Erster Schritt gegen Paketflut aus China: EU-Rat beschließt 3 Euro Pauschal-Zoll
Der Rat der Europäischen Union hat grünes Licht für einen Pauschal-Zoll von 3 € für kleine Pakete aus Drittstaaten gegeben. Ivo Rigaud, Obmann des Salzburger Versand-, Internet- und allgemeinen Handels, begrüßt diese Maßnahme.
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Die neue Regelung soll am 1. Juli in Kraft treten und bis zur Abschaffung der 150-€-Zollfreigrenze gelten, die für 2028 geplant ist. KommR Ivo Rigaud, Obmann des Landesgremiums des Versand-, Internet- und allgemeinen Handels in der WKS, spricht von einem längst überfälligen Schritt. "Damit werden die ungerechtfertigten Wettbewerbsvorteile von Nicht-EU-Händlern zumindest zum Teil korrigiert“, meint Rigaud.
Steuerliche Ungleichbehandlung
Der österreichische Online-Handel sei nicht wehleidig. "Es müssen aber alle Marktteilnehmer mit denselben Spielregeln im Wettbewerb arbeiten – die steuerliche Bevorzugung von chinesischen Online-Händlern muss sofort beendet werden“, fordert der Branchensprecher.
Nach Angaben der Europäischen Kommission hat sich die Zahl kleiner Pakete, die in die EU eingeführt werden, seit 2022 jedes Jahr verdoppelt. 2024 kamen rund 4,6 Milliarden solcher Kleinsendungen nach Europa, davon stammten mehr als 90% aus China.
Der Pauschal-Zoll alleine wird nach Ansicht von Rigaud nicht ausreichen, um die Paketflut aus China einzudämmen. "Die ausländischen Online-Plattformen müssen sich auch an den Entsorgungskosten für Verpackungen beteiligen“, betont der Gremialobmann. „Einheitliche und durchsetzbare Regularien dienen nicht nur dem fairen Wettbewerb, sie erhöhen auch die Sicherheit von Produkten, die in die EU eingeführt werden.“
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Foto 1: Paketflut aus Asien: Allein 2024 kamen mehr als vier Milliarden chinesische Kleinsendungen nach Europa. © Maksym Yemelyanov | stock.adobe.com
Foto 2: "Den neuen Zollvorschriften müssen weitere Schritte folgen“, stellt Gremialobmann Ivo Rigaud klar. © Manuel Horn