Wie gehe ich als Jungunternehmer mit Verträgen um?
Zum Unternehmerleben gehören schnell auch Verträge – worauf Gründerinnen und Gründer sowie Selbstständige bei Vertragsabschluss, Rücktrittsrechten und AGB achten sollten, erklärt dieser Überblick.
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1. Wie kommen Verträge zustande?
Ein Vertrag entsteht immer durch Angebot und Annahme – also durch zwei übereinstimmende Willenserklärungen. Wichtig dabei ist:
- Ein Vertrag muss nicht schriftlich sein. Auch mündliche Vereinbarungen, E-Mails oder das schlichte Tun („Handschlag-Qualität“) können rechtlich verbindlich sein.
- Entscheidend ist die inhaltliche Einigung. Preis, Leistung, Menge, Zeitraum – sobald die wesentlichen Punkte feststehen und beide Parteien zustimmen, ist der Vertrag gültig.
- Schweigen ist grundsätzlich keine Zustimmung.
Ausnahme: Bei bestehenden Geschäftsbeziehungen oder ausdrücklich vereinbarten Regelungen.
Für Jungunternehmer bedeutet das: Kein schriftlicher Vertrag heißt nicht „kein Vertrag“. Aber Schriftlichkeit ist aus Beweisgründen immer ratsam!
2. Gibt es Formvorschriften?
Grundsätzlich gilt in Österreich: Verträge sind formfrei, außer das Gesetz schreibt eine bestimmte Form vor. Typische Beispiele für Formvorschriften:
- Schriftform: z. B. Kündigungen bestimmter Verträge, manche Wettbewerbsvereinbarungen.
- Notarielle bzw. gerichtliche Beurkundung: z. B. Immobilienkaufverträge, GmbH-Gründung.
- Besondere elektronische Formate (z. B. qualifizierte Signatur = ID Austria).
3. Wann kann ich von einem Vertrag zurücktreten?
Ein Rücktritt ist nur unter bestimmten Voraussetzungen möglich.
Es gibt gesetzliche Rücktrittsrechte, wie bei
- Fern- und Auswärtsgeschäften (Konsumentenschutz) – gilt meist nicht für B2B.
- Bei Verzug oder Nichterfüllung – wenn die andere Partei trotz Fristsetzung nicht liefert.
- Außerdem bei Täuschung, Irrtum oder Drohung – Anfechtung des Vertrags.
Außerdem sind auch vertraglich vereinbarte Rücktrittsrechte möglich. Viele Verträge enthalten explizite Klauseln zu
- Storno,
- Rücktrittsfristen
- oder Wechsel der Leistungsbedingungen.
- Welche Fristen gelten?
- Welche Stornokosten fallen an?
- Gibt es ein beidseitiges Kündigungs- oder Rücktrittsrecht?
4. Welchen Nutzen haben AGB?
AGB (Allgemeine Geschäftsbedingungen) sind ein wichtiges Werkzeug für jedes Unternehmen – auch für junge. AGB bieten rechtliche Sicherheit – sie legen Rahmenbedingungen fest, die automatisch für alle Geschäfte gelten – etwa Zahlungsbedingungen, Lieferfristen oder Haftungsgrenzen.
AGB schützen vor Risiken, indem sie Haftung begrenzen, Zahlungsfristen klar regeln oder Verzugszinsen vorzusehen.
AGB sparen Zeit – statt bei jedem Auftrag alles neu auszuhandeln, gelten einheitliche Regeln für alle Kunden.
AGB sind professionell – sie signalisieren Struktur, Ernsthaftigkeit und Seriosität, das ist besonders für Jungunternehmen wichtig.
Wichtig: AGB müssen vereinbart und für die andere Seite verständlich zugänglich gemacht werden – z. B. durch
- Hinweis im Angebot,
- Verlinkung im E-Mail,
- Auslage auf der Website
- oder Unterschrift auf Verträgen oder Auftragsbestätigungen.