Bundesheer Österreich: „Mission vorwärts“ auch für die Wirtschaft
Salzburg wird zum Zentrum der österreichischen Luft- und Drohnenabwehr ausgebaut. In Infrastrukturmaßnahmen werden heuer 31,2 Mill. € investiert. Davon soll zum Großteil die regionale Wirtschaft profitieren.
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An der aktuellen Nachrüstung des Österreichischen Bundesheeres soll Salzburg besonders teilhaben. Das wurde kürzlich bei einem Besuch von Verteidigungsministerin Klaudia Tanner gemeinsam mit Landeshauptfrau Karoline Edtstadler in der Schwarzenberg-Kaserne in Wals-Siezenheim deutlich. Denn im Rahmen des militärischen Aufbauplanes 2032+ soll Salzburg um 2,5 Mrd. € zum Zentrum für Luftverteidigung und Drohnenabwehr ausgebaut werden.
„Nach den Beschaffungen im Bereich der Luftfahrzeuge steht nun die bodengebundene Luftverteidigung im Zentrum. Mittelfristig wird der Verband ‚Luftraumüberwachung‘ sich zum Verband ‚Luftverteidigung‘ weiterentwickeln. Und hier spielt Salzburg eine entscheidende Rolle und wird auch künftig ein militärisch wichtiger Standort sein – denn das Bundesland wird zum Zentrum der elektronischen Drohnenabwehr und ein zentraler Standort für Skyshield“, erläuterte Tanner. Schon heute laufen alle Informationen in der Einsatzzentrale in St. Johann im Pongau zusammen, um die Luftraumüberwachung sicherzustellen. „Zukünftig wird Salzburg als neuem Zentrum der elektronischen Drohnenabwehr auch hier eine Schlüsselrolle in der modernen und zeitgemäßen Aufstellung des Bundesheeres zukommen, damit wird es das Herz und Hirn der österreichischen Luftstreitkräfte werden“, ergänzte Edtstadler.
Gerade Drohnen würden zu einer immer größeren Bedrohung, sei es durch fehlgeleitete Geräte oder als Provokation. Die Abwehr sei angesichts des nahe gelegenen Salzburger Flughafens auch für die zivile Luftfahrt wichtig. Anlässlich des 100-Jahre-Jubiläums des Airports werde es am 20. Juni ein großes Flughafenfest geben, bei dem das Heer quasi „zum Begreifen“ präsent sein werde.
Neue Systeme und Struktur
In naher Zukunft wird das Jägerbataillon 8 in Salzburg, bei dem die Elektronische Drohnenabwehr „Eldro“ (großes Bild oben) disloziert ist, in Flugabwehrbataillon umbenannt. Zudem wird die Nutzungsdauer der 35-Millimeter-Fliegerabwehrkanone verlängert. Bis 2030 wird weiters das System „Skyranger“ mit insgesamt 36 Gefechtsfahrzeugen beschafft. Das System verschießt Munition bis zu einer Reichweite von 2,5 Kilometern und ist zusätzlich mit der Fliegerabwehrlenkwaffe Mistral 3 ausgerüstet. Drei davon kommen nach Salzburg.
Außerdem werden in der Schwarzenberg-Kaserne Kurzstrecken-Systeme mit einer Reichweite von bis zu 15 Kilometern, andererseits auch Systeme der mittleren Reichweite bis zu 50 Kilometern stationiert. Im Aufbauplan sind für die Beschaffung dieser beiden Systeme 2,5 Mrd. € vorgesehen. Die volle Einsatzbereitschaft soll mit 2032 abgeschlossen werden.
Regionale Betriebe zu 99% eingebunden
Neben diesen waffentechnischen Zukunftsprojekten nimmt das Bundesheer heuer österreichweit 473 Mill. € in die Hand, um die militärische Infrastruktur zu modernisieren und zu erweitern. 45% davon werden für den Erhalt der derzeitigen Fähigkeiten und für die technische Modernisierung der Liegenschaften verwendet. Für Salzburg sind circa 31,2 Mill. € geplant; hier wird unter anderem die Mannschaftsunterkunft in der Wallner-Kaserne in Saalfelden mit 5,5 Mill. € generalsaniert. Weiters werden Projekte etwa in der Krobatin-Kaserne und der Schwarzenberg-Kaserne realisiert.
„Eine moderne Infrastruktur ist nicht nur die Grundlage für die Einsatzbereitschaft und Ausbildung, sondern soll auch attraktive Arbeitsumgebung sowie moderne Unterkünfte für unsere Soldatinnen und Soldaten bieten“, unterstreicht Tanner. „Darüber hinaus kurbeln Investitionen in unsere Kasernen auch die Wirtschaft an. Etwa 99% der Bauprojekte und die Sanierungsmaßnahmen in österreichischen Kasernen werden von regionalen Unternehmen durchgeführt.“
Das bestätigt auch Salzburgs Militärkommandant Brigadier Peter Schinnerl: „Gerade in wirtschaftlich herausfordernden Zeiten will das Heer den Anteil der Wertschöpfung in Österreich möglichst hoch halten. Auch in Salzburg ist das Bundesheer ein bedeutender Faktor, der durch die massiven Infrastrukturmaßnahmen der vergangenen Jahre sowie die damit zusammenhängende lokale Beschaffung einen Mehrwert für die Unternehmen des Bundeslandes generiert. Zusätzlich führt die Kaufkraft der stationierten Soldatinnen und Soldaten und der zivilen Bediensteten zu einer weiteren positiven Auswirkung auf die regionale Wirtschaft.“
Bereits in der jüngeren Vergangenheit wurde viel in die Erneuerung der Kaserneninfrastruktur in Salzburg investiert. Von 2021 bis 2025 waren das insgesamt 101 Mill. €. Die größten Investitionen betrafen die Neuerrichtung der Wirtschafts- und Küchengebäude in der Schwarzenberg-Kaserne (29,5 Mill. €), das neue Bekleidungsmagazin in der Schwarzenberg-Kaserne (6,8 Mill. €), Notstromaggregate für die Autarkie der Schwarzenberg-Kaserne (8,1 Mill. €), neue Lager und Werkstätten für die Krobatin-Kaserne (3,2 Mill. €), Garagengebäude am Truppenübungsplatz Hochfilzen (1,8 Mill. €), eine neue Warmwasseranlage in der Strucker-Kaserne (1,2 Mill. €) sowie die laufende Sanierung von Mannschaftsunterkünften (ca. 1,5 Mill. € jährlich).