KI-Agenten: Chancen nutzen, Kontrolle behalten
KI-Agenten können Aufgaben selbstständig planen und ausführen. Für Unternehmen entstehen neue Chancen – aber auch neue Anforderungen an Führung und Kontrolle.
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Künstliche Intelligenz ist im Arbeitsalltag angekommen. Sie optimiert Abläufe, übernimmt Tätigkeiten und verändert Rollen in Unternehmen. Mit KI-Agenten geht die Entwicklung nun einen Schritt weiter: Sie können Aufgaben selbstständig planen, mehrere Arbeitsschritte verknüpfen und Prozesse ausführen. Damit verändert sich auch die Zusammenarbeit von Mensch und KI.
Der Boom rund um Künstliche Intelligenz ist längst nicht mehr nur ein IT-Thema. KI wird zum Wirtschafts-, Produktivitäts- und Wachstumsfaktor – und damit auch zu einer Frage von Führung und Organisation.
Der Internationale Währungsfonds (IWF) sieht in der starken Nachfrage nach KI-Infrastruktur und KI-bezogenen Gütern bereits einen spürbaren Beitrag zum Wirtschaftswachstum. Auch die OECD betont die Bedeutung von Unternehmensdynamik und Produktivität. Für österreichische Unternehmen wird die technologische Transformation damit zu einem wichtigen Wettbewerbsfaktor.
„Mit KI gehen wir einen Schritt weiter Richtung Fortschritt, nicht weg von bewährten Methoden. Dadurch werden wir besser, schneller und resilienter“, sagt KI-Experte Stefan Suhrer, CEO der neke-neke GmbH. Beim UBIT Experts Day am 30. September in Salzburg spricht er über den praktischen Einsatz von KI-Agenten.
Wenn KI ins Handeln kommt
KI-Agenten gelten als nächster Entwicklungsschritt in der praktischen Anwendung Künstlicher Intelligenz. Sie können – sofern Menschen ihnen die entsprechenden Berechtigungen erteilen – komplexe Aufgaben eigenständig ausführen und Routinetätigkeiten automatisieren.
„KI-Agenten sind längst mehr als ein Zukunftsthema“, sagt Matthias Reitshammer, Berufsgruppensprecher Unternehmensberatung der Fachgruppe UBIT Salzburg.
Für Unternehmen stellt sich damit eine zentrale Frage: Welche Aufgaben soll künftig die KI übernehmen – und welche bleiben beim Menschen?
Denn nicht alles, was technisch möglich ist, sollte auch automatisiert werden. KI kann große Informationsmengen verarbeiten, Zusammenhänge erkennen und Vorschläge liefern. Fachwissen, Erfahrung, Urteilskraft und Verantwortung ersetzt sie jedoch nicht.
Gerade wenn KI-Agenten Prozesse eigenständig anstoßen oder Entscheidungen vorbereiten, braucht es Menschen, die Ergebnisse einordnen, kontrollieren und Verantwortung übernehmen.
Was bleibt beim Menschen?
Die entscheidende Frage ist deshalb nicht, ob KI-Agenten die „Mitarbeitenden der Zukunft“ werden. Viel wichtiger ist, wie Menschen und intelligente Systeme sinnvoll zusammenarbeiten.
Dafür braucht es neue Kompetenzen: digitales Verständnis, kritisches Denken, Problemlösungsfähigkeit, Kreativität und Kommunikationsfähigkeit – vor allem aber die Bereitschaft, kontinuierlich dazuzulernen.
Je stärker KI in den Arbeitsalltag integriert wird, desto wichtiger wird es für Unternehmen, ihre Möglichkeiten und Grenzen zu verstehen. KI-Kompetenz wird damit auch zur Führungsaufgabe.
Führungskräfte müssen entscheiden, wo der Einsatz von KI sinnvoll ist, welche Kompetenzen benötigt werden und wer für Ergebnisse und Entscheidungen verantwortlich bleibt. Arbeit wird dadurch teilweise neu organisiert: Wenn intelligente Systeme Routinen übernehmen, können sich menschliche Aufgaben stärker auf Analyse, Gestaltung, Kommunikation und Entscheidungen konzentrieren.
Transparenz und Regeln für den KI-Einsatz
Mit den Möglichkeiten von KI steigen auch die Anforderungen an Transparenz und Verantwortung. Seit 2. August 2026 gelten bestimmte Transparenzpflichten des europäischen AI-Act. Sie sollen unter anderem sicherstellen, dass Menschen erkennen können, wann sie direkt mit einem KI-System interagieren oder mit bestimmten KI-generierten beziehungsweise KI-manipulierten Inhalten konfrontiert sind. Für bestimmte generative KI-Systeme gelten zudem Vorgaben zur maschinenlesbaren Kennzeichnung von Ausgaben.
Für Unternehmen bedeutet das: Wer KI-Agenten und andere KI-Systeme einsetzt, muss sich neben den technischen Möglichkeiten auch mit Transparenz, Datenverarbeitung, Kontrolle und Verantwortlichkeiten auseinandersetzen.
KI-Agenten in der Praxis
Wie Unternehmen mit diesen Fragen umgehen können, steht auch beim UBIT Experts Day am 30. September 2026 in Salzburg im Mittelpunkt. Dort diskutieren WKS-Vizepräsidentin Marianne Kusejko, geschäftsführende Gesellschafterin von Sigmatek, und Salzburg-AG-CIO Markus Schmidt mit den Vertretern der Experts Group Human Resource Management, Katharina Saetre, sowie der Experts Group Wirtschaftstraining & Coaching, Armin Ziesemer, über die Rolle des Menschen, wenn KI-Agenten zunehmend Aufgaben übernehmen.
Die Moderation übernimmt Ralf Hillebrand, Redakteur für Wissenschaft, Technologie und Medien bei den „Salzburger Nachrichten“.
Im Mittelpunkt steht die Frage, wo Unternehmen bereits Erfahrungen mit KI-Agenten sammeln und welche Chancen, Risiken und Herausforderungen sich daraus ergeben.
Mensch und KI gemeinsam weiterdenken
Eines zeichnet sich ab: Die Zukunft gehört nicht der Künstlichen Intelligenz allein, sondern der Zusammenarbeit von Mensch und Maschine.
KI kann Wissen verarbeiten, Aufgaben übernehmen und Prozesse beschleunigen. Orientierung, Verantwortung, Erfahrung und Kreativität bleiben menschliche Qualitäten. Für Unternehmen in Salzburg und ganz Österreich wird deshalb entscheidend sein, technologische Möglichkeiten mit klaren Regeln, neuen Kompetenzen und menschlicher Verantwortung zu verbinden.