Salzburg mit niedrigster Krankenstandsquote
Salzburg bleibt Spitzenreiter bei den niedrigsten Krankenständen. Die wirtschaftlichen Kosten bleiben dennoch enorm.
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Laut aktuellem WIFO-Fehlzeiten-Report waren die Beschäftigten in Salzburg 2025 im Schnitt 12,4 Kalendertage krank (2024: 12,8 Tage). Der Österreichschnitt beträgt 14,7 Tage (2024: 15,1 Tage). Für die Wirtschaft bleiben die Fehlzeiten nach wie vor ein riesiger Kostenfaktor.
„Es ist erfreulich, dass die Salzburger im Bundesländervergleich seit Jahren am wenigsten krank sind“, betont WKS-Präsident KommR Peter Buchmüller. Er weist allerdings darauf hin, dass aufgrund der meldetechnischen Untererfassung kurzer Krankenstände (ein bis drei Tage) die tatsächliche Krankenstandsquote um einiges höher liegt. Denn nicht alle Betriebe verlangen ab dem ersten Fehltag eine Arbeitsunfähigkeitsmeldung. Laut Fehlzeitenreport dauerten 2025 44,7% aller erfassten Krankenstandsfälle weniger als vier Tage.
Auch ist in den vergangenen Jahren die Zahl der Kurzkrankenstände wie auch die der Krankenstände insgesamt pro versicherte Person gestiegen. Im Jahr 2008 dauerten 30,5% aller Krankenstandsfälle weniger als drei Tage, 2019 waren es 41,7% und zuletzt 44,7%.
Hohe Kosten der Krankenstände
Fehlzeiten durch Krankenstände sind nicht nur aus persönlicher Sicht herausfordernd, sie haben auch erhebliche betriebliche und volkswirtschaftliche Folgen. Die direkten Kosten krankheitsbedingter Ausfälle, bestehend aus der direkten Entgeltfortzahlung der Betriebe an Mitarbeiter (4,8 Mrd. €) sowie dem Krankengeld der Krankenversicherung (1,2 Mrd. €), beliefen sich laut den letztverfügbaren Daten aus dem Jahr 2024 auf 1,3% des BIP. Zu den Behandlungskosten kommen weiters Wertschöpfungsverluste hinzu, die unter vereinfachten Annahmen bis zu 8,8 Mrd. € bzw. 1,9% des BIP erreichen können (Berechnungen für das Jahr 2024).
„Die Fehlzeiten sind für die Wirtschaft ein riesiger Kostenfaktor. Kombiniert mit den hohen Lohn- und Energiekosten haben wir uns so in den vergangenen Jahren zum Weltmeister der Unproduktivität entwickelt“, sagt Buchmüller und stellt weiter fest: „Wer krank ist, muss natürlich die Möglichkeit haben, sich im Krankenstand auszukurieren. Denn die Betriebe brauchen gesunde und fitte Mitarbeiter.“ Laut Buchmüller gehe der Großteil der Arbeitnehmerinnen und Arbeitnehmer auch korrekt mit dem Thema Krankenstand um. Es gebe allerdings speziell bei Kurzkrankenständen auch schwarze Schafe, die das System ausnutzen. Die Wirtschaftskammer trägt das Modell der Entgeltfortzahlung bei Arbeitsunfähigkeit mit. Es braucht jedoch auch einen ehrlichen Blick auf problematisches Verhalten. „Ich fordere daher von der Bundesregierung klare Vorgaben und Maßnahmen ein, damit Missbrauch in Zukunft wirksamer kontrolliert wird. Das wäre laut Regierungsprogramm auch vorgesehen, bei der Umsetzung ist aber noch keine Aktivität erkennbar“, resümiert der WKS-Präsident.