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SALZ 2026: KI – was kommt als Nächstes?

Das zweitägige Technologie- und Innovationsfestival SALZ 2026 gab auch heuer wieder einen spannenden und praxisnahen Vorgeschmack auf die Zukunft. Startup Salzburg feierte zehnten Geburtstag.

Lesedauer: 4 Minuten

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Aktualisiert am 13.03.2026

Die Entwicklung der Künstlichen Intelligenz (KI) geht rasant weiter. Allein, wenn man sich die Entwicklung ansieht, die seit dem Urknall der KI in der öffentlichen Wahrnehmung - dem Start von ChatGPT im November 2022 – stattgefunden hat. Waren die Anfänge noch von fehlerhaften Ergebnissen und Halluzinationen der KI geprägt, so hat das System dazugelernt, liefert immer bessere Resultate und ist in vielen Lebensbereichen auf dem Vormarsch.

NVIDIA - Schrittmacher der künstlichen Intelligenz

Es gäbe zwar nur eine Handvoll Unternehmen weltweit, die große KI-Modelle entwickeln könnten, aber dennoch werde rund alle drei Monate ein neues Modell gelauncht, erklärte Christoph Unterreiner, Business Developer bei NVIDIA in seiner Keynote auf der SALZ 2026. NVIDIA ist ursprünglich Hersteller von Grafikprozessoren, die aufgrund ihrer hohen Rechenleistung für den Einsatz von KI benötigt werden. Mittlerweile ist NVIDIA führender Anbieter von KI-Computing und das wertvollste Unternehmen weltweit. Mit der neuen besonders rechenleistungsstarken Plattform Vera Rubin will man zum nächsten Technologiesprung in der Halbleitertechnik ansetzen. Die hohe Rechenleistung soll es einem KI-Modell ermöglichen, erlerntes und trainiertes Wissen auch in einem neuen Umfeld einzusetzen. NVIDIA entwickelt aber auch KI-Agenten, Softwareprogramme, die eigenständig Werkzeuge nützen, komplexe Aufgaben erledigen und ständig dazulernen wie OpenClaw. Der KI-Agent wurde vom Österreicher Peter Steinberger entwickelt, der kürzlich unter großem medialem Interesse von OpenAI-Chef Sam Altmann persönlich zum KI-Riesen nach Kalifornien geholt wurde.

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© WKS Christoph Unterreiner von NVIDIA warf einen Blick in die Zukunft der KI.

Der nächste Schritt: Verkörperte KI

NVIDIA-Entwickler Unterreiner ist überzeugt, dass die sogenannte „Physical AI“ - zu Deutsch „verkörperte KI“ - kurz vor dem Durchbruch steht. Dabei handelt es sich um Künstliche Intelligenz, die dank Assistenzsystemen wie Kameras, Sensoren, Kommunikationstechnologien und Robotik komplexe Tätigkeiten in der Realwelt durchführen kann. Damit wäre der nächste Schritt zu humanoiden Robotern mehr oder weniger vorgezeichnet. Das klingt zwar nach Science-Fiction dürfte aber mittelfristig Realität werden. Andreas Kugi, wissenschaftlicher Leiter des Austrian Institute of Technology (AIT), sieht in der verkörperten KI eine große Chance für Europa: „Wir sind stark in der Mechatronik und im Anlagenbau. Wir müssen uns aber von der Mechatronik hin zu intelligenten Systemen entwickeln, bei denen Daten und KI eine entscheidende Rolle spielen. Das heißt aber auch, wir müssen unsere Maschinen KI-bereit machen.“ Die KI-Transformation bedeute aber auch einen Kulturwandel in den Unternehmen, die die KI einsetzen wollen. Es reiche nicht aus, den Co-Pilot zu installieren und zu glauben, man sei dann bereit für die KI. Man müsse sich die Prozesse und die Strategie des Unternehmens neu anschauen und die Mitarbeiter entsprechend schulen.
Österreich und Europa können den Anschluss an die KI-Entwicklung noch schaffen, meinte Investor Berthold Baurek-Karlic von der Venionaire Capital AG. „Wir haben verstanden, wo wir verloren haben und wissen, wo unsere Stärken sind. Es entwickelt sich gerade viel Neues, deshalb bin ich überzeugt, dass wir im nächsten Evolutionsschritt wieder vorne mitspielen werden,“ bekräftigt Baurek-Karlic. Außerdem könne die KI vor dem Hintergrund einer alternden Gesellschaft und eines dadurch drohenden Arbeitskräftemangels eine Lösung für künftige Herausforderungen sein.   

Innovation Salzburg
© Innovation Salzburg Mit einer großen Geburtstagstorte feierte Startup Salzburg sein 10-jähriges Bestehen und blickte auf eine erfolgreiche Entwicklung des regionalen Startup-Ökosystems zurück.

Zehn Jahre Startup Salzburg

Startup Salzburg feierte beim SALZ-Festival sein zehnjähriges Bestehen als zentrale Drehscheibe für Entrepreneurship im Bundesland. Die Initiative, an der die WKS maßgeblichen Anteil hat, fördert Gründerinnen und Gründer und trägt zur nachhaltigen Standortentwicklung bei. In einem Jahrzehnt wurden beeindruckende Meilensteine erreicht: Über 15.000 Teilnehmende vernetzten sich bei Veranstaltungen. 98 Projekte durchliefen das Pre-Inkubationsprogramm „Shape“. 226 Bewerbungen gingen beim Inkubationsprogramm „Factory“ ein. Bei 106 „Factory“-Workshops wurde den Start-ups praxisnahes Wissen für die Weiterentwicklung ihrer Geschäftsidee und dem Markteintritt vermittelt. Bei 31 Investmentrunden wurde Kapital in Salzburger Start-ups investiert. „Vor zehn Jahren war Salzburg aus Sicht der Investorinnen und Investoren noch ein Randmarkt. Heute sehen wir hier ein strukturiertes, professionell begleitetes Ökosystem mit qualitätsgeprüften Projekten und klaren Wachstumsstrategien“, so Daniela Haunstein, Geschäftsführerin invest.austria.  Chairman of the board und Business Angel Niki Futter ergänzt: „Die Dealflow-Qualität hat sich spürbar erhöht. Startup Salzburg hat wesentlich dazu beigetragen, dass Kapital, Know-how und Unternehmertum enger zusammenfinden.“ Die 75% Survival Quote, also jener Anteil der Start-ups, die sich erfolgreich am Markt behaupten konnten, zeigt den Erfolg der Initiative.