem Metzgersprung.
Foto 3: Bei der Verleihung der „Goldenen Meisterbriefe“ (v. l.): Spartenobmann KommR Bernhard Seidl, Innungsmeister Helmut Karl, Leopold Lindlbauer, Anton Karl und Bundesinnungsmeister Raimund Plautz.

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